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Louisa May Alcott

* 29.11.1832 - † 06.03.1888


Louisa May Alcott wurde als zweite von vier Töchtern des Lehrers und Philosophen Amos Bronson Alcott (geb. 1799 in Wolcott, Connecticut) und seiner Frau Abigail "Abba" May (geb. 1800 in Boston) am 29. November 1832 in Germantown, Pennsylvania geboren. Ihre ältere Schwester Anna Bronson Alcott wurde bereits am 16. März 1831 in Germantown geboren. Kurze Zeit später zog die Familie nach Boston, Massachusetts, wo ihr Vater seine Lehrerkarriere vervollständigte, indem er die "Temple School" gründete, die aber 1839 wieder geschlossen wurde. Er war bekannt für seine kontroversen Lehrmethoden, die auf eine Einbeziehung der Schüler und dem Glauben, dass Kinder das Lernen genießen sollten, basierten.

Am 24. Juni 1835 wird ihre Schwester Elizabeth Sewall Alcott ("Lizzie") in Boston geboren. Der bekannte amerikanische Autor und enger Freund der Alcotts, Ralph Waldo Emerson, half der Familie 1840 in Concord Fuß zu fassen, wo am 26. Juli 1840 ihre Schwester Abigail May Alcott geboren wird. Die ländliche Atmosphäre von Concord genoss Louisa und sie verbrachte ihre Zeit mit Spaziergängen durch die Natur zusammen mit Henry David Thoreau. Hier begann sie zusammen mit ihren Schwestern mit dem Aufführen Selbstgeschriebener Theaterstücke.

Am 1. Juli 1843 zog die Familie nach "Fruitlands", um an dem gleichnamigem Experiment teilzunehmen. Dies basierte auf einer Selbstversorgung und vegetarischen Ernährung. Nachdem das Projekt 1845 scheiterte, kehrte die Familie nach Concord zurück, wo sie die Residenz "Hillside" bezog. Schon 4 Jahre später zog die Familie wieder nach Boston, weil der Vater der Meinung war, er könne der Familie kein gesichertes Einkommen garantieren.

Hier begann Louisa sich im Alter von nur 17 Jahren sich für die finanziellen Bedürfnisse der Familie verantwortlich zu fühlen. Sie hatte zu dieser Zeit so viele Jobs, wie es für sie möglich war, anzunehmen. Ihre erste Aufgabe bestand darin, einem älteren Herrn und seiner behinderten Schwester vorzulesen, was sie aber schnell wieder aufgab, weil der Verdienst zu gering war. Gleichzeitig unterrichteten Louisa und ihre älteste Schwester Anna kleine Kinder, stopften und wuschen Wäsche um die Familie finanziell zu unterstützen.

Unter dem Pseudonym "Flora Fairfield" publizierte Louisa im Jahre 1852 ihr erstes Gedicht in der Zeitschrift "Peterson´s magazine", wofür sie aber nur ein sehr geringes Honorar erhielt. Dies sollte aber trotzdem der Beginn ihrer schriftstellerischen Karriere werden, die ihr großen Ruhm und das Ende finanzieller Sorgen bringen sollte. Schon drei Jahre später wurde ihr erstes Buch unter dem Titel "Flower Fables" veröffentlicht. Im gleichen Jahr ging die Familie nach Walpole, New Hampshire, nur Louisa blieb in Boston um ihre literarische Karriere fortzusetzen.

1856 erkrankte Lizzie, die dritte Tochter der Familie, an Scharlach. Sie erholte sich im Laufe der Zeit wieder, aber trotzdem musste die Familie auf Grund ihrer Erkrankung nach Concord zurückzukehren, wo Emerson ihnen das "Orchard Haus" kaufte. Lizzies Scharlacherkrankung brach aber erneut aus, und sie starb am 14. März 1857 an deren Folgen. Dies und die freudige Ankündigung ihrer Schwester Annas zu heiraten sorgten dafür, dass Louisa 1857 nach Hause zurückkehrte.

1862 während des amerikanischen Bürgerkrieges ging Louisa als Krankenschwester nach Washington D.C., weil sie der Meinung war, dass ihre Liebe nicht nur von ihrer Familie benötigt würde. Hier steckte sie sich, wie viele andere Krankenschwestern auch, mit Typhus an und obwohl sie sich davon erholte, litt sie den Rest ihres Lebens unter den Vergiftungserscheinungen des Quecksilbers (damals wurde Typhus mit Kalomel, das heißt Quecksilberchlorid behandelt). Im darauf folgendem Jahr veröffentlichte sie ihre "Hospital Sketches", die sie während ihres Aufenthaltes in Washington geschrieben hatte, gefolgt von "Moods" 1864.

Ihr Verleger Thomas Niles teilte ihr zu diesem Zeitpunkt mit, dass sie einen Mädchenroman schreiben soll. Dies fiel ihr aufgrund ihrer eigenen Kindheitserlebnissen mit ihren drei Schwestern nicht schwer und in nur zweieinhalb! Monaten schrieb Louisa den Roman "Little Women", der am 30. September 1868 veröffentlicht und mehr als 2000 mal verkauft wurde. Durch den ungeahnten Erfolg des Romans drängte ihr Verleger auf einen zweiten Teil, der am 14. April 1869 unter dem Titel "Good Wives" publiziert wurde. Auch die Fortsetzung wurde ein großer Erfolg und innerhalb kürzester Zeit 13000 mal verkauft. Diese beiden Romane waren der endgültige Durchbruch ihrer Karriere und halfen ihr die finanziellen Probleme ihrer Familie zu mildern. 1870 setzte sie diesen Erfolg mit dem Roman "Old Fashioned Girl" fort. Im gleichen Jahr reiste Louisa May Alcott mit ihrer jüngsten Schwester May nach Europa um sich zu erholen.

In den folgenden Jahren veröffentlichte sie mehrere Bücher, die von einer großen Schar junger Leser verschlungen wurden. Zu ihren Werken gehörten 1871"Little Men", 1873 "Work", 1874 "Eight Cousins" und "Rose in Bloom" 1876. Zu dieser Zeit wurde Louisa May Alcott in der Frauenstimmrechts-Bewegung aktiv, schrieb für "The Woman´s Journal" und ging von Haustür zu Haustür um Frauen zu ermutigen, sich in die Wählerkartei eintragen zu lassen. 1879 war sie die erste Frau, die sich in die Wählerkartei für das Schulkomitee von Concord eintrug. Im November 1877 verstarb ihre Mutter "Abba" nach längerer Krankheit. Aber ihr blieb nicht viel Zeit zum Trauern, denn 1878 verkündigte ihre Schwester May ihre Hochzeit mit einem vermögenden Europäer. Am 8. November 1879 gebar May ihre Tochter Louisa May Nieriker, aber bei der Geburt traten Komplikationen auf und May Alcott verstarb am 29. Dezember 1879. Ihr letzter Wunsch war, dass sich Louisa um Lulu kümmern sollte und so zog Louisa zusammen mit Lulu1880 nach Boston. 1885 zog der verbliebene Rest der Familie Alcott aus Concord in das elegante Loisburg-Viertel von Boston.

Trotz der Quecksilbervergiftung aus den Jahren des amerikanischen Bürgerkrieges, die jetzt ihren Tribut forderte, schrieb Louisa so gut sie konnte und veröffentlichte 1886 "Jo´s Boys".

Am 6. März 1888, zwei Tage nach dem Tod ihres Vaters, verstarb Louisa May Alcott, im Alter von 55 Jahren, in Boston.

Sie vermachte der Welt eine Reihe wunderbarer Bücher und auch Generationen nach ihrem Tod werden diese gehegt, gepflegt und geliebt.Q


Zitate von Louisa May Alcott

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