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Hermann Josef Abs

* 15.10.1901 - † 05.02.1994


Hermann Josef Abs wurde am 15.10. 1901, als Sohn des Rechtsanwalts Josef Abs und dessen Ehefrau Katharina, geb. Lückerath, in Bonn geboren. Hermann Josef Abs wuchs in einer bürgerlichen Umgebung in einer streng katholischen Familie auf.

Nach dem Besuch des Städtischen (humanistischen) Gymnasiums zu Bonn, das als eines der besten humanistischen Gymnasien Preußens galt, absolvierte Hermann Josef zunächst eine Lehre in dem Bonner Privatbankhaus Louis David. Nach abgeschlossener Banklehre studierte er an der Universität Bonn ein Semester Wirtschaftswissenschaften und Jura.

Im Anschluß daran bewarb er sich beim Bankhaus Delbrück von der Heydt & Co. in Köln. Hier arbeitete er von September 1921 bis Februar 1923, um dann an die Amsterdamer Bank Rhodius Koenigs Handel-Maatschappij zu wechseln. Ab 1925 arbeitete Hermann Josef Abs für jeweils ein halbes Jahr in England, den USA und Südamerika.

Aus der Neuen Welt zurückgekehrt, heiratete er am 15.02.1928 Inez Schnizler, die einer angesehenen Kölner Familie entstammte. Aus der Ehe gingen ein Sohn und eine Tochter hervor. Nach einem mehrmonatigen Aufenthalt in Spanien und Frankreich nahm Abs 1928 seine Tätigkeit bei Rhodius Koenigs Handel-Maatschappij wieder auf.

Von 1929 bis 1937 arbeitete er für das Berliner Privatbankhaus Delbrück Schickler & Co., das zu den damals erfolgreichsten deutschen Privatbankhäusern gehörte. 1937 wechselte er in den Vorstand der Deutschen Bank, zu der er bereits seit Anfang der dreißiger Jahre Beziehungen unterhalten hatte. Den speziellen Reiz seiner Tätigkeit bei der Deutschen Bank sah Abs in deren zu erwartenden Auslandsgeschäft. Die "Arisierung" der jüdischen Banken und Unternehmen in Deutschland war nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 zu jener Zeit bereits in vollem Gange.

Am 13.04.1945, kurz vor Kriegsende verließ Hermann Josef Abs Berlin und begab sich nach Hamburg. Hier fungierte er von Mai 1945 bis Mitte Januar 1946 als Berater der Engländer in Finanzfragen.

Am 16.01.1946 wurde Hermann Josef Abs verhaftet und nach einer dreimonatigen Inhaftierung erfolgte seine Freilassung.

Hermann Josef Abs war maßgeblich am Aufbau der Bundesrepublik Deutschland seit deren Konstituierung 1949 beteiligt, u.a. in der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Zu seinen wesentlichen Leistungen in den Anfangsjahren der Bundesreoublik gehört die Regelung der deutschen Auslandsschulden. Die Verhandlungen darüber führten am 27.02.1953 zum Abschluß des Londoner Schuldenabkommens.

1952 nahm Hermann Josef Abs seine Tätigkeit in der Deutschen Bank wieder auf, zunächst in der Süddeutschen Bank (Frankfurt), einem der drei Nachfolgeinstitute der Deutschen Bank neben der Norddeutschen Bank (Hamburg) und der Rheinisch-Westfälischen Bank (Düsseldorf). Nachdem er zehn Jahre lang Sprecher des Vorstands der 1957 wieder vereinten Deutschen Bank gewesen war, wurde er 1967 zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt.

Von 1976 bis zu seinem Tod wirkte er als Ehrenvorsitzender der Deutschen Bank. Seit 1955 gehörte Abs dem Ritterorden vom Heiligen Grab in Jerusalem an, von 1968 bis 1971 dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken.

Hermann Josef Abs starb am 05.02.1994 in Bad Soden am Taunus.


Zitate von Hermann Josef Abs


Die Aphorismen dieses Autoren dürfen auf Grund der Beschränkungen durch das Urheberrechtsgesetz erst nach dem 05.02.2064 veröffentlicht werden!


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