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Maximilian Oskar Bircher-Benner

* 22.08.1867 - † 24.01.1939


Maximilian Oskar Bircher wurde am 22. August 1867 als Sohn des Notars Heinrich Bircher und dessen Ehefrau Berta geb. Krüsi in Aarau geboren.

Bereits in seiner Kindheit interessierte er sich für Medizin. Nach Erlangung der Matura an der Alten Kantonsschule Aarau begann Bircher

1885 das Medizinstudium und studierte in Wien, Dresden, Berlin und Zürich. Bereits während seines Studiums beschäftigte er sich mit Naturheilkunde, Hydrotherapie und Diätetik.

Nach Beendigung des Studiums und seiner Promotion 1891, eröffnete Bircher noch im selben Jahr eine Praxis als praktischer Arzt in Zürich.

1893 heiratete er Elisabeth Benner, die Tochter eines Apothekers aus dem Elsass, die eine ansehnliche Mitgift in die Ehe brachte.

Während der Behandlung einer magenkranken Patientin kam Bircher-Benner auf die Idee, eine Rohkost-Diät zu entwickeln, die er auch im Selbstversuch testete, als er an Gelbsucht erkrankte. Der bekannteste Bestandteil seiner Diät, die als Vollwertkost zu bezeichnen ist, war das Bircher-Müsli.

1897 war aus der Praxis bereits eine kleine Privatklinik für Diätetik und physikalische Heilmethoden geworden.

1903 veröffentlichte Bircher-Benner die Schrift Grundzüge der Ernährungstherapie auf Grund der Energetik. In der er seine These, dass nicht der Gehalt an Nährstoffen für die Qualität der Nahrungsmittel entscheidend ist, sondern die in ihnen auf eine nicht näher bezeichnete Weise gespeicherte Sonnenenergie.

Bei Medizinern und Naturwissenschaftlern stieß Bircher-Benners Ernährungslehre ("Sonnenlichtnahrung") bereits in der Zeit ihrer Entstehung auf Skepsis und Ablehnung, da sie biochemischen Erkenntnissen widersprach. Auch seine Theorie, dass rohe Nahrungsmittel wertvoller seien als gekochte und pflanzliche Nahrung wertvoller als Fleisch, widersprach den damals vorherrschenden Ansichten zur Ernährung, die unter anderem von Justus Liebig entwickelt wurden. Konservierte und behandelte Lebensmittel lehnte Bircher-Benner ab. Das Müsli bezeichnete er als "Apfeldiätspeise", kurz "d'Spys". Dieses Rohkostgericht war an die Nahrung der Schweizer Alphirten angelehnt, deren Lebensweise Bircher-Benner für besonders gesund hielt.

Als Arzt beschäftigte er sich nicht nur mit der Ernährung, sondern entwickelte auch eine Ordnungstherapie für seine Patienten.

1904 eröffnete Bircher-Benner das Sanatorium "Lebendige Kraft" auf dem Zürichberg, das bereits 1913 ausgebaut wurde.

Seinen Patienten verordnete er bereits vor dem Frühstück einen Spaziergang, darüber hinaus gab es ein Programm zur "körperlichen Ertüchtigung" mit Bewegungs- und Hydrotherapie, Turnen und Gartenarbeit sowie Liegekuren. Um 21 Uhr begann die Nachtruhe.

Thomas Mann war Kurgast bei Bircher-Benner, und bezeichnete in einem Brief das Sanatorium als "hygienisches Zuchthaus" und ließ sich hier für seinen Roman "Der Zauberberg" inspirieren. Weitere Kurgäste waren beispielsweise Rainer Maria Rilke, Hermann Hesse und Wilhelm Furtwängler.

Während des Ersten Weltkrieges sank die Patientenzahl im Sanatorium stark, nahm jedoch in den 1920er Jahren wieder zu. 1923 gründete Bircher-Benner die Zeitschrift "Der Wendepunkt im Leben und im Leiden".

Bircher-Benner eröffnette noch kurz vor seinem Tod ein "Volkssanatorium" in Zürich, das ebenso nach seinen Grundsätzen geführt wurde.

Bircher-Benner starb am 24. Januar 1939 im Alter von 71 Jahren an einer Herzkrankheit.

Zwei seiner Söhne führten die Klinik nach seinem Tod fort, bis diese 1973 in den Besitz des Kantons Zürich überging. Infolge mangelnder Auslastung wurde die Bircher-Benner-Klinik 1995 geschlossen.


Zitate von Maximilian Oskar Bircher-Benner

Insgesamt finden sich 3 Texte im Archiv.


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