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Heinrich Böll

* 21.12.1917 - † 16.07.1985


Heinrich Böll wurde am 21. Dezember 1917, als 6. Kind des Schreinermeisters und Holzbildhauers Viktor Böll und dessen Frau Maria in Köln geboren. Seine Familie stammt väterlicherseits aus einer Schiffszimmerfamilie, die vor Jahrhunderten aus religiösen Gründen aus England emigrierte und sich am Niederrhein in Xanten niederließen und mütterlicherseits aus einer Bauern- und Bierbrauerfamilie.

1921 zog die Familie aus der südlichen Altstadt in den ländlichen Vorort Köln-Raderberg in ein eigenes Haus. Heinrich Böll besuchte von 1924 bis 1928 die Volksschule und im Anschluss daran das staatliche humanistische Kaiser - Wilhelm - Gymnasiums in Köln. In Folge der Weltwirtschaftskrise 1929 geht es den Bölls nicht viel besser als einem der drei Millionen Arbeitslosen, und auf Grund des Geldmangels musste die Familie im Frühjahr 1930 das erst 1921 bezogene Haus wieder verkaufen und zog in die Kölner Südstadt zurück.

Am 30. Januar 1933 wird Hitler Reichskanzler und der Nazi-Terror breitet sich auch in Köln aus. In der Wohnung der Familie Böll finden zu dieser Zeit illegale Treffen katholischer Jugendverbände statt. 1936 beginnt Böll schriftstellerisch tätig zu werden und schreibt einige kurze Erzählungen und Gedichte.

Böll macht 1937 sein Abitur und beginnt, ohne großes Interesse, eine Buchhändlerlehre in Bonn, die er jedoch schon ein dreiviertel Jahr später wieder abbricht. Er hatte seine Ausbildung hauptsächlich begonnen, um sich vor der Einberufung zum Reichsarbeitsdienst zu drücken, musste aber im Herbst 1938 letztendlich doch zum Reichsarbeitsdienst. Im Frühjahr 1939 war dieser vorbei und im Sommer 1939 immatrikuliert Böll an der Universität Köln.

Kurz vor dem Ausbruch des II. Weltkrieges, den er in einer Kaserne in Osnabrück erlebt, wurde Heinrich Böll im Juli 1939 zur deutschen Wehrmacht einberufen.

Nach dem Sieg über Frankreich wurde Heinrich Böll als Infanterist an der Ost- und Westfront eingesetzt und war unter anderem in Frankreich, Polen, in der Sowjetunion, in Rumänien und Ungarn stationiert. Während dieser Zeit schreibt Heinrich Böll fast täglich einen Brief an die Familie und an Annemarie Cech mit der er seit sechs Jahren befreundet ist und die er 1942 heiratet.

Im November 1944 wurde Köln total ausgebombt, sodass Bölls Familie und dessen Frau in einem Hotelzimmer in Ahrweiler leben mussten, wo während eines Tieffliegerangriffs seine Mutter an den Folgen eines Herzinfarktes starb.

Heinrich Böll versucht während des Krieges, in dem er viermal verwundet wurde, der Kriegsmaschinerie zu entkommen und schrieb zunächst Freistellungsgesuche und später entzieht er sich durch simulierte Krankheiten oder gefälschte Urlaubsscheine dem Dienst. Vom 9. April bis zum 15. September 1945 geriet Heinrich Böll in englische und amerikanische Kriegsgefangenschaft. Wiederum durch die Simulation einer Krankheit gelang es ihm in die Gruppe der Arbeitsunfähigen zu kommen und als das Lager an die Franzosen übergeben wurde mit dieser Gruppe nach England zu kommen.

So kehrte Böll schon Anfang November 1945 nach Köln zurück und half nun beim Aufbau des Hauses. Heinrich Böll immatrikuliert erneut an der Universität Köln, was er jedoch nur tat, um sich testieren zu lassen, damit er einen Arbeitsnachweis hatte, denn nur so konnte er eine Lebensmittelkarte bekommen. Tatsächlich arbeitete er in der Schreinerei seines Bruders als Hilfsarbeiter, und seine Frau begann wieder ihren alten Beruf als Mittelschullehrerin auszuüben.

Heinrich Böll begann bald darauf wieder schriftstellerisch tätig zu werden und es entstanden Werke, wie der bisher unveröffentlichte Roman "Kreuz ohne Liebe" und der erst posthum erschienene Roman "Der Engel schwieg" sowie zahlreiche Kurzgeschichten. Von letzteren schickt Böll im März 1947 seine ersten an verschiedene Zeitungen und Zeitschriften. Heinrich Böll lässt sich zu dieser Zeit für ein Semester von der Universität beurlauben, dass er jedoch im Anschluss nicht wieder aufnimmt. Ebenfalls 1947 wird sein erster Sohn Raimund geboren.

Im Juni 1948 erhält Böll Vorschüsse auf Kurzgeschichten, insgesamt sechshundert Reichsmark, die jedoch durch die Währungsreform wertlos werden. Ebenfalls in diesem Jahr wird sein zweiter Sohn René geboren.

1949 veröffentlicht Heinrich Böll sein erstes Buch, die Erzählung "Der Zug war pünktlich", im Middelhauve Verlag. Da die Honorare der Veröffentlichungen nicht zum Leben reichten, war er mehrmals drauf und dran mit der Schriftstellerei aufzuhören und um noch einen anderen Verdienst zu haben, bewarb er sich auf verschiedene Stellen unter anderem beim Rundfunk.

1950 kam sein dritter und letzter Sohn Vinocent zur Welt. Von 1950 bis 1951 arbeitete er als Hilfsangestellter beim statistischen Amt der Stadt Köln und wurde anschließend freier Schriftsteller. Im gleichen Jahr folgt Heinrich Böll einer Einladung zu einer Tagung der "Gruppe 47" in Bad Dürkheim und erhält den Preis der "Gruppe 47" für die Erzählung "Die schwarzen Schafe".

1952 hat Heinrich Böll den Vertrag des Middelhauve Verlags mit dessen Zustimmung gelöst, und unterschrieb statt dessen einen Vertrag mit dem Verlag Kiepenheuer & Witsch. In diesem Jahr wurde er für seinen im vorherigen Jahr erschienenen Roman "Wo warst du, Adam?"(1951) mit dem "Rene SchickeIe Preis" ausgezeichnet.

Im darauf folgendem Jahr hatte Heinrich Böll seinen ersten finanziellen Erfolg mit dem Roman "Und sagt kein einziges Wort". In seiner Arbeit wendet sich Böll jetzt mehr den Gegenwartsproblemen der Bundesrepublik Deutschland zu und bezieht in den entstehenden Essays Stellung zur politischen Situation der jungen Republik.

In diesem Jahr wurde Heinrich Böll Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt und erhielt den "Kritikerpreis für Literatur", die "Ehrengabe des Kulturkreises im Bundesverband der deutschen Industrie" und den "Erzählerpreis des Süddeutschen Rundfunks".

Nachdem seine Familie 1954 in Müngersdorf, einem Vorort von Köln, in ein eigenes Haus umzog, reiste Böll erstmals nach Irland und von dieser Reise wurden einige tagebuchartige Aufzeichnungen in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" abgedruckt und ebenfalls in diesem Jahr wird er mit dem Preis der "Tribune de Paris" ausgezeichnet.

1955 erhält Heinrich Böll für den im Jahr zuvor erschienenen Roman "Haus ohne Hüter" den Preis der französischen Verleger für den besten ausländischen Roman. Heinrich Böll wird Mitglied des PEN-Zentrums der Bundesrepublik.

Gemeinsam mit 104 Persönlichkeiten des kulturellen Lebens, darunter unter anderem auch Albert Camus, Pablo Picasso, Arthur Köstler und Jean-Paul Sartre, beteiligt er sich 1956 an einem Aufruf gegen das Vorgehen der Sowjetunion beim Aufstand in Ungarn und gegen die Intervention Großbritanniens und Frankreichs in Ägypten (Suez-Krise). In diesem Jahr reiste Böll nach Polen und erstmals nach Schweden.

1957 erscheint sein "Irisches Tagebuch" und im darauf folgendem Jahr wurde ihm der "Eduard-von-der-Heydt-Preis" der Stadt Wuppertal und der "Preis der Bayrischen Akademie der schönen Künste" verliehen. Ein bereits angekündigter Beitrag Heinrich Bölls, der "Brief an einen jungen Katholiken" darf wegen seiner massiven Kritik am deutschen Nachkriegskatholizismus nicht im Rundfunk gesendet werden. In diesem Jahr erscheinen "Dr. Murkes gesammeltes Schweigen und andere Satiren" und in Dugort an der Westküste Irlands kaufte sich Heinrich Böll ein Haus.

Heinrich Böll wurde 1959 Mitglied der Akademie der Wissenschaft und der Literatur in Mainz. In diesem Jahr gehört Heinrich Böll zu den Mitbegründern der Germania Judaica, der Kölner Bibliothek zur Geschichte des deutschen Judentums. Ebenfalls 1959 erscheint der Roman "Billard um halbzehn" und er erhält den "großen Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen".

In den folgenden Jahren setzt sich Böll stärker mit dem Zustand der katholischen Kirche in der Bundesrepublik auseinander, der er politische Einseitigkeit vorwirft. Heinrich Böll wird 1960 Mitherausgeber der Zeitschrift "Labyrinth" in der versucht wird, auf christlicher Basis einen Gegenentwurf zum bestehenden gesellschaftlichen und politischen System zu formulieren. In diesem Jahr stirbt Bölls Vaters in Köln.

Nach dem Bau der Berliner Mauer kommt es 1961 zu einer heftigen Kontroverse über das Engagement der Schriftsteller als "Gewissen der Nation" und in einem Appell von dreiundzwanzig Schriftstellern an die UNO fordert man von dieser ganz Berlin zu deren Sitz zu machen. Heinrich Böll wird der "Literaturpreis der Stadt Köln" verliehen.

1962 erscheinen die beiden Erzählungen "Als der Krieg ausbrach" und "Als der Krieg zu Ende war" und sein im Jahr zuvor verfilmtes erstes Drehbuch "Irland und seine Kinder" wird als Theaterstück uraufgeführt.

Ende September 1962 reist Heinrich Böll gemeinsam mit den Schriftstellern Rudolf Hagelstange und Richard Verlach erstmals in die Sowjetunion und besucht die Städte Moskau, Jasnaja Poljana und Leningrad sowie das Tolstoi-Haus. In diesem Jahr wurde die erst seit zwei Jahren erscheinenden Zeitschrift "Labyrinth" nach dem sechsten Heft wegen zu geringen öffentlichen Interesses wieder eingestellt. In seinem 1963 erschienenen Roman "Ansichten eines Clowns" versuchte er die Idee seiner Zeitschrift fortzusetzen und wurde von den Katholiken heftig kritisiert.

Das politische Engagement Heinrich Bölls wurde in den folgenden Jahren immer stärker und es erscheinen zahlreiche essayistischen Schriften und Reden. 1964 hält Heinrich Böll vier Vorlesungen zur Poetik an der Frankfurter Universität, in denen er seine "ästhetik des Humanen" entwickelt. In diesem Jahr erscheint die programmatische Erzählung "Entfernung von der Truppe".

1965 wendet sich Heinrich Böll in der Presse gegen massive Angriffe von DDR-Zeitungen auf den Lyriker und Liedermacher Wolf Biermann und für den Roman "Ansichten eines Clowns" erhält er den "Premio de IsoIa d’ Elba". Im August diesen Jahres reiste Heinrich Böll zum zweiten Mal in die Sowjetunion.

1966 erscheint die umfangreiche Erzählung "Ende einer Dienstfahrt" und Heinrich Böll hält während der Einweihung zur Eröffnung des Wuppertaler Schauspielhaus, seine Rede "Die Freiheit der Kunst". Im darauf folgenden Jahr wird ihm der "Georg-Büchner-Preis der Deutschen Akademie der Sprache und Dichtung" verliehen und er gewann den 1. Preis des internationalen Wettbewerbs für humoristische Kurzgeschichten Alekko. Heinrich Böll erkrankt 1967 an Hepatitis und Diabetes und ist monatelang bettlägerig.

1968 erhielt Heinrich Böll gemeinsam mit Louis Aragon und Jean-Paul Sartre eine Einladung durch den tschechoslowakischen Schriftstellerverband zum Besuch der CSSR um sich hier über die demokratische Entwicklung zu informieren. Im August 1968 nimmt Heinrich Böll die Einladung in die CSSR an und wird am 21. August 1968 Augenzeuge der Invasion der CSSR durch den Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes, der das Ende der Demokratisierungsversuche der Regierung Dubcek und des "Prager Frühlings" bedeutete.

Auf der Gründungsversammlung des Verbandes deutscher Schriftsteller 1969 hält Heinrich Böll seine Rede zum "Ende der Bescheidenheit". Im Mai diesen Jahres wurde der Fernsehfilm "Der Dichter und seine Stadt - Fjodor Michailowitsch Dostojewski und Petersburg" gesendet, dessen Text von Heinrich Böll stammt.

Mit dem Regierungsantritt des Sozialdemokraten Willy Brandt sieht Böll, insbesondere in der "neuen Ostpolitik", eine stärker auf moralischen Grundlagen aufbauende Politik. Die innenpolitische Situation wird jedoch durch den aufkommenden Terrorismus immer angespannter.

Auf dem 1. Schriftstellerkongress des Verbandes deutscher Schriftsteller 1970 spricht Heinrich Böll, in Anwesenheit von Willy Brandt, über die "Einigkeit der Einzelgänger" und wurde zum Präsidenten des PEN-Zentrums der Bundesrepublik gewählt und hatte dieses Amt bis 1972 inne. Ebenfalls in diesem Jahr wurde Bölls Schauspiel "Aussatz" in Aachen uraufgeführt.

Heinrich Böll reist 1971 erstmals in die USA und ist Organisator eines Aufrufs an die amerikanische Öffentlichkeit wegen des Prozesses gegen die amerikanische Bürgerrechtlerin Angela Davis. Heinrich Böll wird in diesem Jahr zum Präsidenten des Internationalen PEN gewählt und hat dieses Amt insgesamt drei Jahre inne. Ebenfalls 1971 erscheint der Roman "Gruppenbild mit Dame".

1972 ist der Terrorismus schon zu einem großem Problem geworden und Heinrich Böll wird gemeinsam mit anderen Intellektuellen durch einige Politiker der CDU/CSU und der diesen nahe stehenden Presseorganen zu "Ziehvätern des Terrorismus" erklärt. Die Sicherheitsmaßnahmen der Bundesrepublik wurden verstärkt und im Juni wurde bei einer Großfahndung nach Terroristen auch Bölls Haus in der Eifel durchsucht. Heinrich Böll reiste 1972 trotzt der politischen Unruhe nach Griechenland und Israel und am 10. Dezember wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen.

1973 erhielt Heinrich Böll die Ehrendoktorwürde der Universitäten Dublin, Birmingham und Uxbridge und angesichts der zunehmenden Verfolgung von Schriftstellern und Intellektuellen in aller Welt fordert Böll die Politiker in Ost und West auf, "endlich das heuchlerische Konzept der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten aufzugeben".

Im Februar 1974 nahm Heinrich Böll Alexander Solschenizyn, den man zuvor nach massiven Protesten aus der Haft entlassen und aus der Sowjetunion ausgewiesenen hatte, in seinem Landhaus in der Eifel auf. Heinrich Böll wurde Ehrenmitglied der "American Akademie of Arts and Letters" in New York und wird mit der "Carl von Ossietzky Medaille" der Liga für Menschenrechte ausgezeichnet. In diesem Jahr erscheint die Erzählung "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" die im darauf folgendem Jahr von Volker Schlöndorff verfilmt wird.

1976 trat Heinrich Böll aus der katholischen Kirche aus. Nach der Entführung und Ermordung Hanns Martin Schleyers 1977 kommt es erneut zu einer öffentlichen Kampagne gegen Böll und andere Intellektuelle. Ebenfalls in diesem Jahr feierte der Film "Gruppenbild mit Dame" Premiere.

Als Mitglied eines internationalen Komitees bittet Heinrich Böll 1978, den südkoreanischen Präsidenten "im Namen der Menschlichkeit" um die Freilassung des seit Jahren in einer Einzelzelle festgehaltenen Autors Kim Chi Ha.

1979 schließt sich Heinrich Böll einer von dem Journalisten Rupert Neudeck gründeten privaten Hilfsorganisation "Ein Schiff für Vietnam" an, deren Ziel es ist, mit einem gecharterten Schiff in Seenot geratene Vietnamflüchtlinge zu retten. Heinrich Böll reist im August 1979 in die Sowjetunion zu einem Besuch in Moskau. In diesem Jahr lehnte Heinrich Böll die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes durch den Bundespräsidenten ab. Ebenfalls 1979 erscheint der Roman "Fürsorgliche Belagerung".

Auf seiner Reise im Dezember 1979 nach Ecuador musste er in Quito wegen einer plötzlichen Gefäßerkrankung am rechten Bein operiert werden. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland Anfang 1980 musste er erneut operiert werden, wobei Teile des rechten Fußes amputiert werden mussten. Der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt besuchte ihn am Krankenbett.

Politisch engagiert Heinrich Böll sich jetzt verstärkt für die Friedensbewegung und unterstützt die Partei der "Grünen". Nach einem Gespräch mit einer bolivianischen Frauendelegation spricht sich Böll dafür aus, die Bundesregierung solle sich umgehend bei den Vereinten Nationen für eine internationale Kommission zur Untersuchung der Lage in Bolivien nach dem Militärputsch einsetzen.

1981 erscheint Bölls erster größerer biographischer Text "Was soll aus dem Jungen bloß werden". Heinrich Böll unterstützt den "Krefelder Appell" für Frieden und Abrüstung sowie den Appell der Schriftsteller Europas gegen die Neutronenbomben und die Nachrüstung und hält am 10. Oktober 1981 auf der ersten großen Friedensdemonstration vor ca. 300.000 Menschen in Bonn eine Rede.

Nachdem Heinrich Böll den Russen Lew Kopelew und dessen Frau 1981 nach Deutschland eingeladen hatte, wurden diese aus der Sowjetunion verbannt und wohnten seitdem in Köln. Wenig später fällt ein Teil von Bölls Landhaus in der Eifel einer Brandstiftung zum Opfer.

1982 verstirbt Heinrich Bölls ältester Sohn Raimund. Während einer Pressekonferenz in Bonn protestiert Heinrich Böll 1982 gegen die innenpolitischen Zustände in Polen und das dortige Militärregime. Auf dem Internationalen Schriftsteller-Kongress für Frieden in Köln hielt Böll zum Thema "Die Feindbilder der Völker" eine Rede. Im gleichen Jahr erwarb die Stadt Köln Heinrich Bölls Archiv. Nach einigen Querelen um den Text der Beschlussfassung verleiht der Rat der Stadt Köln Heinrich Böll im November das Ehrenbürgerrecht, und vom Land Nordrhein-Westfalen wird ihm ein Professorentitel verliehen.

In einem offenen Brief an den sowjetischen Parteichef Andropow fordert Böll 1983, die Verbannung des Nobelpreisträgers Andrej Sacharow aufzuheben. Schriftsteller aus sechs Ländern, unter ihnen auch Heinrich Böll, wenden sich in einer Erklärung gegen die offenkundigen Versuche der US-Regierung die sandinistische Regierung in Nicaragua zu stürzen. Heinrich Böll unterstützt bei den Wahlen die "Die Grünen" und beteiligt sich im September 1983 an der Blockade einer amerikanischen Kaserne.

Heinrich Böll wird 1984 vom französischen Kultusminister Lang zum Commandeur im "Ordre des Arts et des Lettres" ernannt und erhält den dänischen Odin-Preis. Das damit verbundene Preisgeld stiftet er der Organisation "Deutsches Komitee Notärzte".

Aus Anlass des 40. Jahrestages der Kapitulation der deutschen Wehrmacht erscheint 1985 Bölls "Brief an meine Söhne".

Anfang Juli 1985 musste Heinrich Böll erneut zu einer Operation ins Krankenhaus und wurde am 15.Juli entlassen, um sich auf eine weitere Operation vorzubereiten.

Heinrich Böll stirbt am Morgen des 16. Juli 1985 in seinem Haus in dem kleinen Ort Langenbroich und wurde am 19.Juli unter großer Anteilnahme der Bevölkerung, von Kollegen und Politkern, unter ihnen auch Bundespräsident Richard von Weizsäcker, in Bornheim-Merten, in der Nähe von Köln, beigesetzt.


Zitate von Heinrich Böll


Die Aphorismen dieses Autoren dürfen auf Grund der Beschränkungen durch das Urheberrechtsgesetz erst nach dem 16.07.2055 veröffentlicht werden!


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Illustration mit dem Titel: Irisches Tagebuch
"Irisches Tagebuch"
Illustration von © Michael Blümel