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August Bebel

* 22.02.1840 - † 13.08.1913


August Bebel wird am 22. Februar 1840 in Köln-Deutz als Sohn eines preußischen Unteroffiziers geboren. Nach dem frühen Tod seines Vaters, kehrt Bebels Mutter Wilhelmine 1846 aus Köln-Deutz in ihre Heimatstadt Wetzlar zurück. Um ihre Kinder ernähren zu können, muss sie Teile ihres Besitzes verkaufen. 1847 ist die Armut so groß, dass Wilhelmine beschließt, ihre beiden Söhne für das Militärwaisenhaus in Potsdam anzumelden. Sie erhält für jeden ihrer beiden Söhne 15 Silbergroschen. August Bebel besucht zunächst die Militärschule, muss sie aber vorzeitig abbrechen, um Geld zu verdienen, da seine Mutter an Tuberkulose erkrankt ist. Im Juni werden die beiden Brüder in ein Waisenhaus gebracht.

1853 stirbt Johanna Wilhelmine Bebel im Alter von 49 Jahren. August Bebel und sein Bruder werden bei verschiedenen Verwandten untergebracht.

Von 1854 bis 1857 erlernt August Bebel bei dem Wetzlarer Meister Ellenberger das Drechslerhandwerk, im Mai 1857 stirbt sein Meister wodurch Bebels Lehrzeit beendet ist. Bebel geht 1858 auf Wanderschaft durch Süddeutschland und Österreich und verabschiedet sich zuvor von seinem jüngeren Bruder. Eineinhalb Jahre später erfährt Bebel, dass sein Bruder gestorben ist.

Seine Wanderjahre führten ihn nach Leipzig wo er sich 1860 niederlässt. 1861 wird Bebel Mitglied des Gewerblichen Bildungsvereins und setzt sich in der Folgezeit im Selbststudium mit den Schriften von Ferdinand Lassalle (1825-1864) auseinander.

1863 nimmt Bebel am ersten Vereinstag Deutscher Arbeitervereine teil. Ein Jahr später wird Bebel selbständiger Drechslermeister in Leipzig. Bebel wird 1865 Vorsitzender des Arbeiterbildungsvereins und macht im gleichen Jahr die Bekanntschaft mit Wilhelm Liebknecht.

1866 heiratet Bebel in Leipzig die Tochter eines Eisenbahnarbeiters.

Mit Wilhelm Liebknecht, der ihm das marxistische Gedankengut nahe gebracht hatte, gründete er 1866 die Sächsische Volkspartei, als deren Abgeordnete beide ein Jahr später in den Norddeutschen Reichstag gewählt werden.

Bebel wirkt 1867 als Vorsitzender des Verbandes Deutscher Arbeiterverein, der in diesem Jahr Mitglied der Internationalen Arbeiterassoziation (IAA) wird, auf die politische, ideologische und organisatorische Trennung von der liberalen Bourgeoisie hin. August Bebel und Wilhelm Liebknecht gründen 1869 in Eisenach die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP), deren Programm und Statuten von Bebel auf marxistischer Grundlage entworfen wurden.

1871 wird Bebel, der als Experte für Budget- und Militärangelegenheiten galt Mitglied des Deutschen Reichstags, dem er bis zu seinem Tode ohne Unterbrechung angehörte. 1872 wurde seine politische Laufbahn jäh gestoppt, als er gemeinsam mit Liebknecht wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" zu zwei Jahren Festungshaft und zu weiteren neun Monaten wegen " Majestätsbeleidigung " verurteilt wurde. Während der Haft studiert Bebel die Werke von Karl Marx und Friedrich Engels und führt eigene Arbeiten zur Strategie und Taktik der Sozialdemokratie durch.

1875 erscheint "Der deutsche Bauernkrieg", das erste umfangreiche politisch - historische Werk Bebels. Unmittelbar nach seiner Haftentlassung nimmt Bebel in Gotha am Vereinigungsparteitag der beiden großen Organisationen der deutschen Arbeiterbewegung, der SDAP und des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins von Lassalle, zur Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP) teil. Das stark von den Ideen Lassalles geprägte Gothaer Programm der Partei stößt bei ihm auf Kritik, die er jedoch nur zurückhaltend äußert, um die Einheit der Arbeiterbewegung nicht zu gefährden. In der Zeit von 1878 bis 1890, der Zeit der "Sozialistengesetze" wird Bebel im Reichstag zum schärfsten Kritiker der politischen Zustände im Deutschen Reich. Die SAP kann trotz scharfer Repressionen ihre Stimmenzahl bei Reichstagswahlen verdreifachen.

Bebels wichtigstes publizistisches Werk "Die Frau und der Sozialismus" erscheint 1879 illegal in Deutschland und ein Jahr später begegnet er erstmals Karl Marx und Friedrich Engels persönlich. Wegen seiner politischen Betätigung wird Bebel 1881 aus Leipzig ausgewiesen und siedelt nach Dresden über. In den Jahren von 1883 bis 1907 veröffentlicht Bebel rund 100 Beiträge in der politischen Zeitschrift der Sozialdemokratie "Die Neue Zeit".

An der Ausarbeitung des "Erfurter Programms" der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) 1891, wie sich die Partei seit 1890 nennt, ist er maßgeblich beteiligt. 1892 wird Bebel in den Parteivorsitz gewählt und unter seiner tatkräftigen und umsichtigen Führung entwickelte sich die SPD bald zu einer Massenpartei.

Bebel wendet sich 1900 im Reichstag gegen die Intervention des deutschen Imperialismus in China und auf dem Dresdner Parteitag der SPD 1903 bekennt sich Bebel zum revolutionären Marxismus. Von 1909 bis 1913 hält sich Bebel, nach dem Tod seiner Frau, überwiegend in der Schweiz auf und arbeitet an seiner Biographie "Aus meinem Leben". Auf dem Sozialistenkongress in Basel während des Balkankriegs 1912 hält Bebel eine viel beachtete Rede über Frieden und Völkerverständigung.

August Bebel starb am 13. August 1913 im schweizerischen Kurort Passugg an einem Herzleiden. An der Trauerfeier in Zürich nahmen Zehntausende Menschen teil, darunter führende Vertreter sozialistischer Parteien aus zahlreichen Ländern.


Zitate von August Bebel

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