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Ludwig Bechstein

* 24.11.1801 - † 14.05.1860


Ludwig Bechstein wurde am 24. November 1801, als unehelicher Sohn der Johanna Carolina Dorothea Bechstein und eines französischen Emigranten unter dem Namen Louis Dupontreau, in Weimar geboren.

Der große Wendepunkt im Leben des jungen Ludwig trat mit dem viel zu frühen Tode eines Verwandten ein. Der Sohn des anerkannten Natur- und Forstwirtschaftlers Johann Matthäus Bechstein war das einzige Kind der Eheleute gewesen. Ein Freund der Familie legte den Eltern nahe, ein Kind zu adoptieren, um den Schmerz über den Verlust des geliebten Sohnes abzuschwächen. Im Oktober 1810 nahmen Johann Matthäus Bechstein und seine Frau den Jungen mit nach Dreißigacker. Ludwig Bechstein kam noch als Louis Dupontreau in das Haus seines Onkels. Ende 1810 hieß er Louis Bechstein und ab 1811 Ludwig Bechstein. Möglicherweise dürfte in dieser Zeit eine Adoption erfolgt sein, da er erst jetzt den Namen Bechstein erhielt.

Durch seinen Onkel konnte Bechstein das Lyzeum in Meiningen besuchen. Im Herbst 1818 wanderte Ludwig Bechstein in das thüringische Städtchen Arnstadt, um in der Kühnschen Apotheke seine Lehrzeit zu beginnen. Doch schon bald stellte Bechstein fest, dass dieser Beruf seinen Vorstellungen nicht entsprach. Seine Lehrzeit endete 1822, nach vier Jahren, er blieb aber noch für zwei weitere Jahre in Arnstadt als Gehilfe (Provisor).

Im Jahr 1823 erschien von Bechstein ein kleines Bändchen "Thüringische Volksmärchen", allerdings unter dem Pseudonym C. Bechstein. Es war seine erste selbstständig erscheinende Schrift.

Von Ende 1824 bis Anfang 1826 war Bechstein in der Meininger Hofapotheke tätig. Im Jahre 1826 zog er nach Salzungen, um dort in der Schwan-Apotheke als Provisor zu arbeiten. Aber auch hier fand er nicht die Erfüllung im Beruf, die er sich wünschte.

Im März 1829 konnte er sich durch die Förderung des Meininger Herzogs als Nr. 134 an der Universität Leipzig immatrikulieren; nicht nur um Naturwissenschaften zu studieren, sondern Philosophie, Literatur und Geschichte. Bis Ende des Sommersemesters 1830 blieb er in Leipzig und führte im Anschluss seine Studien in München weiter. Hier besuchte er mehr die Kunst- und Altertumssammlungen, und sein Studium galt weniger den akademischen Vorlesungen als dem eigenen Betrachten und Studieren. Sowohl in Leipzig als auch in München arbeitete Bechstein sehr viel. Er schrieb "Die Weisheit der Libussa", den Roman "Das tolle Jahr von Erfurt" und "Luther".

Im August 1831 kehrte Bechstein nach Meiningen zurück und erhielt im November des gleichen Jahres ein Stelle als Kabinettsbibliothekar an der herzoglichen Bibliothek.

Im August 1832 heiratete er die 24jährige Caroline Wiskemann aus Philippsthal an der Werra, die ihm seinen ersten Sohn schenkte. Bereits nach zwei glücklichen Ehejahren starb seine Frau und er heiratete im Mai 1836 erneut. Aus der Ehe mit Therese Schulz aus Untermaßfeld gingen sieben Kinder hervor.

1840 empfing Bechstein aufgrund seiner literarischen Leistungen das Dekret zum Hofrat und 1848 Archivar des hennebergischen Gesamtarchivs. Er gründete 1832 den Hennebergischen Altertumsforschenden Verein.

Ludwig Bechstein starb am 14. Mai 1860 in Meiningen.


Zitate von Ludwig Bechstein

Insgesamt finden sich 19 Texte im Archiv.
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