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Ludwig van Beethoven

* 15/16.12.1770 - † 26.03.1827


Ludwig van Beethoven wurde am 15. oder 16. Dezember 1770 in Bonn, in der Bonnstraße, geboren und am 17. Dezember getauft. Seine Familie stammt aus Marline in Belgien. Beethovens Vater und Großvater waren Musiker am Hof des Kurfürsten von Köln. 1774 zog die Familie nach Köln. Beethovens Großvater, der ebenfalls Ludwig hieß, wurde Kapellmeister am kurfürstlichem Hof. Beethoven erhielt bereits als Vierjähriger seinen ersten Unterricht im Klavier- und Geigenspielen und vielleicht sogar im Bratschenspiel von seinem ehrgeizigen Vater, der ihn zwang, auf dem Stuhl stehend, bis in die Nacht Klavier spielen zu üben.

Als Beethoven sieben Jahre alt war, veranstaltete sein Vater Johann am 26. März 1778 ein öffentliches Konzert in Bonn. Sein Vater erkannte, dass er sich nach anderen Lehrern für seinen Sohn umschauen musste und suchte bei seinen Kollegen am Hof, besonders beim Organisten Christian Gottlob Neefe (1748 - 98), Hilfe. Dessen Einfluss auf die Entwicklung Beethovens war sehr wichtig, und durch ihn erlangte er sein musikalisches Grundwissen. 1783 wurde Beethoven von seinem Vater von der Schule genommen, um sich ganz der Musik widmen zu können.

1787 ging Beethoven, seinem Langgehegtem Wunsch folgend, nach Wien und wurde dort Schüler Mozarts. Beethoven musste jedoch wieder zurückkehren, als er hörte, dass seine Mutter im Sterben lag. 1790 macht Beethoven die Bekanntschaft mit Joseph Haydn, der auf der Durchreise nach England war. Als Joseph Haydn 1792 nach Wien zurückkehrte, veranlasste dieser beim Kurfürsten die Übersiedlung Beethovens nach Wien um dessen Ausbildung zu übernehmen. Da er die Unterstützung von Graf Ferdinand von Waldstein fand, kehrte Beethoven im November 1792 nach Wien zurück um bei Haydn zu studieren.

Beethovens Lehrer Mozart war ein Jahr zuvor gestorben und einige Monate später starb auch sein Vater Johann, dessen Tod ihn in Geldschwierigkeiten brachte. Haydn versuchte ihm zu helfen, da der jedoch wieder nach London reisen wollte, konnte er Beethoven keinen weiteren Unterricht mehr geben. Beethoven beschloss jedoch in Wien zu bleiben und ließ erste Kompositionen veröffentlichen, wodurch der Wiener Adel auf ihn aufmerksam wurde.

In dieser ersten Schaffensperiode (ca. 1795 bis 1803), in der sich Beethoven mit der höfischen Musik Mozarts und Haydns auseinandersetzt, entstehen u.a. Klaviersonaten ("Pathetique", "Mondscheinsonate"), die ersten Klavierkonzerte sowie die Sinfonien Nr.1 und 2.

In den ersten Jahren seines Aufenthalts in Wien reiste Beethoven oft in die ländliche Umgebung von Wien. Anfang 1796 unternahm Beethoven mit dem Fürsten Lichnowsky eine Reise nach Prag. Nach seiner Rückkehr unternahm Beethoven Konzertreisen nach Leipzig, Dresden und Berlin, wo er dem König von Preußen vorspielte. Von adligen Mäzenen finanziell abgesichert, widmet sich Beethoven, der seit 1796 von einem fortschreitenden Gehörleiden geplagt ist, zunehmend der Komposition. Im Mai 1809 starb Beethovens Lehrer Joseph Haydn nachdem Beethoven der musikalische König von Wien wurde. Im Sommer 1811 reiste Beethoven nach Bad Teplitz wo er 1812 die Bekanntschaft mit Johann Wolfgang von Goethe macht.

In der Zeit von 1804 bis 1816, in der sich Beethoven mit der Französischen Revolution und die Emanzipation der Subjektivität von gesellschaftlichen und musikalischen Konventionen auseinandersetzt, entstehen unter anderem die Sinfonien Nr.3 bis 8, die Konzertouvertüren, das Violinkonzert und die Oper "Fidelio".

1815 starb Beethovens Bruder Caspar Anton Carl Beethoven und das Voranschreiten seines Gehörleidens machte die Verständigung mit seiner Umwelt zu einem Problem. Beethoven versuchte sich zunächst mit einem Hörrohr zu verständigen und ließ, um überhaupt noch einen verschwommenen Ton zu hören, die Saiten seines Flügels vervierfachen. Sein Gehörleiden führte letzten Endes zur völligen Taubheit und machten es ihm so unmöglich seine Stücke selbst zu dirigieren oder zu spielen. Beethoven konnte sich nur noch schriftlich mit seiner Umwelt verständigen und hielt sich seit Herbst 1826 bei seinem Bruder in Gneixendorf auf.

In den Werken seiner letzten Schaffensperiode von 1817 bis 1827, sucht Beethoven den Individualismus zugunsten eines "objektiven", allgemeingültigen Ideals zu überwinden. "Missa solemnis" und die 9. Sinfonie komponiert er in völliger Taubheit.

Ludwig van Beethoven starb am 12. März 1827 im Alter von 56 Jahren in seinem Haus in Wien. Ludwig van Beethoven litt nicht wie von vielen Musikhistorikern angenommen an Syphilis, sondern starb an einer bislang noch nicht geklärten Bleivergiftung. Aufgrund einer Haaranalyse, man hatte ihm unmittelbar nach seinem Tod eine Haarlocke abgeschnitten, wurde zudem festgestellt, dass Beethoven keinerlei Opiate oder andere Mittel eingenommen hatte, die ihm das schmerzvolle Ende erleichtert hätten.


Zitate von Ludwig van Beethoven

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