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Henri Bergson

* 18.10.1859 - † 04.01.1941


Henri Bergson wurde am 18. Oktober 1859, als Sohn eines polnischstämmigen jüdischen Vaters (dessen ursprünglicher Namen Berekson war) und einer englischen Mutter, die aus einer irischen jüdischen Familie stammte, in Paris geboren.

Seine frühe Kindheit verlebte er überwiegend in London, bevor er im Alter von 8 Jahren wieder nach Paris zurück kam.Hier besuchte er von 1868 bis 1878 das Lycée Fontaine (heute Lycée Condorcet), wo er 1877 den Schulpreis für Mathematik erhielt mit einer Problemlösung, die er anschließend sogar in einer mathematischen Fachzeitschrift veröffentlichen durfte. Dennoch entschied er sich nach dem Baccalaureat für ein Literatur- und Philosophiestudium und bewarb sich mit Erfolg um einen Studienplatz an der École Normale Supérieure, der Pariser Elitehochschule für die Lehramtsfächer.

Nach dem Examen im Fach Literatur absolvierte er 1881 erfolgreich die Aagrégation für das Amt eines Gymnasialprofessors im Fach Philosophie. Noch im selben Jahr bekam Bergson eine Stelle an einem Gymnasium in Angers zugewiesen. 1883 wurde er nach Clermont-Ferrand versetzt. 1900 nahm Bergson die Professur für Philosophie am Collège de France entgegen.

1884 publizierte Bergson eine Edition von ausgewählten Passagen aus den Werken des Lukrez, der er eine textkritische Studie und Ausführungen über die Philosophie des Autors beifügte und die in der Folgezeit mehrfach nachgedruckt wurde. Zugleich arbeitete er an einer ersten größeren Schrift, die er 1889 unter dem Titel Essai sur les données immédiates de la conscience (Zeit und freier Wille, 1911) an der Pariser Sorbonne als Dissertation veröffentlicht und mit der er großes Interesse unter seinen Philosophenkollegen weckt. Bergson sagt jeglichem Verstandesdenken den Kampf an, da der Verstand mit seinen Begriffen und räumlichen Anschauungsformen das wirkliche, sich ständig in Bewegung befindende Leben in einem falschen Licht zeige. Mit dieser Dissertation wurde er nach erfolgreich absolviertem Prüfungsverfahren zum docteur-ès-lettres promoviert.

1896 wurde "Matière et mémoire" (Materie und Gedächtnis, 1908) veröffentlicht, in dem Bergson die Selektivität des menschlichen Gehirns hervorhebt, und 1900 folgte "Revue de Paris den Essay Le Rire" (Das Lachen, 1914), in der Bergson den Versuch unternimmt die mechanistische Grundlage an Hand der Komödie darzustellen.

1907 erschien sein Hauptwerk "L’Évolution créatrice" (Schöpferische Entwicklung, 1912), in dem er das gesamte Problem der menschlichen Existenz untersucht. Dieses ist für ihn nur in der Kontinuität subjektiv erfahrener Zeit erfassbar. In dem aus Intuition und eigenem Erleben hervorgehenden "élan vital" erscheint das schöpferische, bewusste Leben ebenso wie das Universum. Gegen positivistisch-rationalistische wie mechanisch- deterministische Weltdeutungen hält Bergson an einem Bewusstseinsstrom fest, der sich in der reinen Dauer des Lebens inne wird.

1914 wurde Henri Bergson Mitglied der französischen Akademie und 1921 legte er seine Professur für Philosophie am Collège de France nieder. Henri Bergson wollte sich in den folgenden Jahren internationalen Angelegenheiten, Politik, moralischen Problemen und der Religion zuwenden und trat in die römisch katholische Kirche ein.

1927 wurde Henri Bergson für sein Werk "Schöpferische Entwicklung" der Literaturnobelpreis verliehen.

1932 veröffentlichte er das einzige Buch während der letzten zwei Dekaden seines Lebens, "TLes deux sources de la morale et de la religion" (Die zwei Quellen von Moral und Religion, 1933), in dem er seine eigene Philosophie mit dem Christentum zeichnet. Sein Denken beeinflusste nachhaltig die französische Philosophie und Literatur bis hin zum Existentialismus.

Henri Bergson starb am 4. Januar 1941 in Paris.


Zitate von Henri Bergson

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