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Bruno Bettelheim

* 28.03.1903 - † 13.03.1990


Bruno Bettelheim wurde am 28. März 1903, als Sohn eines Sägewerkbesitzers, in Wien geboren.

Bereits im Alter von 14 Jahren interessierte sich Bettelheim für Psychoanalyse. Während seines Studiums an der Wiener Universität kam Bettelheim schließlich von der Germanistik über die Kunstgeschichte zur Philosophie. Da Bettelheim aber mit einer psychoanalytischen Dissertation in Wien weder in der Psychologie noch in der Philosophie promovieren konnte, schrieb er eine Dissertation über die Kritik der Urteilskraft, also über Kant, mit dem Thema, "Das Problem des Naturschönen und die moderne Ästhetik".

Nach dem Tod seines Vaters 1926, spürte Bettelheim die Verpflichtung seiner Mutter und seiner jüngeren Schwester gegenüber, das Geschäft seines Vaters weiterzuführen. 1930 heiratete Bettelheim in Wien zum ersten Mal, diese Ehe blieb jedoch kinderlos.

Nach dem "Anschluss" Österreichs und dem pompösen Einzug Adolf Hitlers in Wien 1938 wurde Bettelheim im Frühjahr 1938 verhaftet und im Konzentrationslager Dachau interniert, von wo aus man ihn später nach Buchenwald überführte.

Nach seiner zweijährigen Internierung, emigrierte Bettelheim 1939 in die USA. Von 1939 bis 1941 war Bettelheim Forschungsteilnehmer am Projekt "Progressive Education Association" an der Universität von Chicago.

1941 heiratete Bettelheim Trude Weinfeld und seine drei Kinder wurden 1942, 1945 und 1952 geboren.

Von 1942 bis 1944 unterrichtete Bettelheim Psychologie am Rockford College in Illinois und pädagogische Psychologie an der Universität von Chicago. Ebenfalls 1944 erhielt Bettelheim die amerikanische Staatsbürgerschaft.

1944 übernahm Bettelheim die Leitung der Orthogenic School, einer Schule für schwer erziehbare Kinder. Gleichzeitig wird er Assistenzprofessor für Kinder und Jugendpsychologie, -psychiatrie und -pädagogik, dann außerordentlicher Professor und von 1952 an bis zu seiner Emeritierung 1973 ordentlicher Professor dieses Fachgebietes.

In den folgenden Jahren entfaltet Bettelheim eine umfangreiche publizistische Tätigkeit. Mit dem bereits 1943 veröffentlichtem Artikel "Individual and Mass Behavior in Extreme Situations", einer Studie über die Wirkung von übermäßigem Stress auf die Persönlichkeit, basierend auf seine Erfahrungen im Konzentrationslager, erregte Bettelheim erste internationale Aufmerksamkeit.

Bettelheim beschäftigte sich mit den Problemen des autistischen Kindes und mit der Verletzlichkeit des Individuums bei Angst, Not, Bedrohung und Gewalt. Seine bekanntesten Bücher, unter anderem erschienen 1950 "Love Is Not Enough" (Liebe ist nicht genug), 1954 "Truants from Life" und 1967 "The Empty Fortress" (Die Geburt des Selbst), reflektierten sein Interesse an den autistischen Kindern.

1976 veröffentlichte Bettelheim "The Uses of Enchantment" (Kinder brauchen Märchen), in dem er die Bedeutung und Wert von Märchen auf Kinder zeigt. Sein letztes Buch, "Freud's Vienna", erschien 1990.

Er wurde Mitglied verschiedener Gremien und Akademien, unter anderem Gründungsmitglied der US-National Academy of Education. 1973 übergab Bettelheim nach fast dreißigjähriger Tätigkeit die Leitung der Orthogenic School an seine langjährige Mitarbeiterin Jacquelyn Sanders.

Am 13. März 1990 setzte Bruno Bettelheim in einem Altenheim in Silver Spring (US-Bundesland Maryland) seinem Leben selbst ein Ende, nachdem er einen Schlaganfall erlitten hatte.


Zitate von Bruno Bettelheim


Die Aphorismen dieses Autoren dürfen auf Grund der Beschränkungen durch das Urheberrechtsgesetz erst nach dem 13.03.2060 veröffentlicht werden!


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