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Georges Clemenceau

* 28.09.1841 - † 24.11.1929


Georges Benjamin Clemenceau wurde am 28. September 1841 in Mouilleron-en-Pareds, Vendée geboren.

Georges Clemenceau studierte von 1858 bis 1865 zunächst Medizin an der Universität Nantes und in Paris. In Paris wurde er politisch aktiv und gründete mit politischen Freunden seine erste Zeitung "Le Travail". 1880 folgte die Zeitung "La justice", 1897 "L'Aurore", "Le Bloc" und 1913 "L'Homme libre". Er gab sich entschieden antiklerikal und opponierte als entschiedener Anhänger der Republik gegen das Zweite Kaiserreich, weshalb er mehrfach für kurze Zeit verhaftet wurde.

Von 1865 bis 1869 arbeitete er als Journalist und Lehrer an einer Mädchenschule in Stanford, Connecticut, wo er seine frühere Schülerin Mary Plummer 1869 heiratete und mit ihr drei Kinder zeugte. Die Ehe wurde nach sieben Jahren geschieden.

1870 kehrte er nach Frankreich zurück und wurde am 5. September 1870 Bürgermeister von Montmartre (Paris). Am 8. Februar 1871 erfolgte seine Wahl in die Nationalversammlung als Abgeordneter der Radikalsozialisten. In der Nationalversammlung stimmte er gegen den Friedensvertrag mit dem Deutschen Reich. Als Antiklerikalist und scharfer Kritiker der Kolonialpolitik durch Jules Ferry erwarb er sich in seiner Partei einen Ruf und wurde zum Profiliertesten Vertreter der politischen Linken im Frankreich seiner Zeit. Aus Protest über die Niederschlagung der Pariser Oppositionsbewegung trat er am 27. März 1871 als Abgeordneter und Bürgermeister zurück.

1876 wurde Clemenceau Vorsitzender der Radikalsozialisten. 1893 verlor er im Zusammenhang mit dem Panamaskandal sein Abgeordnetenmandat. Er wurde nicht wieder gewählt, setzte seine politische Karriere aber dennoch fort.

Während der Dreyfus-Affäre setzte er sich als Eigentümer und Herausgeber der Zeitschrift "L'Aurore" mit für den verleumdeten Offizier ein, gemeinsam mit dem Schriftsteller Émile Zola, dessen berühmtes "J'accuse" 1898 in "L'Aurore" erschien. Mit dieser politischen Erschütterung wurde er wieder zu einem der bedeutendsten Politiker Frankreich und zu einem der wichtigsten Verteidiger Dreyfus'.

Clemenceau wurde 1902 Senator im Oberhaus und 1906 zum Innenminister berufen. Als Innenminister setzte er 1906 das Militär gegen streikende Bergarbeiter im Pas-de-Calais ein, was ihn der Sozialistischen Partei entfremdete, mit der er definitiv in seiner Antwort an Jean Jaurès im Parlament brach.

Von 1906 bis 1909 war Clemenceau Ministerpräsident unter dem bürgerlich-liberalen Staatspräsidenten Armand Fallières (1841-1931). Außenpolitisch versucht er, die französische Vormachtstellung in Marokko auszubauen, und tritt für ein enges Bündnis mit Großbritannien ein. Innenpolitisch war die Einführung der Einkommenssteuer die wichtigste Entscheidung in Clemenceaus erster Amtszeit.

Nach 1909 und während des Ersten Weltkrieges war Clemenceau erneut vor allem als Zeitungsherausgeber aktiv.

Am 16. November 1917 wurde Clemenceau als populärer Kritiker der bisherigen militärischen Führung und als Gegner des sozialistischen Pazifismus zum Ministerpräsidenten und Kriegsminister von Staatspräsident Raymond Poincaré berufen.

Am 21. November 1918 wurde Clemenceau zum Mitglied der Académie Française gewählt.

Bei den Verhandlungen in Versailles trat er zunächst als entschiedener Gegner Deutschlands auf. Durch französische Machtpolitik wollte er die Interessen Frankreichs nachdrücklich gegen deutschen Revanchismus sichern. Neben der Rückgabe Elsaß-Lothringens fordert er hohe Reparationszahlungen, die Annexion des Saargebiets sowie die ständige militärische Besetzung des Rheinlands. Als Großbritannien sich jedoch entschieden gegen eine zu große Schwächung Deutschlands wehrte, gab Clemenceau die Forderungen nach dem Rhein als französischer Ostgrenze auf, um das Bündnis mit den Briten nicht zu gefährden.

Nach einer gescheiterten Kandidatur für das Amt des Staatspräsidenten, er unterlag Paul Deschanel, trat Clemenceau am 20. Januar 1920 als Ministerpräsident zurück. Er zog sich aus dem politischen Leben zurück und wurde Autor politisch-historischer Studien.

Georges Clemenceau starb am 24. November 1929 in Paris.


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