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Émilie du Châtelet

* 17.12.1706 - † 10.09.1749


Gabrielle Émilie Le Tonnelier de Breteuil, Marquise du Châtelet-Laumont wurde am 17. Dezember 1706, als Tochter von Louis Nicolas Le Tonnelier, Baron von Breteuil, und seiner zweiten Frau Gabrielle-Anne de Froulay, in Paris geboren.

Im Pariser Haus ihrer Familie genoss Émilie ein intellektuell offenes Milieu und lernte hier unter anderen Jean-Baptisten Rousseau und Bernard Le Bovier de Fontenelle kennen. Dank ihres Vaters, der ihre Begabung bemerkte, erhielt sie eine vorzügliche klassische Bildung. Sie lernte, getrieben von unbändigem Wissensdurst, moderne und antike Sprachen, Mathematik, Physik, Philosophie, erhielt auch Fecht- und Reitunterricht und wurde zudem am Spinett unterrichtet und lernte Opernarien singen, sowie tanzen und Theater spielen.

Im Alter von sechzehn Jahren wurde sie von ihrem Vater am Hof eingeführt. Sie gefiel sich in den damit verbundenen Aktivitäten und dem Luxus und hatte auch einige kleinere platonische Liebschaften, so zum Beispiel mit dem Marquis de Guébriant oder dem Marschall de Richelieu.

Ihre Suche nach einem passenden Ehemann führte am 12. Juni 1725 zur Heirat mit dem 30jährigen Marquis Châtelet-Lomont, einem erfolgreichen Militär. Sie zog zu ihm nach Semur-en-Auxois, wo er das Amt eines königlichen Gouverneurs innehatte und wo sie mit ihm drei Kinder bekam.

Der Marquis verhielt sich seiner extravaganten, anspruchsvollen Frau gegenüber tolerant und freigebig, duldete auch ihre Affären, die erste mit Richelieu, einem Großneffen des berühmten Kardinals. Als die Liaison mit Richelieu endete, blieb eine für beide förderliche Freundschaft.

Er unterstützte sie bei ihren Studien, vermittelte ihr Gespräche mit bekannten Gelehrten, die den Einladungen in ihren hochgeistigen Salon gern folgten, um mit ihr zu diskutieren. In diese Zeit fiel auch die Bekanntschaft mit dem Mathematiker de Mézières, der ihre Leidenschaft für die Mathematik weckte.

1730 kehrte sie nach Paris zurück und verschaffte sich Zutritt zu den Pariser Clubs und Cafés, in denen eigentlich nur männliche Wissenschaftler zugelassen waren. Die Stadt ergötzte sich an ihren Eskapaden, überall erregte sie Aufsehen.

1733 lernte sie bei einem Souper Voltaire kennen und begann ein Verhältnis mit ihm. Als er, um sich einem Haftbefehl zu entziehen, Paris 1734 verlassen musste, bot sie ihm als Zuflucht ein halbverfallenes Schlösschen ihres Mannes in Cirey-sur-Blaise in der Champagne nahe der holländischen Grenze an. Nachdem sich abzeichnete, dass der Haftbefehl so bald nicht aufgehoben würde, reiste sie ihm schließlich nach. Cirey wurde für die beiden über 15 Jahre hinweg zum Lebensmittelpunkt, auch wenn sie beide häufig reisten und immer wieder Wochen oder Monate an anderen Orten verbrachten.

Die Châtelets waren nicht besonders vermögend, während Voltaire dank einer Erbschaft, geschickter Spekulationen, aber auch seinen Schriften mehr als nur wohlhabend war. Bald nach ihrer Ankunft in Cirey ließ sie, zum Teil nach seinen Ideen und auch mit seinem Geld, das Schlösschen umbauen und einen neuen Flügel anfügen, in dem eine Art naturwissenschaftliches Laboratorium und eine rasch wachsende Bibliothek Platz fanden. Émilie arbeitete unermüdlich und übersetzte die Werke Newtons aus dem Englischen, Vergils Aeneis aus dem Lateinischen. Darüber hinaus experimentierten die beiden zur Optik und zum Phänomen des Vakuums. In einem im Dachstuhl eingerichteten kleinen Theater führten sie Voltaires Theaterstücke auf. Cirey wurde zu einem Treffpunkt von Literaten, Naturkundlern und Mathematikern.

Von Zeit zu Zeit gab Émilie jedoch ihrer Sehnsucht nach dem mondänen Leben nach und reiste nach Paris. Ihre eifersüchtige Liebe verhinderte jahrelang, dass Voltaire den drängenden Einladungen des preußischen Königs folgte, die seine Geliebte nicht einschlossen. Erst nach ihrem Tod verbrachte er einige Jahre in Sanssouci.

Nach einer 16jährigen Beziehung kühlte diese ihrerseits ab. Émilie verliebte sich in den zehn Jahre jüngeren Gardeoffizier Jean-François de Saint-Lambert und wurde schwanger.

Émilie du Châtelet starb am 10. September 1749 im Alter von 43 Jahren, kurz nach der Geburt einer Tochter, in Lunéville.


Zitate von Émilie du Châtelet

Insgesamt findet sich 1 Text im Archiv.


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