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Fjodor Michailowitsch Dostojewski

* 11.11.1821 - † 09.02.1881


Fjodor Michailowitsch Dostojewski wurde am 11. November 1821 als Sohn des Militärarztes und Sozialmediziners Michail Andrejewitsch Dostojewski (*1789) und dessen Frau Maria Fjodorowna (geb. Netschajewa *1800) in einem Nebengebäude des Moskauer Marijinski-Armenhospitals geboren.

Nach dem Tod der Mutter 1837, siedelt Fjodor M. Dostojewski gemeinsam mit seinem älteren Bruder Michail Michailowitsch Dostojewski (*1820) nach St. Petersburg über, um sich auf das Bauingenieur- Studium vorzubereiten. Von 1838 bis 1943 studiert Dostojewski in St. Petersburg an der Ingenieurschule der Militärakademie und beschäftigt sich unter anderem mit der Lektüre von Honoré de Balzac, George Gordon Noel Byron, Miguel de Cervantes Saavedra, Pierre Corneille, Johann Wolfgang von Goethe, Victor Hugo, Nikolai Wassiljewitsch Gogol, Ernst Theodor Amadeus Hoffmann, Homer, Alexander Puschkin, Friedrich Schiller und William Shakespeare. 1839 wird Dostojewskis Vater durch leibeigene Bauern auf dem Landgut der Familie ermordet.

1843 beendet Dostojewski sein Studium und erhält einen Offiziersposten als technischer Zeichner im Kriegsministerium. Schon ein Jahr später entschloss sich Dostojewski freier Schriftsteller zu werden und quittierte seinen Dienst. Noch in diesem Jahr begann Dostojewski mit der Arbeit an seinem Roman "Arme Leute", der 1846 veröffentlicht wurde und ihn auf einen Schlag berühmt macht. 1845 macht er die Bekanntschaft mit Iwan Turgenjew, Nikolai Nekrassow und dem Literaturkritiker Wissarion Belinski.

Seit 1847 war Dostojewski Mitglied des revolutionären Petraschewski-Kreises und wird 1849 wegen angeblich staatsfeindlicher Aktivitäten in diesem (Vorlesung eines "kriminellen Schreibens", welches Belinski an Gogol geschrieben hatte) aufgrund einer Denunziation verhaftet und zum Tode verurteilt. Unmittelbar vor seiner Hinrichtung wurde Dostojewski jedoch durch Zar Nikolaus I. begnadigt und zu vier Jahren Verbannung mit Zwangsarbeit und anschließenden Militärdienst als "gemeiner Soldat" verurteilt. Am 24. Dezember 1849 erfolgte Dostojewskis Deportation nach Tobolsk und vom 23. Januar 1850 war er in Festungshaft in Omsk. Mitte Februar 1854 wurde Dostojewski aus der Festung Omsk entlassen und als Soldat des 7.Grenzbataillons nach Semipalatinsk abkommandiert. Zu dieser Zeit wird Dostojewskis epileptische Erkrankung diagnostiziert und offiziell registriert.

1856 wird Dostojewski zum Offizier befördert und arbeitet an den "Aufzeichnungen aus einem Totenhaus". Am 6. Februar 1857 heiratet Dostojewski Maria Dimitrijewna Issajewa und noch im selben Jahr beantragt er aufgrund schwerer epileptischer Anfälle die Entlassung aus der Armee und eine Aufenthaltsgenehmigung für Moskau. In diesem Jahr erscheint die bereits während der Haft in der Peter-Pauls-Festung entstandene Geschichte "Ein kleiner Held".

1859 beendet Dostojewski seinen Militärdienst in Semipalatinsk und wird als Unteroffizier aus der Armee entlassen. Er kehrt daraufhin nach St. Petersburg zurück, wo er bis zu seinem Lebensende unter geheimpolizeilicher Aufsicht stand.

In der Folgezeit erscheinen Dostojewskis Werke "Onkelchens Traum" (1859), "Das Gut Stepantschikowo und seine Bewohner" (1859) und von 1860 bis 1862 arbeitete er an den "Aufzeichnungen aus einem Totenhaus", einer Darstellung seines Leidensweges durch die Verbannung.

1861 erscheint die erste Ausgabe der Zeitschrift "Die Zeit", die gemeinsam von Dostojewski und seinem Bruder Michail Michailowitsch Dostojewski redigiert wird. In dieser veröffentlicht er in diesem Jahr "Die Erniedrigten und Beleidigten". Dostojewski macht die Bekanntschaft mit Alexander Ostrowski, Iwan Gontscharow, Michail Saltykow-Schtschedrin und Apollon Grigorjew und Apollinaria Suslowa.

1862 reist Dostojewski erstmals ins Ausland unter anderem nach Berlin, Dresden, Köln, Paris, Genf, Florenz, Wien und London wo er die Weltausstellung besucht. Die Eindrücke seiner Reise veröffentlich Dostojewski 1863 in der "Zeit", die wenig später verboten wird. In diesem Jahr unternimmt Dostojewski seine zweite Auslandsreise nach Frankreich, Italien und Deutschland, wo er in Baden-Baden und Bad Homburg der Spielsucht verfällt.

1864 erscheint das erstes Heft der von Dostojewski und dessen Bruder Neugegründeten Zeitschrift "Die Epoche". Am 14. April 1864 stirbt Dostojewskis Frau und am 10. Juli 1864 sein Bruder Michail sowie am 22. Juli sein Mitarbeiter und Freund Apollon Grigorjew. 1865 wird die "Die Epoche" aus finanziellen Gründen eingestellt und Dostojewski arbeitet an den Entwürfen zu "Schuld und Sühne". Seine Heiratsanträge an Apollinaria Suslowa und die Nihilistin Anna Korwin-Krukowskaja blieben erfolglos. Während seiner dritten Auslandsreise ruiniert sich Dostojewski in Wiesbaden und kehrt über Kopenhagen nach St. Petersburg zurück.

1866 veröffentlicht Dostojewski "Schuld und Sühne" und diktiert der jungen Stenographistin Anna Grigorjewna Snitkina in vierundzwanzig Tagen den Kurzroman "Der Spieler", die er im darauf folgendem Jahr heiratet. 1867 flieht Dostojewski vor seinen Gläubigern ins Ausland und nach einem Besuch bei Turgenjew kommt es zum lebenslangen Zerwürfnis zwischen den beiden, weil dieser ihm statt der gewünschten 100 Rubel nur 50 schickt.

1868 erscheint "Der Idiot" in der konservativen Zeitschrift "Der russische Bote". In diesem Jahr trifft Dostojewski ein erneuter Schicksalsschlag als kurz nach der Geburt seiner Tochter Sofija diese in Genf stirbt. Dostojewski unternimmt seinen dritten und letzten Ausflug nach Saxons-les-Bains, wo er im Spielcasino alles verspielt. Die hohen Schulden als Folge seiner krankhaften Spielsucht zwangen ihn zur Ausreise nach Italien wo er sich in Mailand und Florenz aufhält.

1869 reist Dostojewski über Prag nach Dresden. In diesem Jahr wird Dostojewskis Tochter Ljubow geboren und nach seiner Rückkehr nach St. Petersburg 1871 sein Sohnes Fjodor. 1871 erscheinen die beiden ersten Teile des Romans "Die Dämonen" als Vorabdruck im "Russischen Boten" und 1873 werden "Die Dämonen" als Einzelausgabe in drei Bänden veröffentlicht.

Von 1873 bis 1874 arbeitete Dostojewski als Redakteur beim konservativen "Staatsbürger" und publizierte hier das "Tagebuchs eines Schriftstellers". 1874 reiste Dostojewski zu einem Besuch am Grab seiner Tochter Sofija nach Genf. 1875, 1876 und 1879 hielt sich Dostojewski zur Kur in Bad Ems auf. 1875 wurde sein zweiter Sohn Aljoscha geboren der drei Jahre später starb.

1878 besucht Dostojewski zusammen mit dem Philosophen Wladimir Solowjow das Kloster Optina Pustyn, wo er ihm den Plan der Brüder Karamosow darlegt. Der Mönch Amwrossi inspiriert ihn zur Figur des Starez Sossima. 1979 werden die "Brüder Karamasow" im "Russischen Boten" veröffentlicht und am 16. Dezember 1880 wird Dostojewski vom Thronfolger empfangen, dem er ein Exemplar der "Brüder Karamasow" zugesandt hatte.

Am 25. und 26. Januar 1881 erlitt Dostojewski einen Blutsturz infolge eines Lungenemphysems und stirbt am 28. Januar 1881. Zur öffentlichen Trauerfeier am 31. Januar 1881 erschienen ca. 60.000 Trauergäste.


Zitate von Fjodor Michailowitsch Dostojewski

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Illustration mit dem Titel: Rodion Raskolnikoff
"Rodion Raskolnikoff"
Illustration von © Michael Blümel