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Ralph Waldo Emerson

* 25.05.1803 - † 27.04.1882


Ralph Waldo Emerson wurde am 25. Mai 1803 in Boston, Massachusetts, geboren. Sieben seiner Vorfahren waren Minister, und sein Vater, William Emerson, war Minister der ersten Kirche (Unitarian) von Boston.

Zwischen 1812 und 1817 besuchte Ralph Waldo Emerson die Boston Public Latin School, wo man schnell seine literarische Begabung erkannte. Im September 1817 wechselt Emerson an das Harvard College, das er nach seiner Graduierung im August 1821 verlässt. In den drei folgenden Jahren unterrichtete Emerson an einer Schule in Boston.

Am 2. November 1825 nahm Emerson sein Studium an der Harvard Divinity School auf, das er Ende September des darauf folgenden Jahres unterbrach. Am 15. Oktober 1826 hielt er seine erste Predigt in Waltham, Massachusetts. Im Mai 1827 nahm er wieder sein Theologiestudium an der Harvard Divinity School auf, das er im Februar 1829 beendete.

Am 11. März 1829 nahm Emerson sein geistliches Amt an der zweiten Kirche (Unitarian) von Boston auf. Ebenfalls im Jahr 1829 heiratete er Ellen Tucker, die jedoch 17 Monate später starb.

1832 legte Emerson sein Pfarramt aus Gewissensgründen nieder und die Abkehr von der traditionellen Theologie führte ihn dahin, die Natur als göttliche Offenbarung zu sehen. Am Weihnachtstag des Jahres 1832 verließ Emerson die Vereinigten Staaten und begab sich auf eine Reise nach Europa. Emerson blieb einige Zeit in England, während der er die Bekanntschaft mit solch angesehenen britischen Personen wie Walter Savage Landor, Samuel Taylor Coleridge, Thomas Carlyle und William Wordsworth machte. Sein Treffen mit Thomas Carlyle kennzeichnete den Anfang einer lebenslangen Freundschaft.

Nach seinem fast einjährigen Aufenthalt in Europa, kehrte Emerson 1833 in die Vereinigten Staaten zurück. 1834 zog Emerson nach Concord, Massachusetts, um und wurde als Lektor in Boston aktiv. Basierend auf seinem "Journal" (posthum veröffentlich 1909-1914), einer Sammlung von Beobachtungen und Notizen die er während seines Studiums an der Harvard Divinity School begonnen hatte, entstanden während dieser Zeit die Werke, "The Philosophy of History", "Human Culture", "Human Life" und "The Present Age".

Seine ausführlichsten Darstellungen über die Religion fanden sich jedoch in seinem ersten Buch "Natur", das 1836 anonym veröffentlicht wurde, jedoch bald auf ihn zurückfiel. Bis Emerson die Inhalte seiner Transzendentalphilosophie darlegte, fand dieses Buch kaum Beachtung, später wurde es als eine seiner ursprünglichsten und signifikantesten Arbeiten gewertet. Diese idealistische Lehre setzte dem populären Materialismus und den Lebensanschauungen Calvinist, entgegen und äußerte gleichzeitig einen Aufruf für die Freiheit des einzelnen Menschen. Emerson wendete diese Ideen an den kulturellen und intellektuellen Problemen in seinem Vortrag "The American Scholar" an, den er 1837 vor der "Phi Beta Kappa Society of Harvard" hielt und die Amerikaner zu intellektueller Unabhängigkeit aufrief.

Der erste Band von Emerson´s Essays (1841) beinhaltet einige seiner populärsten Arbeiten. Er enthält unter anderem "History", "Self-Reliance", "Compensation", "Spiritual Laws", "Love", "Friendship", "Prudence", "Heroism", "The Over-Soul", "Circles", "Intellect" und "Art" der zweite Band von Essays (1844) inklusiv "The Poet", "Manners" und "Character". Im zweiten Band milderte Emerson den Optimismus des ersten Bandes und legte weniger Nachdruck auf die Person selbst und bestätigt die Einschränkungen des realen Lebens.

Während der Zeit zwischen der Publikation dieser zwei Essaybände, schrieb Emerson für den "The Dial", des Journals der neuen englischen Transzendentalphilosophie, das 1840 von der amerikanischen Kritikerin Margaret Fuller als Herausgeberin gegründet wurde. 1842 übernahm Emerson die Redaktion des Journals, bis 1844 dessen Veröffentlichung eingestellt wurde. 1846 wurde sein erster Gedichtband veröffentlicht (datiert 1847).

Von 1847 bis 1848 unternahm Emerson eine zweite Europareise, während der er zahlreiche Vorträge in England hielt und von Thomas Carlyle herzlich empfangen wurde. Viele dieser Vorträge wurden zusammengefasst und später in dem Buch "Representative Men" (1850), in dem Emerson Essays auf Persönlichkeiten wie den griechischem Philosophen Platon, schwedischem Philosophen Emanuel Swedenborg und französischem Schriftsteller Michel Eyquem de Montaigne veröffentlicht.

Während seiner Reisen sammelte Emerson viele Eindrücke, die später in den "English Traits" (1856), einer Studie der englischen Gesellschaft, veröffentlicht wurden.

Seine Tagebücher geben einen Einblick in sein wachsendes Interesse an den nationalen Themen und nach seiner Rückkehr nach Amerika wurde Emerson in der abolitionistischen Sache aktiv und veröffentlichte zahlreiche gesellschaftliche Studien. Der Essayband "The Conduct of Life" (1860) war ein großer Erfolg und sorgte für sofortige Popularität und beinhaltete "Power", "Wealth", "Fate" und "Culture". Diesem folgte der Gedichtband „May Day and Other Pieces" (1867), der zuvor schon in den Zeitschriften "The Dial" und "The Atlantic Monthly" veröffentlicht worden war.

Von 1872 bis 1873 unternahm Emerson seine dritte und letzte Europareise. In seinen letzten Lebensjahren zog sich Emerson vom gesamten Kulturleben zurück, obwohl er hoch geachtet war und seine Popularität zunehmend stieg. Zu seinen letzten Arbeiten zählen "Society and Solitude" (1870), welches Material aus den letzten Vortagsreisen enthielt, "Parnassus" (1874), einer Sammlung von Gedichten, und "Letters and Social Aims" (1876) sowie "Natural History of Intellect" (1893).

Ralph Waldo Emerson starb am 27. April 1882 in Boston, Massachusetts.


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