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Friedrich II.

* 24.01.1712 - † 17.08.1786


Friedrich wurde am 24. Januar 1712 als ältester Sohn von Friedrich Wilhelm von Hohenzollern und Sophie Dorothea von Hannover, in Berlin geboren. Er war hochbegabt, hatte eine Vorliebe für Musik und französische Literatur und zeigte sich den Ideen der Aufklärung gegenüber aufgeschlossen. Sein Vater, der "Soldatenkönig", der den Interessen seines Sohnes keinerlei Verständnis entgegenbrachte, ließ ihn ab 1716 den französischen Calvinisten de Jandun erziehen.

In den darauf folgenden Jahren wuchsen die Differenzen zwischen Vater und Sohn und gipfelten 1730 in einem Fluchtversuch nach England. Die Flucht des achtzehnjährigen Friedrichs scheiterte. Friedrich kam in Küstrin in Festungshaft, wurde zeitweilig seines Status als Kronprinz enthoben und gezwungen, der Hinrichtung seines Freundes und Fluchthelfers Hans Hermann von Katte beizuwohnen. In den folgenden beiden Jahren diente Friedrich in der Küstriner Kriegs- und Domänenkammer und als Regimentschef in Ruppin und lernte hier die Heeres- und Zivilverwaltung kennen.

1731 unterwirft sich Friedrich schließlich dem Willen seines Vaters und stimmt einer Heirat mit der ungeliebten Elisabeth Christine, der Tochter Ferdinand Alberts II. von Braunschweig, zu. Nach der Eheschließung 1732 war der Konflikt mit dem Vater nach außen hin bereinigt, und Friedrich wurde als Kronprinz rehabilitiert. Im selbigen Jahr wird er Kommandeur des 1. Bataillons des "Regiments Kronprinz" in Ruppin.

1736 zog Friedrich von Neuruppin nach Rheinsberg, wo man für ihn das kleine Landschlösschen zur dreiflügeligen Anlage umgebaut hatte. Hier verbrachte er mit eigener Hofhaltung die folgenden sieben Jahre und widmete sich dem Studium der Philosophie, Geschichte und der Literatur. Während dieser Zeit stand er in Briefwechsel mit dem französischen Schriftsteller und Philosophen François Voltaire. Seit 1738 unterhält Friedrich Kontakte zu den Freimaurern. In einer Abhandlung, die 1739 entstand und von François Voltaire als "Anti-Machiavel" betitelt wurde, widerlegte Friedrich die politischen Lehren des italienischen Staatsmannes und Philosophen Niccolò Machiavelli. In dieser bekannte sich Friedrich zur Lehre vom Gesellschaftsvertrag und stellte die absolutistische Monarchie als beste aller Staatsformen dar. Wonach der Herrscher als der "erste Diener seines Staates" unbeschränkt souverän, aber immer der Wohlfahrt des Volkes verpflichtet sei. In seiner Rheinsberger Zeit lernte Friedrich auch die Staatsführung seines Vaters zu schätzen und söhnte sich mit ihm aus.

Nach dem Tode seines Vaters 1740 trat er die preußischen Thronfolge als Friedrich II. an und begann unverzüglich mit dem Ausbau der preußischen Machtstellung in Europa. Im gleichen Jahr wurde Maria Theresia nach dem Tod ihres Vaters Kaiser Karl VI. Erzherzogin von Österreich. Friedrich forderte von Österreich, unter dem Vorwand bestehender preußischer Teilansprüche, die Abtretung Schlesiens an Preußen. Als Gegenleistung war er bereit, die Pragmatische Sanktion anzuerkennen, auf deren Grundlage Maria Theresia die österreichischen Lande geerbt hatte. Nachdem Österreich abgelehnt hatte, marschierte Friedrich im Dezember 1740 in Schlesien ein und löste damit den Österreichischen Erbfolgekrieg aus. Nach den preußischen Siegen 1741 bei Mollwitz und 1742 bei Chotusitz musste Maria Theresia im Frieden von Breslau Schlesien an Preußen abtreten. 1744 erwarb Friedrich Ostfriesland, nachdem dessen Herrscher ohne Erben verstorben war. 1744 löste Friedrich den zweiten Schlesischen Krieg mit Österreich aus, den er 1745 ebenfalls für sich entscheiden konnte und mit dem er Schlesien für Preußen sicherte. Mit diesen beiden Kriegen hatte sich Friedrich als fähiger Feldherr erwiesen, dem es gelungen war, die Macht Preußens im Reich, besonders gegenüber Österreich, auszubauen.

Ebenfalls im Jahr 1744 schenkte Friedrich seinem Bruder Heinrich das Rheinsberger Schloss. 1745 ließ Friedrich in Potsdam, nach seinen eigenen Entwürfen, durch den Hofarchitekten von Knobelsdorff das Schloss Sanssouci sowie das Neue Palais errichten, und in Berlin baute er als Zeichen seiner religiösen Toleranz die katholische Hedwigskirche. 1750 ist François Voltaire nach einer Einladung Friedrichs zu Gast auf Schloss Sanssouci.

Da er überzeugt war, dass der österreichisch-preußische Dualismus in einem Krieg eskalieren würde, verfolgte er argwöhnisch die österreichische Aufrüstung und Bündnispolitik. 1756 melden Friedrichs Spione aus Dresden, dass innerhalb von 4 Wochen der Angriff erfolgen soll. Der Grosse König erteilt sofort die ersten Angriffsbefehle gegen die Verbündeten Österreich, Russland, Schweden, Sachsen und Frankreich. Dieser Präventivschlag gegen Österreich mit seinem Einmarsch in Kursachsen löste den Siebenjährigen Krieg (1756-1763) aus. Unterstützung erhielt er lediglich in Form von Subsidien durch Großbritannien, das selbst mit Frankreich im Krieg lag. In Kuhnersdorf steht Friedrich kurz vor der Kapitulation, er sammelt das versprengte Regiment "Bernburg". Trotz geschwächten Kräften siegt Friedrich Dank überlegener Taktik, beim Angriff der feindlichen Truppen in unübersichtlichem Gelände bei Torgau.

Nach diesem wechselvollem Kriegsverlauf, in dem Friedrich aufs neue seine hervorragenden Fähigkeiten als Feldherr unter Beweis stellte, konnte sich Preußen schließlich gegen die Übermacht behaupten. Der Friede von Hubertusburg von 1763 sicherte Preußen den territorialen Status quo der Vorkriegszeit, ohne dass eine Entscheidung hinsichtlich der Rivalität zwischen Preußen und Österreich um die Vorherrschaft im Reich getroffen wurde.

1764 verbündete sich Friedrich mit Katharina II. von Russland. Bei der ersten polnischen Teilung 1772 zwischen Österreich, Russland und Preußen erhielt Friedrich Ermland und Westpreußen ohne Danzig und Thorn, womit eine Landverbindung zwischen Brandenburg und Pommern geschaffen war. Im Frieden von Teschen (1779) am Ende des Bayerischen Erbfolgekrieges, einer kurzen Auseinandersetzung mit Österreich gegen die wittelsbachischen Expansionspläne in Süddeutschland, wurden Preußen Ansbach und Bayreuth zugesprochen, Österreich behielt einen Teil des Innviertels. 1785 rief Friedrich gegen die österreichische Vorherrschaft im Reich den Deutschen Fürstenbund ins Leben.

Als Staatsmann widmete sich Friedrich auch dem inneren Ausbau seines Landes. Friedrich setzte die Zentralisierungs- und Bürokratisierungsmaßnahmen seines Vaters fort und bildete ein zu Gehorsam verpflichtetes Beamtentum heran, das über Fachdepartements den Staat effizient verwalten sollte. Er führte ein straff organisiertes merkantilistisches Wirtschaftssystem und eine strenge Steuerpolitik ein. Darüber hinaus förderte er die Landwirtschaft, unter anderem durch Meliorationen, Kolonisation und Umstellung der Produktion. Die Leibeigenschaft wurde, wenn auch nicht abgeschafft, so doch liberalisiert und im Bereich der Bildungspolitik führte Friedrich Verbesserungen in der Lehrerbildung und im Volksschulwesen ein. Im Sinne der preußischen Staatsräson und Machtpolitik baute Friedrich sein Heer aus, sowohl was die Größe als auch was Effizienz und Disziplin betraf. Er inspizierte häufig seine Truppen, kümmerte sich persönlich um die Disziplin seiner Offiziere und Soldaten und verfasste diverse militärische Schriften. Bereits 1747 hatte Friedrich eine reformierte Prozessordnung herausgeben, die unter anderem die Folter abschaffte, und in den neunziger Jahren wurde ein neues "Allgemeines Landrecht für die preußischen Staaten" verabschiedet.

Friedrich der die deutsche Literatur für unbedeutend hielt, zog die französische Sprache und Literatur vor und war selbst ein äußerst produktiver und bedeutender Autor in französischer Sprache. Sein Gesamtwerk wurde zwischen 1846 und 1857 in 30 Bänden herausgegeben. Friedrich liebte die Musik, war ein begabter Flötist und komponierte selbst zahlreiche Stücke für sein Instrument.

Friedrich der Grosse starb am 17. August 1786 in Sanssouci.


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