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Friedrich Fröbel

* 21.04.1782 - † 21.06.1852


Friedrich Wilhelm August Fröbel wurde am 21. April 1782 im Pfarrhaus von Oberweißbach in Thüringen geboren. Sein Vater, Johann Jakob Fröbel übernahm, nachdem er in Jena Theologie studiert hatte, Sub-Diakonus in Rudolstadt und Pfarrer in Elxleben gewesen war, die Pfarrstelle in Oberweißbach.

Friedrich Fröbel war das sechste und letzte Kind der Familie, denn bereits neun Monate nach seiner Geburt, am 07. Februar 1783 starb die Mutter an den Folgen der schweren Geburt und einer Brustkrankheit. So verbrachte er seine frühe Kindheit einsam und sich selbst überlassen im Haus und Garten des Pfarrhauses, am Fuße des Kirchberges.

Als Friedrich Fröbel vier Jahre alt war, heiratete sein Vater in zweiter Ehe Sophie Marie Friederike Otto aus Eisfeld. Die Stiefmutter, die dann ins Haus kam, fand viel Arbeit vor, sodass auch sie kaum Zeit und Verständnis für den kleinen Knaben aufbrachte. Bald bekam sie selbst noch eigene Kinder und zog sich immer mehr von dem kleinen Friedrich zurück, verweigerte ihm sogar das vertraute "Du" und sprach ihn in der dritten Person mit "Sie" an.

Diese Situation änderte sich auch nicht, als Friedrich Fröbel 1789 in die Schule kam. Da sich sein Vater mit dem Leiter der Jungenschule zerstritten hatte, musste Friedrich in die Mädchenschule gehen. Bibellesen und Katechismusunterricht waren hier der Hauptunterrichtsgegenstand. Die für den kleinen Jungen schwer erträglichen Verhältnisse im Elternhaus änderten sich erst, als sein Onkel Johann Christoph Hoffmann, Superintendent in Stadtilm, sich des Jungen erbarmte und ihn zu sich nahm. Vom Herbst 1792 bis zum Frühling 1797 lebte Friedrich Fröbel bei seinem Onkel in Stadtilm und besuchte die dortige Elementarschule.

Nach der Schulentlassung 1797 kam Fröbel wieder nach Oberweißbach zurück und nahm eine Lehre als Rentsekretär, wenig später als Förster in Hirschberg/Saale auf. 1799 erhielt der 17jährige Fröbel nach langem Drängen von seinem Vater die Erlaubnis in Jena Naturwissenschaften studieren zu dürfen. Er studierte aber ohne Ziel und Plan, geriet in Geldnot und wanderte, wegen 30 Talern Schulden die er nicht decken konnte, in den Jenaer Universitätskarzer.

1802 starb sein Vater und Fröbel verließ endgültig sein Elternhaus und Oberweißbach. Dem jäh abgebrochenem Studium folgten vier Jahr Wanderschaft und Ausübung verschiedener Tätigkeiten, unter anderem als Buchhalter, Ökonom und Architekt.

Bis sich der 23 jährige Fröbel entschied, in Frankfurt am Main das Baufach zu studieren. Durch einen Freund wurde Fröbel in eine Gesellschaft junger Erzieher eingeführt, die sich um den Pestalozzi-Anhänger Gottlieb Anton Gruner in Frankfurt /Main gebildet hatte. Dieser riet Fröbel das Baufach aufzugeben und Erzieher zu werden. Noch im Sommer 1805 bekam der junge Fröbel an Gruners Musterschule in Frankfurt am Main eine Stelle als Lehrer und begab sich bereits im Herbst zu einer Bildungsreise in die Schweiz, nach Yverdon zur Wirkungsstätte Pestalozzis.

Um ein weiteres Studium finanzieren zu können übernahm Fröbel 1806 als Hofmeister (Privatlehrer), die Erziehung und Bildung der drei Söhne des Barons von Holzhausen in Frankfurt am Main. Erst 1811 gab er diese Tätigkeit auf, nachdem er von 1808 bis 1810 mit 2 Söhnen des Barons bei Johann Heinrich Pestalozzi in Yverdon in der Schweiz lernte und lehrte.

In den Jahren von 1811 bis 1813 studiert Fröbel in Göttingen und Berlin und hört unter anderem Vorlesungen bei Johann Gottlieb Fichte. 1813 trat Fröbel als Freiwilliger dem Lützower Freikorps bei und kämpfte an der Seite Theodor Körners, Joseph von Eichendorffs und Friedrich Ludwig Jahns. Während seines Dienstes im Lützower Freikorps schloss Fröbel Freundschaft mit Wilhelm Middendorf und Heinrich Langethal, die bis zu seinem Tode dauern sollte. Beide waren seine treuesten Mitarbeiter als er daran ging, seine Erziehungsideen in Keilhau bei Rudolstadt in die Praxis umzusetzen.

Nach der Demobilisierung der Kriegsfreiwilligen des Befreiungskrieges trat Fröbel von 1814 bis 1816 eine Assistentenstelle am Mineralogischen Institut in Berlin, bei dem damals sehr bekannten Mineralogen Professor Weiß, an. Während dieser Zeit nahm er am geistigen und wissenschaftlichen Leben der Neugegründeten Berliner Universität regen Anteil. Unter anderem hörte er Vorlesungen über Pädagogik bei Friedrich Schleiermacher.

1816 rief ihn die Witwe seines verstorbenen Bruders Christoph nach Griesheim / Thüringen, wo er sich um die Erziehung der Söhne kümmerte. Bald kamen noch zwei Söhne seines Bruders Christian hinzu und Fröbel gründete am 13. November 1816 seine "Allgemeine Erziehungsanstalt" in Griesheim / Thüringen, die er im Juni 1817 nach Keilhau bei Rudolstadt verlegte.

Seine verwitwete Schwägerin kaufte dort ein kleines Gut, wo Fröbel die Kinder seiner Brüder und die Neffen von Langethal und Middendorff erziehen wollte. In Verbindung mit der Natur, Feld- und Gartenarbeiten, durch die Anfertigung kleiner Möbelstücke, Zäune und Gerätschaften, die bei der täglichen Arbeit zum Einsatz kamen, begeisterte Fröbel die Kinder fürs Handwerk. Ein Teil des Bedarfes an Lebensmitteln wurde von den Erziehern und Schülern selbst erzeugt.

Am 11. September 1818 heiratete Fröbel Wilhelmine Henriette Hoffmeister (1780 - 1839) in Berlin, die Ehe blieb kinderlos.

In Keilhau arbeitete Fröbel an vielen pädagogischen Werken, so wird 1820 die erste Keilhauer Werbeschrift "An unser deutsches Volk" veröffentlicht. In den Jahren von 1821 bis 1823 werden vier weitere Keilhauer Werbeschriften publiziert und es entstand sein Hauptwerk "Grundzüge der Menschenerziehung", das 1826 veröffentlicht wurde. In Fröbels Keilhauer Anstalt herrschte ein fortschrittlicher Geist, es wurden die Gedanken der Burschenschafter verbreitet und alle Schüler und Erzieher nannten sich "du" und beim Vornamen, trugen lange Haare und die gleiche schlichte Kleidung. Revisionen und Untersuchungen waren die Folge. Preußen forderte vom Schwarburger Fürsten die Schließung dieses Demagogennestes, was zwar nicht gelang, doch die Schüler verließen in Scharen die Anstalt. Doch Fröbel gab nicht auf und hatte neue Pläne.

Mit Hilfe des fortschrittlichen Meininger Herzogs wollte Fröbel 1829 eine Volkserziehungsanstalt in Helba bei Meiningen aufbauen, was jedoch an den Intrigen der Berater des Herzogs scheiterte.

1831 verließ Fröbel Keilhau und ging gemeinsam mit seiner Gattin in die Schweiz, um in Wartensee bei Luzern eine Erziehungsanstalt zu gründen. 1833 siedelt die Anstalt nach Willisau über und ab 1835 übernimmt Fröbel die Leitung des Waisenhauses Burgdorfes. Aber auch hier bekam er Schwierigkeiten und kehrte 1836 enttäuscht mit seiner kranken Frau nach Deutschland zurück.

1837 war Fröbel nach Bad Blankenburg übergesiedelt. Hier gründete er einen Spielkreis für Vorschulkinder und ließ Lehr- und Spielmaterial herstellen. 1839 wurde in Bad Blankenburg von Fröbel die erste "Spiel- und Beschäftigungsanstalt" gegründet und Fröbel begann mit der Ausbildung von Spielführern. Zur gleichen Zeit folgte die Herausgabe des "Sonntagsblattes" unter dem Titel "Kommt lasst uns unsren Kindern leben". Am 28. Juni 1840 gründete Fröbel im Bad-Blankenburger Rathaussaal den "Allgemeinen deutschen Kindergarten". Ebenfalls in diesem Jahr verstarb seine Frau Wilhelmine Henriette.

In den Folgejahren unternahm Fröbel viele Missionsreisen in große Städte Deutschlands, um Interesse für seine Vorschulpädagogik zu wecken. Er hielt Kurse für junge Frauen und Mütter zur Unterweisung in seine Methoden zur Vorschulerziehung ab. 1844 erfolgte die Herausgabe seiner berühmten "Mutter- und Koselieder". 1849 siedelte er nach Bad Liebenstein bei Meiningen über und eröffnete eine ständige Kindergärtnerinnenausbildungsstätte. 1850 brachte Fröbel seine Kindergartenzeitschrift, die "Wochenschrift" heraus.

Als ihm im gleichen Jahr der Herzog von Meiningen das Schlösschen Marienthal bei Bad Liebenstein als Wohnsitz anbot, nahm er dankend an und bildete dort ab Mai 1850 weiter Kindergärtnerinnen aus.

Luise Levin, eine von ihm ausgebildete Kindergärtnerin, gab im Alter von 36 Jahren ihrem Hochverehrten Lehrer und Meister, dem 69-jährigen Fröbel, am 9. Juni 1851 ihr Jawort.

Am 23. August des Jahres 1851 wurde eine Ministerialverfügung veröffentlicht, die sämtliche Fröbelkindergärten in Preußen verbot. Schnell schlossen sich andere Staaten diesem Verbot an und Fröbel glaubte, dass eine Verwechslung vorläge. All seine Erklärungen, Bitten auf Überprüfung seiner Kindergärten und Unterrichtsmethoden halfen nichts. Durch dieses Kindergartenverbot sah Fröbel sein Lebenswerk zerstört.

Friedrich Wilhelm August Fröbel starb am 21. Juni 1852 im Schloss Marienthal und fand in Schweina bei Bad Liebenstein seine letzte Ruhestätte. Erst am 10. März 1860, acht Jahre nach Fröbels Tod, wurde das Kindergartenverbot aufgehoben.


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