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François de Salignac de la Mothe Fénelon

* 06.08.1651 - † 07.01.1715


François de Salignac de la Mothe Fénelon wurde am 6. August 1651 auf Schloss Fénelon an der Dordogne geboren. Nach einem kurzem Besuch der Universität Cahors widmete sich Fénelon in Paris im Collège du Plessis und im Séminaire Saint-Sulpize philosophischen und theologischen Studien.

Nach Priesterweihe und Vikariat an der Gemeinde Saint-Sulpize übertrug ihm der Erzbischof von Paris 1675 die Leitung einer zur Aufnahme von Konvertitinnen bestimmten Anstalt (Nouvelles Catholiques).

Auf Wunsch der Herzogin von Beauvilliers verfasste Fénelon 1681 die pädagogische Schrift "Traité de l'éducation des filles". Seine Erziehungsmaximen fanden schon im zeitgenössischem Frankreich sowie im Ausland, vor allem in Deutschland, lebhaften Anklang. Während dieser Zeit wurde Fénelon mit Jacques Bénigne Bossuet, Bischof von Meaux, bekannt und vertraut. Nach der Aufhebung des Edikts von Nantes im Oktober 1685 betraute König Ludwig XIV. 1686 Fénelon mit der Rekatholisierung der Hugenotten in den Provinzen Saintonge und Poitou. Trotz seines milden Vorgehens hatte Fénelon wenig Erfolg.

Von 1689 bis 1695 war Fénelon Lehrer und Erzieher des Thronfolgers Duc de Bourgogne, des Enkels Ludwigs XIV., und verfasste für ihn unter anderem die "Fables", "Dialogues des morts" und als sein Hauptwerk den staatspolitisch - pädagogischen Bildungsroman "Les aventures de Télémaque, fils d'Ulysse", der das Idealbild eines weisen Königs entwirft.

1693 wurde Fénelon Mitglied der Académie Française und 1695 Erzbischof von Cambrai.

Fénelon war seit 1688 mit Madame de Guyon befreundet, der Hauptvertreterin der quietistischen Mystik und verteidigte sie in der Ende Januar 1697 von ihm veröffentlichten Schrift "Explication des maximes des Saints sur la vie intérieure". Fénelon lieferte darin den Nachweis, dass die "ketzerischen" Lehren der Madame de Guyon auch bei anerkannten Heiligen zu finden seien und stellte in 45 Artikeln die wahren und falschen Ansichten über das innere Leben zusammen.

Dies brachte ihm jedoch den Vorwurf des Quitismus ein und die Gegnerschaft des einflussreichen Hofpredigers Bossuet. Zur Entscheidung des Quietismusstreits rief Fénelon am 26. April 1697 den Papst an, dasselbe taten am 6. August 1697 seine Gegner, ebenso am 26. August 1697 der König, der im Verlauf der Auseinandersetzungen Fénelon im Januar 1699 vom Hof verwies. Ohne sein Wissen erfolgte 1699 durch die Indiskretion eines Abschreibers die anonyme und unvollständige Veröffentlichung seines Werkes "Les aventures de Télémaque". Es erregte ungeheures Aufsehen und brachte dem Verfasser die Ungnade des Königs Ludwig XIV. ein, da es als Kritik am Sonnenkönig verstanden wurde.

Nach langen Beratungen in Rom verbot Innozenz XII. mit Breve "Cum alias" vom 12.März 1699 die "Explicatio" und verurteilte daraus 23 Sätze. Fénelon unterwarf sich sofort dem Urteil des Papstes und ließ die Restauflage seines Buches vernichten. In seine Diözese verwiesen, widmete sich Fénelon der Seelsorge.

François de Salignac de la Mothe Fénelon starb am 7. Januar 1715 in Cambrai.


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