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Baltasar Gracián y Morales

* 08.01.1601 - † 06.12.1658


Baltasar Gracián y Morales, wurde am 08. Januar 1601 in Belmonte de Calatayud (Aragon), als Sohn eines Arztes. geboren. Während seiner Kindheit lebte Baltasar Gracián y Morales bei seinem Onkel, einem Priester.

1616 begann er eine Ausbildung an der Jesuitenschule in Saragosa, die er am 14. Mai 1619 beendete und als Novize dem Jesuitenorden beitrat.

In den Jahren von 1621 bis 1623 studierte er Philosophie an der Hochschule von Calatayud. 1627 wurde Baltasar Gracián y Morales zum Priester geweiht und 1635 legt er das ewige Ordensgelübde ab.

Zu den Gelübden: Am Ende des zweijährigen Noviziates legen die Jesuiten die "Ersten Gelübde" ab, in denen sie apostolische Armut, Ehelosigkeit und Ordensgehorsam geloben und versprechen, nach Ablauf der Studienzeit und Ausbildung in die Gesellschaft Jesu einzutreten. Damit haben sich die jungen Jesuiten definitiv gebunden, obwohl der Orden weiterhin frei ist, ungeeignete Kandidaten zu entlassen. Am Ende der Ausbildung erneuern die Jesuiten feierlich die drei Gelübde und verpflichten sich zudem in einem vierten Gelübde zum besonderen Gehorsam gegenüber dem Papst. Mit diesen "Letzten Gelübden" binden sich der einzelne und der Orden endgültig aneinander.

Baltasar Gracián y Morales unterrichtete Philosophie und Theologie an der Jesuitenschule in Aragon, von 1633 an der Universität von Gandia und von 1636 an der Hochschule von Huesca. Darüber hinaus arbeitete er auch als der Rektor der Jesuitenschule bei Tarragona.

In Huesca freundet sich Baltasar Gracián y Morales mit, dem wohlhabenden Schriftsteller, Vincencio Juan de Lastanosa (1607 - 1684) an. Dieser finanzierte die Veröffentlichungen seiner wichtigsten Bücher und stand ihm bei seinen späteren Auseinandersetzungen mit der Kirche bei Seite. Darüber hinaus war er zu dieser Zeit als Prediger an verschiedenen Ordenskollegien tätig.

1637 erschien Graciáns "Der Held" (El Heroe) unter dem Namen seines Bruders Lorenzo. Sein Freund und Mäzen Lastanosa drängt ihn zur Publikation. Wegen seines literarischen Werkes geriet er erstmals in Konflikt mit der Ordensobrigkeit.

1639 macht Baltasar Gracián y Morales die Bekanntschaft mit dem Graf von Nocera, Virrey de Aragon - am Hof in Madrid. Im darauf folgenden Jahr veröffentlicht er "El Politico - Don Fernando el Catolico".

1641 ist Baltasar Gracián y Morales als Kanzelredner auch am königlichen Hof in Madrid tätig, wo oftmals 4000 Menschen vor seiner Predigt-Kirche standen.

1642 publiziert er "Arte de Ingenio" und wird zum Vizerektor in Tarragona ernannt.

1644 hält sich Baltasar Gracián y Morales in Valencia auf und kehrt 1645 wieder nach Huesca zurück.

In Valencia, wo sich Baltasar Gracián y Morales 1646 aufhält, beschwört das Gerücht, er habe einen Brief aus der Hölle erhalten und entziffert, erneut Ärger herauf. Im selben Jahr erscheint "Der kluge Weltmann" (El Discreto) und Baltasar Gracián y Morales nimmt als Militärgeistlicher mit hervorragender Tapferkeit an der Eroberung des von den Franzosen besetzten Lerida teil und erhält den Namen: Vater des Sieges.

Bekannt wurde Gracián im deutschen Sprachraum vor allem durch Schopenhauers Übersetzung seines berühmtesten Werkes "Das Handorakel" (Oráculo manual y arte de prudentia), das 1647 erschienen war. 1648 erschien "Agudeza y arte de ingenio" (2. Fassung), dieses Lehrbuch der Rhetorik weist auf den (spät)humanistischen Hintergrund aller Werke Graciáns.

1651 veröffentlicht er den ersten Teil seines Hauptwerkes "El criticón", es erscheint unter dem (an den Namen seiner Mutter anknüpfenden) Pseudonym Garcia de Morales. Zu dieser Zeit lehrt er als Professor für Bibelexegese in Saragossa.

1652 wurde offiziell Anzeige gegen Gracián wegen seiner Schriften beim Jesuitengeneral, dem Deutschen Coswin Nickel, in Rom erhoben. Im darauf folgenden Jahr erschien der zweite Teil "El criticón" und die Probleme mit seinem Orden, der sich gegen die Veröffentlichungstätigkeit Graciáns stellte, nahmen zu.

1655 erschien, als eine Versöhnungsgeste "El Comulgatorio", das einzige Werk welches er unter eigenem Namen und mit Erlaubnis der Ordensoberen veröffentlicht, da es rein geistlicher Natur war.

1657 erschien der dritte Teil "El criticón", das Werk wurde heftigst kritisiert und auf Anordnung Roms verlor Gracián 1658 seinen Lehrstuhl und wurde nach Graus in den Pyrenäen bei Wasser und Brot und unter Entzug von Feder und Tinte verbannt.

Auf Betreiben seiner Freunde wurde Baltasar Gracián y Morales kurz darauf nach Tarazona de Aragón versetzt, wo er am 6. Dezember 1658 starb. Baltasar Gracián y Morales wurde auf dem Friedhof des dortigen Jesuitenkollegs beigesetzt.


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