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Franz Grillparzer

* 15.01.1791 - † 21.01.1872


Franz Grillparzer wurde am 15. Januar 1791 in Wien als Sohn eines Advokaten geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Bereits als 18jähriger schrieb Grillparzer sein erstes Stück.

1807 nahm Grillparzer in Wien das Studium der Rechte auf und nach dem Abschluss des Studiums 1811 war er als Privatlehrer tätig.

Die musisch begabte Mutter und das reiche Wiener Theaterleben führten den bereits früh literarisch Tätigen Grillparzer zum Schauspiel. Mit der trivialen Schicksalstragödie "Ahnfrau", die ganz den modischen Geschmack der Zeit traf, verzeichnete Grillparzer 1817 seinen ersten großen Erfolg. 1818 folgte mit "Sappho" ein weiterer, was ihm bis 1823 die ehrenvolle Nebenbeschäftigung als Hoftheaterdichter am Wiener Burgtheater, zu dem er 1818 von Graf Stadion ernannt wurde, einbrachte. Mit den nächsten Stücken konnte er diesen Erfolg jedoch nicht mehr wiederholen.

Nach einer unbesoldeten Konzispistenstelle in der Hofbibliothek wurde Grillparzer 1813 bei der Hofkammer als Konzeptspraktikant angestellt und im Jahre 1821 ins Finanzministerium versetzt. Während dieser Zeit führten Reisen Grillparzer nach Italien, Deutschland, Frankreich, England, Griechenland und in die Türkei.

1821 machte Grillparzer die Bekanntschaft mit Katharina Fröhlich, mit der er zeitlebens verlobt blieb, jedoch nie heiratete. Trotzdem blieb sie ihm treu verbunden. 1832 wurde er Direktor des Hofkammerarchivs und bekleidete dieses Amt, bis er 1856 in den Ruhestand trat.

Nach dem Misserfolg seiner einzige Komödie "Weh dem, der lügt" 1838 zog sich Grillparzer, der familienbedingt, seine Mutter und sein Bruder hatten Selbstmord begangen, unter krankhafter Hypochondrie und Melancholie litt, verbittert aus der literarischen Öffentlichkeit zurück. Erst 1850 als Heinrich Laube (1806–1884), der liberale jungdeutsche Dramatiker und Journalist, der 1849 zum Direktor des Wiener Burgtheaters berufen wurde, seine Stücke wieder entdeckte und aufführte, wurde der in Vergessenheit geratene plötzlich gefeiert.

Gegen Ende seines Lebens wurden Grillparzer, der auch beruflich viele Enttäuschungen hatte hinnehmen müssen, zahlreiche Ehrungen zuteil unter anderem wurde er in die Akademie und den Reichsrat aufgenommen und zum Ehrenbürger Wiens ernannt.

Grillparzer schrieb unter anderem die Dramen, Antikentrilogie "Das goldene Vlies" (1818–21), "König Ottokars Glück und Ende" (1825), "Ein treuer Diener seines Herrn" (1830), "Der Traum ein Leben" (1840), "Ein Bruderzwist in Habsburg" (1872), "Libussa" (1872) und "Die Jüdin von Toledo" (1873).

Grillparzer starb am 21. Januar 1872 in Wien.


Zitate von Franz Grillparzer

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