Schrift:

navigationZur Auswahl der vorhandenen Textenavigation

Emanuel Geibel

* 17.10.1815 - † 06.04.1884


Franz Emanuel Geibel wurde am 17. Oktober 1815, als Sohn des Pfarrers Johannes Geibel und dessen Ehefrau, einer Kaufmannstochter, in Lübeck geboren. Geibel war das siebte von acht Kindern in einem reformierten Pfarrhaus.

Von 1824 bis 1835 besucht Emanuel Geibel das Katharineum in Lübeck, nach dessen Abschluss er im April 1835 ein Theologiestudium in Bonn begann, wechselte jedoch wenig später zur klassischen Philologie. Ab Ostern 1836 studiert Emanuel Geibel vier Semester in Berlin, wo er statt Theologie Vorlesungen in Altphilologie und Kunstgeschichte hört. Während dieser Zeit macht er unter anderem die Bekanntschaft mit Franz Kugler, Adelbert Chamisso, Joseph von Eichendorff, Willibald Alexis und Bettina von Arnim.

1838 nahm er auf Vermittlung Bettina von Arnims und Savigny eine Stelle als Hofmeister beim russischen Gesandten in Athen an, dieser zweijähriger Griechenlandaufenthalt wurde bestimmend für seine klassische Dichtung. 1839 unternimmt Emanuel Geibel gemeinsam mit E. Curtius eine Ägäisreise.

Nach seiner Rückkehr nach Lübeck 1840 veröffentlichte er seine ersten Gedichte, die sich schnell großer Beliebtheit erfreuen. Politisch nationalkonservativ, stand Geibel in scharfem Gegensatz zu den Jungdeutschen und erhielt für patriotische Dichtungen 1842 von Friedrich Wilhelm IV. eine jährliche Pension von 300 Talern.

In den Folgejahren hielt er sich überwiegend bei Freunden, unter anderem bei Ferdinand Freiligrath, Justinus Kerner und Moritz Graf von Strachwitz, auf. Von 1848 bis 1849 unterrichtete Emanuel Geibel als Lehrer am Gymnasium in Lübeck. 1851 verlobt sich Emanuel Geibel mit der siebzehnjährigen Amanda (Ada) Trummer, die er im darauf folgendem Jahr heiratet. Ebenfalls im Jahr 1852 folgte er dem Ruf des bayrischen Königs Maximilians II. nach München zu einer Ehrenprofessur für deutsche Literatur und Poetik. Nach seiner Übersiedlung nach München, wurde Geibel dort zum Mittelpunkt und Mitbegründer der poetischen Gesellschaft "Krokodil" und der königlichen Tafelrunde.

1853 wurde Emanuels Tochter geboren und bereits zwei Jahre später verstarb seine Frau Amanda. Nach dem Tod Maximilians 1864 und wegen seiner preußischen Gesinnung angefeindet, verlor Geibel 1868 sein Gehalt und kehrte nach Lübeck zurück. Ebenfalls 1868 erhält Geibel eine preußische Pension von 1000 Talern.

Seinen Ruhm begründete Geibel mit volkstümlichen Liedern, wie "Der Mai ist gekommen", darüber hinaus hinterließ er ein Werk von rein epigonalem und wenig originellem Charakter. Er vertrat die Romantik zu einer Zeit, als diese längst überholt war, und reduzierte sie auf rein eine empfindsame Ästhetik.

Emanuel Geibel starb am 6. April 1884 vereinsamt in Lübeck.


Zitate von Emanuel Geibel

Insgesamt finden sich 221 Texte im Archiv.
Es werden maximal 10 Texte, täglich wechselnd, angezeigt.


navigationZurück zum Seitenanfang navigation