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Theodor Gottlieb von Hippel

* 31.01.1741 - † 23.04.1796


Theodor Gottlieb von Hippel wurde am 31. Januar 1741 in Gerdauen (Ostpreußen) als Sohn des Rektors der dortigen Lateinschule geboren.

Hippel studierte seit Herbst 1756 in Königsberg Theologie und Philosophie und reiste 1760 nach St. Petersburg. Während der russischen Okkupation machte Hippel die Bekanntschaft (in der Dreikronenloge) mit dem russischen Leutnant H. von Keyser und wohnte dann bei ihm als Hauslehrer am Holländer Baum. Als Keyser im Auftrag von Gouverneur Korff 1761 zur Kaiserin Elisabeth nach St. Petersburg reiste, nahm er Hippel mit.

Nach seiner Rückkehr in Königsberg entschloss sich Hippel zum Studium der Rechte, war aber auch Philosophiestudent bei Kant. 1762 ließ sich Hippel in die Dreikronenloge aufnehmen, machte einen sehr steilen Aufstieg und schloss 1764 sein Studium ab.

Hippel wurde 1765 Advokat beim Stadtgericht in Königsberg, dann Hofgerichtsadvokat, 1772 städtischer Gerichtsverwandter, 1778 Stadtrat und Richter in der Burgfreiheit sowie 1780 Direktor am Kriminalkollegium.

Im selben Jahr wurde er von Friedrich dem Großen zum Dirigierenden Bürgermeister von Königsberg berufen und 1786 erhielt er den Titel eines Geheimen Kriegsrat und Stadtpräsidenten. Im selben Jahr kaufte er ein Landhaus auf den Hufen und legte zwischen der Alten Pillauer Landstraße und seinem neuen Besitz einen Bohlenweg an, die spätere Hufenallee. Königin Luise wohnt hier mit ihren Kindern in den Sommermonaten 1808/09.

Der Junggeselle Hippel schrieb Aufsehen erregende Abhandlungen zur Emanzipation der Frau, "Über die Ehe" ( 1774), "Über die bürgerliche Verbesserung der Weiber" ( 1792) und "Nachlass über weibliche Bildung"( 1801 ).

Durch seine vielen anonymen Romane und satirischen Schriften gewann Hippel den Ruf eines bedeutenden Humoristen. Seine großen Leistungen als Bürgermeister waren die Reorganisation der Polizei, des Lösch-, des Waisen- und Armenwesens. Friedrich Wilhelm II. ehrte ihn 1786 mit einer Medaille und dem Titel "Stadtpräsident".

Hippel war Kants Tischgenosse bei dessen berühmter Tafelrunde, genoss im Keyserling-Palais großes Ansehen und war mit Johann Georg Hamann, dem Lokalpoeten Johann Friedrich Lauson, besonders aber mit Scheffner befreundet.

Auf das religiöse Denken seiner Zeit hat Hippel einen nicht geringen Einfluss ausgeübt. Seine Schriften veröffentlichte er teils anonym, teils unter Pseudonym. Er schrieb Lyrik, Dramen, Romane und popularphiosophische Schriften im Geist der Spätaufklärung. Seine 32 geistlichen Lieder hat Hippel während seiner theologischen Studienzeit gedichtet, angeregt durch die Oden und Lieder des Christian Fürchtegott Gellert. Bekannt ist "Noch leb ich; ob ich morgen leb, ob diesen Abend, weiß ich nicht".

Theodor Gottlieb von Hippel starb am 23. April 1796 in Königsberg und wurde seinem Wunsch entsprechend auf dem Armenfriedhof beigesetzt, danach auf den Ehrenfriedhof an der Sternwarte überführt.


Zitate von Theodor Gottlieb von Hippel

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