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Carl Gustav Jung

* 26.07.1875 - † 06.06.1961


Carl Gustav Jung wurde am 26. Juli 1875 in Kesswil im Kanton Thurgau (Schweiz), als Sohn eines protestantischen Geistlichen, geboren. Während seiner einsamen Kindheit entwickelte Jung einen Hang zum Träumen und Phantasieren, was seine spätere Arbeit im Erwachsenenalter stark beeinflussen sollte.

Nachdem er 1902 sein Studium der Medizin an den Universitäten von Basel und Zürich abgeschlossen hatte, begann er mit einem breiten Hintergrundwissen in den Bereichen Biologie, Zoologie, Paläontologie und Archäologie seine Arbeit über die Assoziation von Wörtern. Diese Untersuchungen von Reaktionen eines Patienten auf Reizwörter offenbarten, was Jung als Komplexe bezeichnete. Ein Wort, das seitdem zu einem Universalbegriff geworden ist. Nach dem Medizinstudium praktizierte Jung als Psychiater in der Züricher Nervenheilanstalt Burghölzli und stand seit 1907 in engem Kontakt mit Sigmund Freud, dessen Lieblingsschüler er wurde.

Mit der Veröffentlichung von "Über die Psychologie des Unbewussten" (1912) erklärte Jung jedoch seine Unabhängigkeit von Freuds begrenzter sexueller Interpretation der Libido, indem er die engen Parallelen zwischen antiken Mythen und psychotischen Phantasien aufzeigte und die menschliche Motivation mit einer größeren schöpferischen Energie beschrieb. Er gab seinen Vorsitz der Gesellschaft für Psychoanalyse auf und gründete eine Bewegung, die sich analytische Psychologie nannte.

Jung entwickelte und verfeinerte seine Theorien über 50 Jahre hinweg, wobei er sich auf sein breites Wissen der Mythologie und der Geschichte, auf Erlebnisse während seiner Reisen zu verschiedenen Kulturen in New Mexico, Indien und Kenia und vor allem auf die Träume und Phantasien seiner Kindheit stützte.

1921 veröffentlichte er eine seiner wichtigsten Arbeiten, "Psychologische Typen". In letzterer erörtert er das Verhältnis zwischen dem Bewussten und dem Unbewussten und die stellt die allgemein bekannten Persönlichkeitstypen des extrovertierten und des introvertierten Menschen vor.

In seinem 1928 erscheinenden Werk "Die Beziehungen zwischen dem Ich und dem Unbewussten", unterschied er zwischen dem persönlichen Unbewussten oder den unterdrückten Gefühlen und Gedanken, die ein Mensch während seines Lebens ansammelt, und dem kollektiven Unbewussten oder jenen überlieferten Gefühlen, Gedanken und Erinnerungen, die der ganzen Menschheit gemein sind. Das kollektive Unbewusste besteht nach Jung aus so genannten Archetypen oder Urbildern. Diese entsprechen Ereignissen wie der Konfrontation mit dem Tod oder der Wahl eines Partners und manifestieren sich symbolisch in Religionen, Mythen, Märchen und Phantasien.

Jung wurde Professor an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich und entwickelte eine eigene Tiefenpsychologie, in die vielfältige Lehren Eingang fanden, wie ostasiatische Weisheitslehren oder die Alchimie. Jung erweiterte Freuds Lehre, indem er individuell erworbenen persönlichen Unbewusstsein das überindividuell ererbte Unbewusste der menschlichen Gesellschaft zur Seite stellte, das sich in so genannten Archetypen ausprägt. Mit seiner ganzheitlichen "komplexen Psychologie" wies Jung für die Heilung psychisch Kranker neue Wege. Jung veröffentlichte zahlreiche Schriften, vor allem über analytische Methoden und die Beziehungen zwischen Psychotherapie und religiösem Glauben.

Er starb am 6. Juni 1961 in Küsnacht bei Zürich.


Zitate von Carl Gustav Jung


Die Aphorismen dieses Autoren dürfen auf Grund der Beschränkungen durch das Urheberrechtsgesetz erst nach dem 06.06.2031 veröffentlicht werden!


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