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Marie Louise Kaschnitz

* 31.01.1901 - † 10.10.1974


Die Offizierstochter Marie Luise von Holzing-Berstett wurde am 31. Januar 1901 in Karlruhe geboren. Nach der Geburt zog die Familie nach Potsdam wo der Vater als Offizier der kaiserlichen Armee diente.

Ein Jahr vor dem ersten Weltkrieg zog die Familie nach Berlin wo sie das Lyzeum besuchte. Nach dem Krieg wählte die Familie einen neuen Wohnsitz und zog nach Breisgau, die Eltern entfernten sich jedoch immer mehr voneinander und der Vater zog nicht mit.

1917 begann Marie Luise eine Buchhändlerlehre in Weimar, nach deren Abschluss sie 1922 in München arbeitete. Seit 1924 war sie als Sekretärin am Archäologischen Institut in Rom tätig. Hier lernte sie auch ihren künftigen Mann den österreichischen Archäologen Guido Freiherr von Kaschnitz-Weinberg kennen.

Erst nach Ihrer Heirat 1925 und nach der Geburt ihrer Tochter Iris Costanza 1928, wendet sie sich intensiv der Literatur zu und beginnt ihre Werke zu veröffentlichen. Ihre ersten Gedichte wurden bereits 1926 in der Frankfurter Zeitung gedruckt. Autobiographisch war der erste Roman "Liebe beginnt", der 1933 veröffentlicht wurde. In Ihrem Werk "Elissa" das 1937 erscheint zeichnet sie das Schicksal eines Mädchens in der Pubertät.

Die Arbeit ihres Mannes führte sie, in südeuropäische und nordafrikanische Länder. Gemeinsam lebten beide unter anderem von 1926 bis 1932 sowie von 1953 bis 1956 in Rom, von 1932 bis 1937 in Königsberg, von 1937 bis 1941 in Marburg und schließlich von 1941 bis 1953 in Frankfurt am Main. Die Begegnung mit der Antike wurde wesentlich für ihr literarisches Schaffen, so zum Beispiel "Griechische Mythen" (1941) und "Die Umgebung von Rom" (1960).

1945 begann sie, unter dem Eindruck des Endes des zweiten Weltkrieges, mit der Essaysammlung "Menschen und Dinge" die 1946 erschienen. Diese zwölf Essays erregten wegen ihrer Eindringlichkeit großes Aufsehen. 1947 erschienen mit noch größerer Wirkung die zwei Lyrikbände "Gedichte und Totentanz" und "Gedichte zur Zeit".

Nach dem Tod ihres Mannes 1958 erscheint der Gedichtband "Dein Schweigen- Meine-Stimme" 1962, der ganz von der Trauer und dem Schmerzes geprägt ist. Kaschnitz wohnt seither zumeist in Frankfurt und im Haus ihres Bruders in Bollschweil. Lesereisen führten sie auch in die USA und nach Südamerika.

Kaschnitz war Mitglied des PEN, der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz, der Bayerischen Akademie der Schönen Künste wie der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. 1960 hatte sie auch die Professur für Poetik an der Universität Frankfurt inne.

Kaschnitz erhielt zahlreiche Ehrungen. 1955 bekam sie den Georg-Büchner-Preis, 1957 den Immermann-Preis. Mit der Friedensklasse des Ordens Pour le Mérite wurde sie 1967, mit der Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät der Universität Frankfurt 1968 ausgezeichnet. 1970 bekam sie den Hebel-Preis.

Marie Luise Freifrau von Kaschnitz-Weinberg, wie sie mit ihrem vollen Namen hieß, starb am 10. Oktober 1974 in Rom und wurde in Bollschweil im Breisgau auf dem Familiensitz des Vaters beigesetzt.


Zitate von Marie Louise Kaschnitz


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