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Pinchas Lapide

* 28.11.1922 - † 23.10.1997


Pinchas Lapide wurde am 28. November 1922 in Wien geboren. Nach dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland kam er in ein Konzentrationslager, nach einigen Wochen gelang ihm aber die Flucht nach Palästina.

Während des Krieges kämpfte er in der "Jüdischen Brigade" der Britischen Armee.

In den Jahren von 1951 bis 1969 stand er als Diplomat und Leiter des Presseamtes im Dienst der israelischen Regierung. Von 1956 bis 1958 war Lapide israelischer Konsul in Mailand. Neben seinem Dienst studierte er Judaistik, worin er an der Universität Köln promovierte, und von 1972 bis 1975 an der Jerusalemer Bar-Ilan-Universität lehrte.

Lapide verfasste mehr als 35 Bücher, viele davon gemeinsam mit seiner Frau Ruth. Die Werke wurden in zwölf Sprachen übersetzt. Schon bald nach der Shoah hatte sich Lapide um das Verhältnis der Kirchen zum Judentum bemüht.

Der Schriftsteller Pinchas Lapide wollte mit seinem Werk Juden und Christen zusammenführen, "ohne den Juden zum Christen und den Christen zum Juden zu machen". Beide Religionen, die in einer Schicksalsgemeinschaft verbunden seien, sollten sich auf ihre Gemeinsamkeiten besinnen, auf das Alte Testament und den Glauben an den einen Gott. Seine Aufgabe als Theologe sah Lapide darin "bei Juden wie bei Christen gegenseitige Feindbilder und Vorurteile abzubauen und folgenschwere Fehldeutungen oder Übersetzungsfehler in deutschen Bibelausgaben zu korrigieren". So sorgte er dafür, dass fehlerhafte Übersetzungen antijudaistischer Tendenz aus Bibeln gestrichen wurden. Mit einigen seiner zahlreichen Veröffentlichungen kam er in die Kritik, dafür war sein Querdenken häufig originell und inspirierend. Regelmäßig kritisierte er das Ausbleiben einer vatikanischen Shoah-Erklärung, ohne dabei das Engagement Johannes Paul II. zu übersehen.

Pinchas Lapide, der seit 1969 in der Bundesrepublik und seit Mitte der 70er Jahre in Frankfurt am Main lebte, erhielt 1993 das Große Bundesverdienstkreuz.

Pinchas Lapide starb am 23. Oktober 1997 in Frankfurt am Main.


Zitate von Pinchas Lapide


Die Aphorismen dieses Autoren dürfen auf Grund der Beschränkungen durch das Urheberrechtsgesetz erst nach dem 23.10.2067 veröffentlicht werden!


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Foto des Autoren Pinchas Lapide
Pinchas Lapide
Foto: Christoph Rau, Darmstadt
(www.christoph-rau.de)