Schrift:

navigationZur Auswahl der vorhandenen Textenavigation

Nikolaus Lenau

* 13.08.1802 - † 22.08.1850


Nikolaus Lenau, eigentlich Nikolaus Franz Niembsch Edler von Strehlenau, wurde am 13. August 1802, als 3. von 4 Kindern, im ungarischen Csatád (dem heutigen Lenauheim in Rumänien) geboren.

Der Vater, Franz Niembsch war ein aus einer im preußisch-schlesischen Strehlen beheimateten österreichischen Offiziersfamilie hervorgegangenen Rentamtschreibers. Die Mutter, Maria Theresia Antonia, geb. Maigraber, entstammte einer reichen österreichischen, in Ungarn lebenden Bürgerfamilie.

Nach dem frühen Tod des Vaters 1807 lebte die Familie, die inzwischen nach Buda umgezogen war, zunächst in Armut. Bis seine Mutter 1811 in zweiter Ehe ehemaligen Militärarzt Dr. Karl Vogel heiratete. Nikolaus Lenau besuchte von 1812 bis 1815 das Piaristengymnasium in Pest, erhielt in Tokaj, wohin die Familie 1816 übergesiedelt war, Privatunterricht durch den Ungarn Kövesdy und erlernte nebenher das Geigen- und Gitarrenspiel. 1817 bestand Lenau seine Prüfungen am Piaristengymnasium in Sátoraljaújhely und 1818 am Gymnasium in Pest.

Anschließend zog er auf Wunsch seiner Großeltern väterlicherseits zu ihnen nach Stockerau bei Wien, besuchte in Wien mit großem Erfolg einen auf 3 Jahre angelegten philosophischen Lehrgang, ohne ihn jedoch abzuschließen. Hier begann seine Freundschaft mit Fritz Kleyle. Sein Großvater Oberst Josef Niembsch wurde 1820 geadelt, starb aber bereits 1822.

Nach Jugendjahren in Ungarn studierte Lenau von 1821 bis in das Jahr 1830 zu erst für kurze Zeit in Pressburg ungarische Jurisprudenz, in Ungarisch-Altenburg Landwirtschaft und schließlich in Wien Rechtswissenschaft und später Medizin. Seine Doktorarbeit brachte Lenau aber nicht zum Abschluss.

Seit 1821 betätigte er sich auch dichterisch, wobei er sich deutlich vom elegischen Ton des Balladendichters Ludwig Christoph Heinrich Hölty (1748-1776) und Friedrich Gottlieb Klopstocks inspirieren ließ. Schon früh artikulierte sich sein unruhig-instabiles Temperament, das ihn aus seinen Studien zunehmend in das Umfeld der Wiener Literaten fliehen ließ. Ab 1823 pflegte er anregende Kontakte zu Johann Gabriel Seidl, Anastasius Grün, Eduard von Bauernfeld, Franz Grillparzer, Ferdinand Raimund, Joseph Christian von Zedlitz und Ernst von Feuchtersleben. Von 1821 bis 1828 währte seine Freundschaft mit Bertha Hauer, für die er Liebesgedichte schrieb.

1828 wurde erstmals eines seiner Gedichte, "Die Jugendträume", in Johann Gabriel Seidls Taschenbuch Aurora veröffentlicht. Ab 1830 publizierte er unter dem Pseudonym Lenau. Nach dem Tode seiner Mutter 1829 und seiner Großmutter väterlicherseits 1830, die ihn zum Erben eingesetzt hatte, gab er sein Studium auf und widmete seine Zeit völlig dem Schreiben.

Während eines Genesungsaufenthalts in Gmunden lernte er 1830 Nanette Wolf kennen. Im August 1831 hielt sich Lenau erstmals in Schwaben auf, wo er Kontakte zu den Dichtern der Schwäbischen Schule knüpfte, insbesondere zu Gustav Schwab, Ludwig Uhland, Justinus Kerner, dem Grafen Alexander v. Württemberg, Carl Mayer, und wo er seinen ersten Vertrag mit dem Stuttgarter Verlag Cotta abschließen konnte.

Mit wachem politischem Interesse verfolgte er die missglückte polnische Revolution von 1830/31. Zeitweilig setzte er sein Medizinstudium in Heidelberg fort. Seine Liebe zu Lotte Gmelin regte ihn zu neuen Gedichten an. In dieser Zeit lernte er Emilie von Reinbeck als mütterliche Freundin kennen.

Rastlos getrieben, bereiste Lenau zwischen 1832 und 1833 Amerika, erwarb in Crawford County/USA ein Grundstück, kehrte aber bereits ein Jahr später enttäuscht nach Stuttgart zurück und wurde von dem plötzlichen Erfolg seiner Publikation überrascht. Seine erste Veröffentlichung mit dem schlichten Titel "Gedichte" war 1832 bei Cotta erschienen.

1833 begann Lenaus tiefe, aber zermürbende Zuneigung zu der verheirateten Sophie v. Löwenthal, einer Kusine Fritz Kleyles, der er Liebesgedichte widmete, mit der er einen intensiven Briefwechsel pflegte und in deren Haus er von 1837 bis 1841, nur unterbrochen durch seine Aufenthalte in Schwaben, wohnte.

Seit 1836 zog Lenau wegen seiner Publikationen wiederholt den Unwillen der Wiener Zensurbehörden auf sich. Lenaus Denken wurde unter anderem durch den dänischen Theologen Hans Lassen Martensen, den er 1836 persönlich kennen lernte, und durch die Lektüre Hegels beeinflusst.

1840 kam die von Lenau als Ausweg aus seiner Beziehung zu Sophie gewünschte Heirat mit der Sängerin Caroline Unger nicht zustande. Im August 1844 verlobte sich Lenau in Stuttgart mit Marie Behrends, litt aber zutiefst unter der Trennung von Sophie.

Nach einem Schlaganfall im September 1844 brach Lenau physisch wie psychisch zusammen. Lenau verfiel dem Wahnsinn, wurde im Oktober in die Heilanstalt Winnenthal bei Stuttgart eingeliefert und im Mai 1847 in die Pflegestätte Oberdöbling bei Wien verlegt.

Insgesamt fast sechs Jahre dämmerte Lenau, ohne die Bedeutung der Ereignisse von 1848 erfassen zu können, bis zu seinem Tode am 22. August 1850 in Oberdöbling bei Wien, in der Irrenanstalt dahin.


Zitate von Nikolaus Lenau

Insgesamt finden sich 25 Texte im Archiv.
Es werden maximal 5 Texte, täglich wechselnd, angezeigt.


navigationZurück zum Seitenanfang navigation