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Georg Christoph Lichtenberg

* 01.07.1742 - † 24.02.1799


Georg Christoph Lichtenberg wurde am 01. Juli 1742 als 17. und jüngste Kind des protestantischen Pfarrers Johann Christoph Lichtenberg und dessen Frau Katharina Henriette, geb. Eckhard (1696-1764), in Ober-Ramstadt bei Darmstadt geboren.

Sein Vater besaß eine für einen Geisteswissenschaftler überdurchschnittliche naturwissenschaftliche Bildung, was Lichtenberg zugute kam. 1745 zog die Familie nach Darmstadt. Lichtenberg litt sein ganzes Leben an einer zunehmenden Kyphoskoliose (Wirbelsäulenverkrümmung), die nicht nur zu einem ausgeprägten Buckel und geringer Körpergröße führte, sondern auch das Atmen immer mehr erschwerte.

Bis zu seinem zehnten Lebensjahr erhielt Lichtenberg Privatunterricht in seinem Elternhaus. Im Jahr 1752 wechselte er in die Lateinschule "Darmstädter Pädagog" (heute auch Altes Pädagog genannt) die er 1761 beendete. Das von Ihm angestrebte Studium der Mathematik war für die Familie nicht zu finanzieren, sodass Seine Mutter 1762 ein Bittgesuch auf finanzielle Unterstützung beim Landgrafen Ludwig VIII. einreichte. Dem Antrag wurde stattgegeben und Lichtenberg erhielt ein jährliches Stipendium in Höhe von 200 Gulden.

Im Mai 1763 verließ er Darmstadt und studierte bis 1766 an der Universität Göttingen, unter anderem bei Abraham Gotthelf Kästner, Mathematik, Naturgeschichte und Astronomie. In den folgenden Jahren bis 1774 führte er astronomische Beobachtungen am alten Observatorium in Göttingen durch.

Lichtenberg wurde 1770 Professor für Experimentalphysik an der Universität Göttingen. Er unternahm 1769, 1774 und 1775 mehrere Reisen nach England, durch die er tiefe Einblicke in die bürgerlich Gesellschaftsordnung gewann. Während seiner ersten Reise 1769, als Tutor für zwei englische Studenten, führte er König Georg III. von England und Hannover durch die Sternwarte von Richmond upon Thames. Der König war so beeindruckt, dass er in einem Schreiben die Ernennung Lichtenbergs zum außerordentlichen Professor für Philosophie empfahl. Bei seiner zweiten Reise lernte Lichtenberg, Georg und Johann Reinhold Forster zwei Teilnehmer von Cooks zweiter Weltreise kennen und begegnete bekannten Wissenschaftlern wie James Watt und Joseph Priestley.

Ab 1776 hielt Lichtenberg regelmäßig Vorlesungen an der Universität Göttingen. Mit seinen ausgezeichneten Experimentalvorlesungen in Physik und mit dem von ihm herausgegebenen und kommentierten, äußerst erfolgreichen Werk "Anfangsgründe der Naturlehrer" von J.P. Erxleben machte er sich bald einen Namen. Nach ihm wurden die "Lichtenbergschen Figuren" benannt, die bei büschelförmigen Entladungsvorgängen bei Gleitendladungen auf Isolierplatten entstehen.

1777 machte er die Bekanntschaft von Maria Dorothea Stechardt (1765-1782). Die "kleine Stechardin" war bis zu ihrem frühen Tod Lichtenbergs Lebensgefährtin ("ohne priesterliche Einsegnung meine Frau"). Von 1778 bis 1799 gab er den "göttingischen Taschenkalender" heraus, und von 1780 bis 1785 zusammen mit Georg Forster das "göttingische Magazin der Wissenschaften und Literatur".

Ab 1780 bis zu seinem Tod war Lichtenberg Ordinarius für Physik. 1782 trat Margarethe Elisabeth Kellner in seinen Dienst. Mit der er ab 1783 ein eheähnliches Verhältnis hatte und die er 1789 ehelichte, um ihr und den gemeinsamen Kindern das Erbe zu sichern.

Im Oktober 1789 bekam Lichtenberg, als Folge der Wirbelsäulenverkrümmung, krampfartige Asthmaanfälle, die ihn monatelang ans Bett fesselten.

1793 wurde er zum Mitglied der Royal Society in London ernannt und 1795 in die Petersburger Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Seine "ausführliche Erklärung der Hogarthschen Kupferstiche" (1794 - 99;Fragment) waren von Bahnbrechender Bedeutung für die deutsche Kunstkritik. 1776 & 1778 veröffentlichte er die aufschlussreichen "Briefe aus England" mit Beschreibungen des dortigen Theaterlebens und der Biographie des Schauspielers D.Garrick. Er begrüßte die Ideale der französischen Revolution lehnte jedoch die Herrschaft der Jakubiner ab. Mit seiner kritischen Stellungnahme zur ästhetischen und ideologischen Fragen trug er zur Vorbereitung der klassischen bürgerlichen Literatur bei. Seine (in den so genannten "Sudelbüchern" niedergelegten, erst nach seinem Tot veröffentlichten) geistreich - ironischen, mit meisterhaft Prägnanz formulierten gesellschaftskritischen Gedanken über Leben, Zeitgeschichte, Kunst, Literatur und Wissenschaftliche Probleme stellen einen Höhepunkt aphoristischer deutscher Prosa dar.

Georg Christoph Lichtenberg starb am 14. Februar 1799 in Göttingen.


Zitate von Georg Christoph Lichtenberg

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