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Zenta Maurina

* 15.12.1897 - † 25.04.1978


Zenta Maurina wurde am 15. Dezember 1897 in Lejasciems in Lettland geboren. Ihr Vater Roberts Maurins, ist ein lettischer Kreisarzt, die Mutter Melanie Maurina, geb. Knappe eine deutschstämmige Pianistin aus Sankt Petersburg.

1898 siedelte die Familie nach Grobina (Kurland, Kurzeme) über. Im dortigen Doktorenhaus wuchs Zenta Maurina, mit der lettischen, der russischen und der deutschen Sprache, auf. Im Alter von fünf Jahren erkrankte Zenta Maurina an Poliomyelitis (Kinderlähmung) und war seither an den Rollstuhl gefesselt.

Gegen den elterlichen Willen erzwingt Zenta Maurina die Aufnahme am russischen Gymnasium in Libau und besteht 1915 das Abitur mit Auszeichnung.

Während des ersten Weltkrieges floh die Familie aus der kriegsbedrohten Heimat und verlor alle Ersparnisse. Nach ihrer Rückkehr ins väterliche Doktorenhaus, welches während der Kriegswirren ausgeraubt worden war, gründet Zenta Maurina in Grobina ein Progymnasium und unterrichtet dort die Hauptfächer. 1918 wurde Lettland ein freier Staat.

Am 29. Juli 1919 erschien ihre erste gedruckte Arbeit in der Libauischen Zeitung.

Ebenfalls gegen den Willen Ihrer Eltern begann Zenta Maurina 1921 das Studium an der Lettischen Universität Riga in der Philosophisch-philologischen Fakultät. Ab 1926 arbeitete sie an führenden lettischen Zeitschriften mit und im Februar des darauf folgenden Jahres hielt sie ihren ersten öffentlicher Vortrag "Über das Wesen der Lyrik" im Schwarzhäupterhaus.

Im September 1927 beendete Zenta Maurina das Studium mit dem Staatsexamens. Von 1927 bis 1928 war sie als Lektorin an der Pädagogischen Hochschule in Riga tätig.

Als Mitbegründerin der Volkshochschule auf dem Lande "Sidrabene" im Jahre 1927, nimmt sie die dortige Vortragstätigkeit bis 1940 war. 1929 errichtet Zenta Maurina eine private Literatur-Akademie in Riga für die sie ebenfalls bis 1940 tätig ist.

Ebenfalls 1929 unternahm Zenta Maurina eine Studienreise nach Heidelberg, wo sie unter anderem bei Friedrich Gundolf, Ernst Robert Curtius und Heinrich Rickert Lesungen besuchte.

Von 1932 bis 1935 hielt sie mehrere Vorträge an der Arbeitervolkshochschule (Kr. Barona Tautas augstskola). 1934 unternahm Zenta Maurina eine Reise über Warschau nach Wien, zum Studium bei Prof. Josef Nadler.

1935 begegnet sie erstmals, dem lettischen Romancier und Kulturkritiker Konstantin Raudive, der sie vom Jahre 1936 bis zu seinem Tode 1974 nicht mehr verlässt. In den Jahren von 1936 bis 1937 unternahm Zenta Maurina für Dante-Studien eine Reise nach Florenz, hier traf sie auch Konstantin Raudive wieder. Sie war Ehrengast der Dante-Gesellschaft in Villeneuve und hielt sich darüber hinaus einige Zeit in Paris auf. Während ihrer Heimreise verweilte sie in Kaunas.

Von 1937 bis 1939 war Zenta Maurina Redakteur des lettischen Almanachs "Daugavas gada Gramata".

Am 28. Januar 1939 starb ihr Vater Robert Maurins. Am 4. Februar 1938 erhielt Zenta Maurina die Promotion zum Dr. phil.-habil. summa cum laude mit Rigorosum. Ebenfalls im Jahr 1938 zieht Zenta Maurina nach Riga und unternahm eine Vortragsreise nach Finnland.

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1939 bildete Zenta Maurina in Lettland ein hochgeachtetes, geistiges Zentrum. Bereits 1940 marschierte die bolschewistischen Armee in Lettland ein.

1941 erschien ihr gesammeltes Werk in zehn Bänden mit Biographien von Peteris Ermanis. Am 1. Juli 1941 besetzen die Deutschen Truppen Lettland und werden schließlich von den Bolschewisten wieder verdrängt. Ihre Flucht im Rollstuhl begann im Juli 1944 nach Hermsdorf, im Februar 1945 floh sie weiter vor den Russen nach Sayda im Erzgebirge und im Mai/Juni weiter nach Detmold. Hier hielt sie im November 1945 ihren ersten Vortrag in Deutschland.

Am 21. Mai 1946 starb ihre Mutter Melanie Maurina, geb. Knappe. Ebenfalls im Jahr 1946 schloss Zenta Maurina den Lebensbund mit Konstantin Raudive und emigriert nach Uppsala in Schweden. Wo sie in den Jahren von 1949 bis 1963 als Gastdozentin an der dortigen Universität tätig ist und Vorträge über Dostojewski und andere russische Schriftsteller hält.

In Uppsala schrieb Zenta Maurina ihre große Autobiographie, Essays, Romane, Erzählungen und unternahm im Mai 1951 ihre erste Reise nach Deutschland. Im Mai des darauf folgenden Jahres begann Zenta Maurina eine zweite ausgedehnte Reise, während der sie mehrere Vorträge in Deutschland hielt.

1953 erhielt Zenta Maurina die schwedische Staatsangehörigkeit.

1955 folgte eine Vortragstournee in der Schweiz, 1957 ihr erster Vortragsbesuch in Straßburg und 1958 eine Reise nach Nizza.

1960 erhielt Zenta Maurina ein Stipendium vom Schwedischen König Gustav VI. Adolf für eine Italienreise, die sie im März des folgenden Jahres begann und sie nach Tessin führte.

Im Februar 1965 starb ihre langjährige Sekretärin Margarete Petrautzki. Im Mai 1965 siedelte Zenta Maurina nach Bad Krozingen über.

Im Juli 1966 erhielt Zenta Maurina den Schongauer-Preis und wurde zum Ehrenmitglied der Academie d'Alsace Colmar. In den folgenden Jahren erhielt sie zahlreiche weitere Auszeichnungen und Ehrungen, so zum Beispiel 1968 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, 1969 den Preis des lettischen Volkes im Exil, im April 1971 den Konrad-Adenauer-Preis der Deutschlandstiftung, 1973 die Ehrengabe des Andreas-Gryphius-Preises der Künstlergilde e. V. Esslingen a. N., am 29. Oktober 1977 den Preis der Schweizer "Stiftung für Freiheit und Menschenrechte" im Rathaus zu Bern und am 15. Dezember 1977 die Goldmedaille "Pro Humanitate" des Ost-West-Kulturwerkes e. V. in Bonn im Kurhaus Bad Krozingen.

Am 2. September 1974 starb unerwartet ihr langjähriger Lebensgefährte, Konstantin Raudive.

1975 hielt sich Zenta Maurina zu einer Vortragsreise in Lugano und Caslano auf. 1976 gefolgt von einer Vortragsreise in Lugano und 1977 einer Reise nach San Remo.

Zenta Maurina starb am 25. April 1978 im Krankenhaus in Basel.


Zitate von Zenta Maurina


Die Aphorismen dieses Autoren dürfen auf Grund der Beschränkungen durch das Urheberrechtsgesetz erst nach dem 25.04.2048 veröffentlicht werden!


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