Schrift:

navigationZur Auswahl der vorhandenen Textenavigation

Heinrich Mann

* 27.03.1871 - † 12.03.1950


Heinrich Mann wurde am 27. März 1871 als ältester Sohn von Thomas Johann Heinrich Mann in der Mengstr. 4 in Lübeck geboren. Sein Vater war ein angesehener Kaufmann, Königlich Niederländischer Konsul und später Senator der Freien Hansestadt Lübeck. Seine Mutter kam aus Südamerika und stammt von einem deutschen Plantagenbesitzer und einer portugiesisch-kreolischen Brasilianerin ab.

Heinrich Mann hatte drei Geschwister. Sein Bruder Thomas Mann wurde am 6. Juni 1875 geboren und zwei Schwestern Julia und Carla, letztere wurde 1881 geboren. 1884 unternimmt Heinrich Mann eine Reise nach St.Petersburg und im darauf folgendem Jahr beginnt Mann mit ersten erzählerischen und poetischen Versuchen, seine schriftstellerische Tätigkeit.

1889 verlässt Heinrich Mann vorzeitig das Lübecker Gymnasium mit dem Zeugnis der Unterprima. Anfang Oktober diesen Jahres beginnt Heinrich Mann eine Buchhändlerlehre bei Fa. Zahn und Jaensch in Dresden, die er jedoch kurze Zeit später abbricht. Am 13. Oktober 1889 starb Manns Vater Thomas Johann Heinrich Mann.

1890 erscheinen erste Veröffentlichungen in der Presse, unter anderem "Beppo als Trauzeuge" und "Beweise". Während seiner Tätigkeit als Volontär von 1890 bis 1891 beim S. Fischer Verlag in Berlin besucht Heinrich Mann philosophische und geisteswissenschaftliche Vorlesungen an der Friedrich-Willhelms-Universität Berlin.

1891 entschließt sich Heinrich Mann fortan als freier Schriftsteller zu arbeiten. 1893 siedelte die Familie nach München über und Heinrich Mann unternimmt eine Reise nach Paris. 1894 erscheint, von der Mutter finanziert, Heinrich Manns erster Roman "In einer Familie", der als Analyse des Innenlebens und der Moral angelegt ist.

Von 1895 bis 1896 gibt Heinrich Mann die konservative Zeitschrift "Das Zwanzigste Jahrhundert. Blätter für deutsche Art und Wohlfahrt" heraus.

Von 1896 bis 1898 unternimmt Heinrich Mann, gemeinsam mit seinem Bruder Thomas Mann, eine zweijährige Italienreise, die die beiden unter anderem nach Rom und Palestrina führt.

In diesen Jahren erscheinen die Werke "Das Wunderbare und andere Novellen" (1897) und "Ein Verbrechen und andere Geschichten" (1898). Mit seinem 1900 erscheinenden Roman "Im Schlaraffenland" schafft Heinrich Mann das formale Gegenstück zu seinem Roman "In einer Familie". Mit diesem Werk entwertet er auf satirische Weise die Konventionen der Gesellschaft und setzt seine "Kritik von rechts" fort, die er "Im Zwanzigsten Jahrhundert" an der Gesellschaft geübt hat.

1903 erscheint "Die Göttinnen oder Die drei Romane der Herzogin von Assy", zwei Jahre später wird der Roman "Professor Unrat oder Das Ende eines Tyrannen" publiziert und von 1909 bis 1910 entsteht der Roman "Die kleine Stadt"..

Von 1899 bis 1914 lebte Heinrich Mann in Berlin und München, hielt sich zum Kurbesuch in Meran auf und unternahm Reisen nach Italien und Frankreich. 1910 macht Heinrich Mann die Bekanntschaft mit der Prager Schauspielerin Maria Kanova. Am 12. August 1914 heiratet er Maria Kanova in München, die ihm 1916 seine Tochter Henriette Maria Leonie gebar.

Nach Beginn des I. Weltkrieges protestiert Heinrich Mann 1915 mit dem Essay "Zola" gegen die allgemeine Kriegsbegeisterung und die Haltung seines Bruders Thomas. Dieser weltanschauliche Konflikt führte schließlich zum Zerwürfnis mit seinem Bruder Thomas Mann.

Nach Kriegsende erscheint 1918 sein Roman " Der Untertan" nach Vorabdrucken einzelner Kapitel von 1911 bis 1912 in der Zeitschrift "Simplicissimus" und einer abgebrochenen Veröffentlichung 1914 in "Zeit im Bild" zum ersten Mal vollständig. Er fügt diesem Werk später die Darstellung des Proletariats "Die Armen" (1917) sowie der Bürokratie und Diplomatie "Der Kopf" (1925) bei. Er selbst beschreibt diese drei Werke als Darstellung der deutschen Gesellschaft im Zeitalter Wilhelms II. und fasst sie unter dem Titel "Kaiserreich" zusammen.

Während der Novemberrevolution nimmt Heinrich Mann am "politischen Rat geistiger Arbeit" teil und 1922 kommt es zur Aussöhnung mit seinem Bruder Thomas Mann. Heinrich Mann reist 1924 in die Tschechoslowakei, wo es auf Schloss Lana in Prag zur Begegnung mit Thomas G. Masaryk kommt.

Am 27. Oktober 1926 wird Heinrich Mann zum Mitglied der Preußischen Akademie der Künste, Sektion Dichtkunst, gewählt. Anlässlich einer Gedenkfeier zu Ehren Victor Hugo´s hält Heinrich Mann eine Rede in Paris.

1928 wird Heinrich Mann zum Vorsitzenden des Volksverbandes für Filmkunst ernannt und im gleichen Jahr trennt sich Heinrich Mann von seiner Ehefrau Maria und siedelt nach Berlin über.

1929 macht Heinrich Mann die Bekanntschaft mit Nelly Kröger und im darauf folgendem Jahr wird er von seiner Ehefrau Maria geschieden.

1931 wird Heinrich Mann´s Roman "Professor Unrat" unter der Regie von Josef von Sternberg und nach einem Drehbuch von Carl Zuckmayer mit dem Titel "Der Blaue Engel" verfilmt. In den Hauptrollen spielen Marlene Dietrich und Emil Jannings. Im gleichen Jahr wurde Heinrich Mann zum Präsidenten der Sektion Dichtkunst bei der Preußischen Akademie der Künste ernannt und hält im Admiralspalast eine Rede zur deutsch-französischen Verständigung.

1932 und 1933 unterzeichnet Heinrich Mann gemeinsam mit Käthe Kollwitz und Albert Einstein Aufrufe zur Aktionseinheit der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) gegen die Nationalsozialisten.

Am 30. Januar 1933 wird Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Mit dem "Ermächtigungsgesetz" vom März siegt in Deutschland endgültig die Nazi-Diktatur.

Am 15. Februar 1933 wurde Heinrich Mann aus der Akademie der Künste ausgeschlossen. Beängstigt durch die nationalsozialistischen Repressionen flieht Heinrich Mann am 21. Februar 1933 über Frankfurt a.M. und Kehl am Rhein nach Frankreich in das Exil.

Am 10. Mai 1933 werden, bei der von den Nationalsozialisten inszenierten Bücherverbrennung, auch Schriften von Heinrich Mann, Erich Kästner, Sigmund Freud, Stefan Zweig und vielen anderen auf Scheiterhaufen geworfen und mit Schlachtrufen wie "Gegen Dekadenz und moralischen Verfall! Für Zucht und Sitte in Familie und Staat!", auf dem Berliner Opernplatz von den Nazis öffentlich verbrannt.

Am 25. August 1933 wird Heinrich Mann die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. In den Jahren von 1933 bis 1940 lebt Heinrich Mann vorwiegend in Nizza und reist unter anderem nach Prag, Paris, Genf und Zürich.

1935 hält Heinrich Mann als Präsident des großen Internationalen Schriftstellerkongress in Paris seine programmatische Rede "Vernichtung der Kultur" für die "Verteidigung der Kultur". Im darauf folgendem Jahr erwirbt er die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft. In den Jahren von 1935 bis 1938 verfasst Heinrich Mann den zweibändigen historischen Roman "König Henri Quatre".

Am 9. September 1939 heiratet Heinrich Mann Nelly Kröger. In diesem Jahr wird seine erste Ehefrau Maria im Konzentrationslager Theresienstadt interniert.

Nach der Kapitulation Frankreichs 1940 emigriert Heinrich Mann zusammen mit Lion Feuchtwanger, Golo Mann und Franz Werfel über Spanien und Portugal in die USA. Heinrich Mann arbeitet in den folgenden Jahren als Drehbuchautor für die Filmgesellschaft Warner Brothers und lebte in New York, Princeton und Hollywood.

Am 17. Dezember 1944 wählt Heinrich Mann´s Ehefrau Nelly Mann den Freitod. Im darauf folgendem Jahr veröffentlicht Mann sein Memoirenwerk "Ein Zeitalter wird besichtigt".

1947 wird Heinrich Mann die Ehrendoktorwürde der Humboldt Universität Berlin verliehen und 1949 erhält er den DDR- Nationalpreis 1. Klasse für Kunst und Literatur. 1950 wurde Heinrich Mann zum 1. Präsidenten der Neugegründeten Berliner Akademie der Künste berufen. Heinrich Mann beabsichtigt in die DDR überzusiedeln und trifft erste Vorbereitungen.

Am 12. März 1950 stirbt Heinrich Mann in Santa Monica (USA) kurz vor Vollendung seines 79. Lebensjahres. Am 25. März 1961 wird die Urne mit den sterblichen Überresten Heinrich Mann´s in Berlin-Ost beigesetzt.


Zitate von Heinrich Mann


Die Aphorismen dieses Autoren dürfen auf Grund der Beschränkungen durch das Urheberrechtsgesetz erst nach dem 12.03.2020 veröffentlicht werden!


navigationZurück zum Seitenanfang navigation