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Alexander Sutherland Neill

* 17.10.1883 - † 23.09.1973


Alexander Sutherland Neill wurde am 17. Oktober 1883 als viertes von acht Kindern in Forfar, der Bezirkshauptstadt der schottischen Grafschaft Angus, geboren. Sein Vater, George Neill, stammte aus einer Bergarbeiterfamilie und arbeitete in Kingsmuir als Schulleiter. Seine Mutter, Mary Sutherland arbeitete als Lehrerin an einer Schule in Leith, wo sie ihren späteren Mann kennen lernte. Nach der Hochzeit gab sie ihre Stellung auf, da im damaligen Schottland verheiratete Frauen keinen Unterricht erteilen durften

Neill war der einzige, der im Dorf zur Schule ging. Bereits mit viereinhalb Jahren besuchte Neill die Schule seines Vaters, so dass er den zwei Meilen langen Weg von Forfar nach Kingsmuir gemeinsam mit seinem Vater zu Fuß zurücklegte, bis die Familie 1889 in das neu errichtete Schulhaus in Kingsmuir einzog. Seine Geschwister gingen auf die Akademie von Forfar, die sie auf die spätere Universitätsausbildung vorbereitete. Sein Bruder Wille besuchte bereits mit 16 Jahren die Universität.

Die Kinder der Familie Neill wurden nicht nur in der Schule, sondern auch zu Hause streng erzogen. Dies zeigte sich beispielsweise darin, dass der Vater pünktlich zur jeweils selben Zeit in seine Trillerpfeife blies, um die Kinder zu ihren Hausaufgaben hereinzurufen. Neill, der das Unbegabteste der Kinder war, tat sich am schwersten und war häufig der letzte, der wieder zum Spielen hinaus durfte.

Bereits in jungen Jahren waren Neill die sonntäglichen Kirchgänge eine Qual, auch die Schule viel ihm nicht leicht. Den Kindern war es zunächst auch nicht gestattet zu arbeiten, die finanzielle Situation machten es einige Jahre später jedoch notwendig, dass auch Neill bei der Kartoffelernte helfen musste, was ihm nicht gefiel.

Die Kindheit Neills war sehr stark vom schottischen Calvinismus geprägt, der auf die Erziehung und Bildung in Schottland einen steten Einfluss nahm. Noch bis 1872 waren alle Schulgründungen und die Gestaltung der Lehrpläne auf Repräsentanten der Kirche oder religiös motivierte Bürger zurückzuführen, und diese Tradition lebte während Neills Schulzeit und weit darüber hinaus noch in Schottland fort.

Im Alter von 14 Jahren, als seine Schulzeit endete, wurde Neill, auf Anweisung seines Vaters, als Buchhaltungsgehilfe bei der Firma W.& B. - Cowan, Ltd., einer Gaszählerfabrik in Edinburgh, eingestellt. Oft hatte er Heimweh, die Arbeitsverhältnisse waren schlecht, sein Verdienst gering, und nach sieben Monaten kehrte er dann nach Hause zurück. Nun sollte Neill nach den Plänen seines Vaters Tuchhändler werden und fing eine Lehre bei dem Tuchwarenhändler Anderson & Sturrock an, wo seine Hauptaufgabe darin bestand, Päckchen auszutragen. Diese Stellung musste er jedoch bald wieder aufgeben, weil sich die Gelenke seiner Zehen entzündeten und schließlich steif.

Da es mit Neill hoffnungslos schien, beschlossen seine Eltern, dass er den Lehrerberuf ergreifen sollte. Der fünfzehnjährige Neill wurde für vier Jahre als Lehrerpraktikant bei seinem Vater angestellt. Diese sehr typische Lehrerausbildung in England und Schottland kann mit einem Tutorensystem verglichen werden, in dem ausgewählte ältere Schüler und Schülerinnen die jüngeren unterrichteten. So war er erneut Schüler seines strengen Vaters.

Während dieser Tätigkeit wurde ihm die Tatsache vor Augen geführt, dass man etwas am besten lernt, wenn man es lehrt, und diese Erkenntnis bewirkte ein langsames Abflachen seines Desinteresses am Lernen. Obwohl er das Verhalten seines Vater kopierte, behandelte dieser ihn wie einen Schüler und nicht wie einen angehenden Lehrer. Die Tatsache, dass er seine erste Prüfung nach dem zweiten Lehrjahr als Praktikant eher schlecht absolvierte, empfand sein Vater als beschämend. Als er dann gegen Ende des vierten Jahres beim "normal exam", welches entscheidet, ob man ein richtiger Student wird und dann für weitere zwei Jahre nach Glasgow oder Edinburgh an die Universität geschickt wird, mit einer drei durchfiel, war die Enttäuschung seitens des Vaters um so größer. Da nun die Aufnahme an das Lehrerausbildungs-"College" unmöglich war, wurde er ein so genannter Ex-Praktikant. Diese Lehrerausbildung ist dadurch gekennzeichnet, dass sie eher fachpraktisch ist und so genannte "Hilfslehrer" ausbildet.

Nach seiner Praktikantenzeit bewarb er sich nun als "ex-pupil-teacher" an einer Schule in Bonnyring bei Edinburgh. Neill muss während der vierjährigen Ausbildungszeit bei seinem Vater Interesse an der Lehrerrolle gefunden haben, und außerdem schloss er sich damit der Auffassung seines Vaters an, dass der Lehrerberuf die einzige Möglichkeit für ihn sei, einer Beschäftigung nachzugehen. Neill blieb dort aber nur zwei Monate, weil die Erziehungsmethoden sehr streng waren.. Danach ging er für drei Jahre nach Kingskettle in der Grafschaft Fife, wo die Disziplin noch strenger war als in Bonnyrigg. Neill behauptete sogar, dass nicht einmal sein Vater so streng gewesen war, wie der dortige Schulleiter. Abgestoßen von der militärisch strengen Disziplin versuchte er wenigstens in der Abwesenheit seines Schulleiters in Krankheitsfällen, seinen Schülern und Schülerinnen eine gewisse Freiheit zu geben.

Wesentlich glücklichere Jahre erlebte Neill während seiner Anstellung in Newport, nahe der Industriestadt Dundee, wo er 1906 die Stelle eines Konrektors antrat. Verantwortlich dafür war wohl weniger die strenge Disziplin des Schulleiters Willshers. Hier errang Neill eine gewisse Eigenständigkeit bezüglich seiner Lehrmethoden. So fanden zum Beispiel Naturexkursionen statt. Mittlerweile hatte Neill sein Abschlussexamen in der Lehrerausbildung bestanden, und er legte ebenso die zweite Hälfte der Aufnahmeprüfung zur Universität ab, denn er hatte sich nun entschieden, ein Hochschulstudium aufzunehmen, um nicht weiterhin an schottischen Dorfschulen unterrichten zu müssen.

1908 beschäftigte Neill sich mit dem Gedanken, an die Universität in St.-Andrews in Schottland zu gehen, nachdem er die dafür notwendigen Aufnahmeprüfungen bestanden hatte, doch wieder einmal bewirkte der Einfluss seines Vaters, dass er an die Universität nach Edinburgh ging, um Agrarwissenschaft zu studieren. Bereits nach einem Jahr des Studiums wechselte er seinen Studiengang zu Englisch, dem er mehr Begeisterung entgegen brachte. Literarisch beschäftigte er sich mit Wells, Shaw, Shakespeare, Spenser, Chaucer, Pope, Dryden u.a.. Als Student wandte Neill sich sozialistischen Ideen zu und brachte schließlich die Studentenzeitschrift "Student" heraus, die auch schon sein Bruder veröffentlicht hatte, was ihm nicht nur Respekt bei den Studenten verschaffte, sondern auch eine gewisse journalistische Übung bot. In den hier veröffentlichten Artikeln wurden die universitäre Form der Lehre und die allgemein gängigen Erziehungsmethoden abgelehnt.

Als Neill seine akademische Ausbildung zum Master of Arts am 5. Juli 1912 zu seiner eigenen Überraschung mit dem guten Abschluss "Second Class Honours" abgeschlossen hatte, war für ihn klar, dass er den Lehrerberuf nicht ausüben wollte. Sein Interesse galt einer journalistischen Laufbahn und so nahm er eine Stellung bei T.C. & E.C. Jacks an, einem Verlag in Edinburgh, der eine einbändige Enzyklopädie herausbringen wollte. Neill wurde Redakteur und seine Aufgabe bestand darin, Beiträge zu redigieren. Im Rahmen dieser Tätigkeit zog er dann nach London um. Auch als die Arbeit beendet und er kurzfristig ohne Anstellung war, wollte er nicht als Lehrer nach Schottland zurückkehren. Er blieb also weiterhin im journalistischen Bereich und war als künstlerischer Assistent für das Neugegründete "Piccadilly Magazine" tätig, was jedoch niemals erschienen ist, da die Redaktion sich nach Kriegsausbruch auflöste.

Als der Erste Weltkrieg ausbrach, nahm Neill am 15. Oktober 1914 Widererwarten die Stelle des stellvertretenden Schulleiters von Gretna Green an, um sich wohl auch vor dem Eintritt in die Armee zu schützen. Der bisherige Rektor der örtlichen Schule hatte sich freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet, und Neill übernahm nun die Leitung der schottischen Dorfschule, die von 150 Kindern besucht wurde. Hier begann er zu schreiben und beschäftigte sich zum ersten Mal mit Erziehungsfragen. Er machte wenig Gebrauch von den disziplinarischen Maßnahmen. Die Sinnlosigkeit mancher verpflichtender Themen in den einzelnen Fächern, weckte in ihm die Idee, dass Schüler und Schülerinnen, die sich nicht für den Unterricht interessierten, den Klassenraum verlassen und die weniger populären Fächer vernachlässigen durften. Es wurden Ausflüge in die Natur unternommen und Lehrbücher durch ausgewählte Literatur ersetzt. Anstöße für die Entwicklung seiner pädagogischen Ideen bekam Neill sicherlich in Gretna Green, die er als inoffizielles Schultagebuch in dem Buch "A Dominie’s Log" festhielt.

Noch im Frühjahr 1917 wurde Neill zur Musterung befohlen und als kriegstauglich gemustert. Er durchlief unterschiedliche militärische Stationen, bis er schließlich wegen einer schweren Grippeerkrankung aus dem Militärdienst entlassen werden musste.

Während der Zeit seiner Militärausbildung erfuhr Neill von dem amerikanischem Erzieher Homer Lane und seiner Besserungsanstalt für jugendliche Verbrecher mit dem Namen "Little Commonwealth", wo er sich nun bewarb. Doch zu diesem Zeitpunkt war die Schule bereits geschlossen, und so bewarb er sich an der "King Alfred School" von John Russell, wo er eine Anstellung als Lehrer bekam. Diese koedukative Reformschule im Londoner Stadtteil Hampstead war gekennzeichnet durch die Abschaffung von Noten und Prügelstrafe. Neills berühmtestes Experiment an der dortigen Schule war die Einführung des "Self-government" nach Homer Lanes Vorbild, was jedoch noch in seinem Anfangsstadium war. Als es zu Protesten innerhalb des Lehrerkollegiums hinsichtlich der Selbstverwaltungssitzungen über die einzelnen Lehrer und Lehrerinnen kam, legte ihm John Russell nahe, die Arbeit an dieser Schule niederzulegen.

Als er die "King Alfred School" verlassen musste, entschied er sich gemeinsam mit Beatrice Ensor im Frühjahr 1920, die Zeitschrift "Education of the New Era" herauszugeben. Er konnte sich mit einer breiten Themenwahl beschäftigen und übte heftig Kritik an dem bestehendem Schulsystem. Während dieser Zeit musste auch Neill sich mit der international bekannt werdenden Montessori-Pädagogik beschäftigten. Die Einstellung zu Maria Montessoris Erziehungsmodell lehnte Neill jedoch gefühlsmäßig ab.

Als Mitherausgeber der Zeitschrift "New Era" gewann er einen größeren Bekanntheitsgrad und wurde zu Vorträgen eingeladen, die Themen wie Mechanismen des Denkens, Psychoanalyse, das Unterbewusstsein des Kindes, die Psychologie des Prügelpädagogen, "Self-government" und Massenpsychologie beinhalteten.

Überall in Europa entstanden damals Reformschulen, die ihren Ursprung in der Kritik an den veralteten Erziehungsidealen des etablierten Bildungswesen hatten. Merkmale dieser neuen Schulen - meistens private Internatsschulen oder Schulen in sozialen Brennpunkten der Städte, waren beispielsweise die Einführung von Koedukation, die Loslösung von festen Stunden- und Fachschemata, die Auflösung von Klassen- und Jahrgangsverbänden, das Ersetzen von Lehrbüchern durch teilweise selbst erstellte Nachschlagewerke oder die Einrichtung von Schuldruckereien und Schulgärten.

Als Neill im Jahre 1921 wegen einer Konferenz, auf der er einen Vortrag über Erziehung hielt, nach Salzburg reiste, führte es ihn anschließend nach Hellerau, einem Vorort Dresdens, wohin ihn Lilian Neustätter eingeladen hatte, eine Australierin, die er bereits 1918 während seiner Tätigkeit an der "King Alfred School" in London kennen gelernt hatte. In Hellerau gab es die "Jaques-Dalcroze"-Schule, deren Betrieb Neill in einem Bericht für die New Era beschrieb, wofür er eigentlich auf den Kontinent gereist war.

Angeregt durch neue Gedanken in einer Zeit, in die experimentelle Erprobungen unterschiedlichster neuer pädagogischer und auch psychologischer Erkenntnisse fallen, entschlossen sich Karl Baer, ein Architekt, und seine amerikanische Frau Christine, eine Schülerin von Emile Jaques-Dalcroze, eine Rhythmik-Schule in Hellerau zu gründen. Christiane Baer gab Neill die Chance, in dieser "Neuen deutschen Schule" eine internationale Schule nach seinen Vorstellungen zu gründen. Bereits 1921 kristallisierten sich in Hellerau bestimmte Elemente heraus, die Neills Erziehungsstil bis zu seinem Lebensende bestimmen sollte. So nahm er beispielsweise die Form des "Self-government" wieder auf. Außerdem war die Teilnahme am Unterricht freigestellt. Auch die so genannten "Private lessons" fanden hier ihren Ursprung. Seine Idealvorstellungen in Bezug auf das Lehrerkollegium ließen sich hier nur schwer realisieren. Sowohl Lehrkräfte als auch Schüler und Schülerinnen waren in dem Schulheim untergebracht, deren Geschäftsführung von Lilian Neustätter übernommen wurde. In Hellerau entstand sein viertes Buch mit dem Titel "A Dominie Abroad", das von den Erlebnissen in Deutschland berichtet. Als jedoch 1923 ein kommunistischer Putsch einen Bürgerkrieg in Sachsen ausbrechen ließ und immer mehr Eltern ihre Schüler und Schülerinnen von dieser Schule holten, musste die Schule ihren Betrieb einstellen.

Ein ehemaliges Kloster auf dem Sonntagberg in Österreich erschien Neill dann geeignet für die Fortsetzung des Schulbetriebs. Lilian Neustätter übernahm weiterhin die Leitung des Schulheims. Doch dort stieß diese Schule auf heftigen Widerstand der Bevölkerung und seitens der Schulbehörde. Gründe hierfür waren, dass weder Religionsunterricht noch Leibesübungen oder hauswirtschaftlicher Unterricht erteilt wurde, was für österreichische Schulen verpflichtend war. Die Dorfbewohner monierten aufs heftigste, dass Mädchen sich im Badeanzug in der Sonne badeten und auch Schüler nackt auf dem Schulgelände herumliefen. Daraufhin wurde entschieden, die Schule nach England zu verlegen.

Ende 1924 reiste Neill mit einer kleinen Gruppe nach England. Er kaufte sich zunächst ein Haus in Lyme Regis in der Grafschaft Dorset. Das Haus wurde Summerhill genannt Er spezialisiert sich auf Problemkinder und sagt, dass er Jungen und Mädchen aufnehmen will, die an anderen Schule beschwerlich, faul, träge, antisozial sind. Standhaft weigert er sich, Kompromisse einzugehen. Die Schule setzte sich zunächst aus fünf Schülern und Schülerinnen zusammen, die bereits auf dem Sonntagberg in Österreich dabei gewesen waren, und von denen nur drei die Schulgebühren bezahlten.

1926 erschien Neills achtes Buch "The Problem Child", was die Popularität seiner Schule schlagartig erhöhte. Er versuchte mit diesem Buch zu verdeutlichen, dass die moralbetonte Erziehung der Eltern die Erziehung der Kinder nachhaltig beeinflusse. Die Veröffentlichung des Buches bewirkte zum einen ein Ansteigen der Zahl der Schüler und Schülerinnen und zum anderen ein Ansteigen der Problemkinder. Die "Private lessons", Einzelgespräche mit den Schüler und Schülerinnen, wurden hier von Neill aufgenommen. Auch wurden bereits in den ersten Gründerjahren die einmal wöchentlich stattfindenden Schulversammlungen durchgeführt. Neill, der der Institution Ehe eher skeptisch gegenüberstand, heiratete Lilian Neustätter. Sie unterrichtete nicht nur Fächer wie Stenographie, Schreibmaschinenschreiben, Geschichte, Deutsch und Englisch, sondern sie regelte auch die finanziellen Angelegenheiten. Des Weiteren kümmerte sie sich um die "Hausmütter", die im Zusammenhang mit der steigenden Schülerzahl eingestellt wurden.

1927 wurde die Schule nach Leiston der Grafschaft Suffolk verlegt. Die Schule zählte nun bereits 31 Schüler und Schülerinnen. Die durch die Herausgabe weiterer Bücher Neills und seine Vortragsreisen hervorgerufene Popularität bewirkten, dass 1932 eine Warteliste für die Aufnahme in Summerhill bestand.

Als der Zweite Weltkrieg einsetzte, wurde das Schulgebäude in Leiston requiriert und ein "Notquartier" in Festiniog in Nord-Wales gefunden, wo Neill und die Schüler und Schülerinnen fünf Jahre lang lebten. Zu dieser Zeit hatte Neill mit vielen negativen Einflüssen zu kämpfen, so verstarb seine Frau an den Folgen eines Schlaganfalles. Neill behauptete, dass diese Schule kein richtiges Summerhill war, denn Eltern schickten ihre Kinder dorthin, um sie in Sicherheit vor dem Krieg zu wissen. Nach dem Krieg wurden diese Kinder wieder zurückgeholt.

1945 kehrte Neill zurück nach Summerhill. Hier heiratete er dann Ena Wood, die ursprünglich als Küchengehilfin nach Festiniog gekommen war und bald zu Neills "Sekretärin" avancierte. Zu diesem Zeitpunkt war Neill 61 und Ena 34 Jahre alt.

Neill behauptet, dass er in keinem anderen Land Summerhill hätte gründen können, da England zu den freiesten Ländern zählt. Englische Schulen, ob öffentlich oder privat, unterstehen der Kontrolle des Erziehungsministeriums. 1949 wurde die Schule zum ersten Mal von Schulinspektoren kontrolliert, wenn eine Privatschule in England als leistungsfähig gelten möchte, musste sie die staatliche Anerkennung beantragen, und erst eine Inspektion entschied über die Gewährung. Neill hat diesen Antrag nie gestellt, weil es mit seiner Grundeinstellung nicht vereinbar gewesen wäre. Aus diesem Grund betrachtete Neill die staatlichen Inspektoren als unfähig, seine Schule überhaupt beurteilen zu können, da diese Inspektoren jedoch in der Lage waren, Summerhill zu schließen, musste er gezwungenermaßen mit ihnen kooperieren und verhielt sich kompromissbereit, indem er sich an Bestimmungen und Vorschriften hielt, die zum Beispiel das Schulgebäude betrafen.

1966 erhielt Neill die Ehrendoktorwürde der Universität Newcastle, 1968 die der Universität Exeter und 1971 die der Hochschule Essex.

Im gleichen Jahr erlitt er einen Schlaganfall, dem zahlreiche Klinikaufenthalte folgten.

Am 23. September 1973 starb Alexander Sutherland Neill im Alter von 89 Jahren in Aldeburgh, Suffolk. Seine Frau Ena übernahm zunächst die Schulleitung und übergab diese 1985 an die Tochter Zoe.


Zitate von Alexander Sutherland Neill


Die Aphorismen dieses Autoren dürfen auf Grund der Beschränkungen durch das Urheberrechtsgesetz erst nach dem 23.09.2043 veröffentlicht werden!


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