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Rainer Maria Rilke

* 04.12.1875 - † 29.12.1926


Rainer Maria Rilke wurde am 4. Dezember 1875 als einziges Kind des Militärbeamten und Beamten bei der Eisenbahn Josef Rilke und der Kaufmannstochter Sophie Rilke (geb. Entz) in Prag geboren. Rilke besuchte von 1886 bis 1891 die Militärschule St. Pölten und anschließend die Militär-Oberrealschule in Mährisch-Weißkirchen. Für den sensiblen jungen Mann entwickelte sich der dortige Aufenthalt zu einem Trauma.

1891 besuchte Rilke die Handelsakademie in Linz und schrieb erste, noch unvollkommene Gedichte, die 1894 unter dem Titel "Leben und Lieder" veröffentlicht worden sind.

1895 immatrikulierte er sich in die philosophische Fakultät der Universität Prag und hörte Vorlesungen in Philosophie, deutscher Literatur, italienischer Kunstgeschichte, später auch Rechtswissenschaft. 1896 verbrachte er zwei Semester in München und 1887 zog es ihn zu weiteren Studien nach Berlin.

Im Mai 1897 lernte Rilke in München die Schriftstellerin Lou Andreas-Salomé kennen (1861-1937), die unter anderem mit Friedrich Nietzsche und Sigmund Freud befreundet gewesen war.

Mit ihr und ihrem Mann unternahm er 1899 und 1900 zwei Reisen nach Russland, wobei sie unter anderem mehrfach von Leo Nikolajewitsch Tolstoj empfangen wurden. Das Land, die Menschen, vor allem die "russische Seele" beeindruckten ihn sehr und so wurde Russland gewissermaßen zu seiner frühen Wahlheimat.

Während dieser Zeit entstand der Gedichtband "Mir zur Feier" (1899) und die "Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke" (1899).

Im April 1901 ließ er sich in der Malerkolonie Worpswede nieder und versuchte ein bürgerliches Leben zu führen und heiratete die Bildhauerin und Rodin-Schülerin Clara Westhoff (1878-1954). Aber schon nach wenigen Monaten Ehe siegte sein Freiheitsdrang und er verließ fluchtartig seine Frau, seine Tochter und Worpswede, um in den folgenden 12 Jahren überwiegend in Paris zu leben.

In Paris lernt Rilke den Bildhauer Auguste Rodin kennen mit dem er Freundschaft schloss und im Jahre 1905 für acht Monate dessen persönlicher Sekretär wurde. In diesen Jahren sowie in der sich anschließenden Zeit in Paris entwickelte Rilke seinen eigenen Bahnbrechenden Stil und verlieh in den "Neuen Gedichten" (1907) und in "Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge" (1910) dem Endzeitbewusstsein des Fin de siècle Ausdruck.

In den Jahren bis zum Kriegsausbruch unternahm Rilke zahlreiche Reisen, die ihn in mehr als fünfzig verschiedene Orte führten. Im Jahre 1912 war er eine zeitlang Gast der Fürstin Marie von Thurn und Taxis auf Schloss Duino bei Triest an der Adria und arbeitete an den ersten Teilen seiner "Duineser Elegien".

Während des I. Weltkrieges hielt sich Rilke überwiegend in München auf und war für kurze Zeit beim österreichischen Landsturm, aus dem er jedoch aus Gesundheitsgründen entlassen wurde.

Nach Kriegsende siedelte Rilke in die Schweiz über und lebt seit 1920 in Berg am Irschel bis er 1921 auf Schloss Muzot im Kanton Wallis, das ihm sein Mäzen Werner Reinhart zur Verfügung gestellt hatte, umzog.

Im Februar 1922 vollendet Rilke in kürzester Zeit seine beiden späten Meisterwerke, die "Duineser Elegien" und "Sonette an Orpheus". In den folgenden Jahren unternahm Rilke wieder Reisen. Seine unheilbare Krankheit zwingt ihn jedoch zum Rückzug und die Aufenthalte in Sanatorien werden immer häufiger.

Rainer Maria Rilke starb am 29. Dezember 1926 im Sanatorium Valmont bei Montreux an Leukämie.


Zitate von Rainer Maria Rilke

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