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Romain Rolland

* 29.01.1866 - † 30.12.1944


Romain Rolland wurde am 29. Januar 1866 in Clamecy (Dép. Nièvre) als Sohn eines Notars geboren. Rolland verbrachte eine durch Ängste und Kränklichkeit geprägte Kindheit in seiner Heimatstadt Clamecy. Bereits in frühen Jahren war er mit Shakespeare, Mozart sowie mit Beethoven vertraut, der ihn ein Leben lang fesseln sollte.

Im Jahre 1880 zog die Familie nach Paris, um Rolland eine weiterführende Schulbildung zu ermöglichen. Von 1880 bis 1886 besuchte Rolland das Lycée St. Louis und die Eliteschule Louis-le-Grand, wo er Anschluss an Paul Claudel fand. In den Jahren von 1886 bis 1889 studierte Rolland an der Ecole Normale Supérieure, der französischen Eliteschule für die Lehramtsfächer an Gymnasien. Ein Stipendium führte ihn in den nächsten beiden Jahren nach Rom, wo er die Bekanntschaft der Malwida von Meisenbug machte. In diese Zeit datieren frühe Schauspiele, die von der Comédie Française verworfen wurden. Rollands Heirat mit Clotilde Bréal (1892) endete bereits 1901 mit der Scheidung.

Während seines zweiten Romaufenthaltes von 1892 bis 1893 arbeitete er an seiner kunst- und musikgeschichtlichen Dissertation. Seit 1893 als Lehrer tätig, erhielt Rolland 1895 eine Professur für Musikgeschichte an der Ecole Normale Supérieure und von 1902 bis 1912 an die Sorbonne.

Mit dem Zyklus der "Tragédies de la Foi" (1897-1903) erlangte Rolland erste Bekanntheit uns unter dem Einfluss der Dreyfusaffäre entstand der Auftakt zum Schauspielzyklus "Théâtre de la Révolution" (1898-1902; 1925-38). Sein literarisches Hauptwerk, der zehnbändige Bildungs- und Entwicklungsroman "Jean-Christophe", erschien zwischen 1904 und 1912 in den "Cahiers de la Quinzaine" seines Schülers Péguy und verschaffte ihm den internationalen Durchbruch. In dem autobiographisch gefärbten Romanwerk wird die Geschichte eines deutschen Musikers erzählt, der Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen seiner Zeit übt. Rolland plädierte in diesem Werk für ein harmonisches Miteinander der Nationen. Für letzteres erhielt Rolland 1913 den "Grand Prix de la Littérature" und im Jahr 1915 den Nobelpreis für Literatur.

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges traf Rolland überraschend, während eines Aufenthaltes in der Schweiz, die er nun für lange Jahre des Exils nicht verlässt. Von hier aus engagierte sich Rolland gegen Militarismus, Nationalismus und Krieg, unter anderem mit seiner 1915 erschienenen und umstrittenen Essaysammlung "Au-dessus de la mêlée" ("Über dem Getümmel"). In den Jahren von 1917 bis 1919 entstanden die beißende Kriegssatire "Liluli", in der Rolland die Menschheitsidole Vaterland und Kirche anprangert. Bereits seit 1915 hatte sich Rolland Indien und dem Fernen Osten zugewandt, wo er 1931 Mahatma Gandhi traf und wohin er die Korrespondenz mit Hermann Hesse führte. Die Jahre zwischen den beiden Weltkriegen engagierte dich Rolland als Mahner für den Frieden und gegen den Faschismus. Der Russischen Revolution stand er wohlwollend gegenüber, verkannte jedoch später den Stalinismus. 1932 organisiert er mit Barbusse einen Friedenskongress in Amsterdam. Die Goethe-Medaille für das Jahr 1932 lehnt er 1933 als Protest gegen die nationalsozialistische Bücherverbrennung ab.

Seit 1934 mit Maria Koudachev verheiratet, kehrte Rolland 1937 in seine Heimat nach Vézelay zurück, wo er sich seine letzten Lebensjahre, Arbeiten über Beethoven und Péguy sowie seinen Memoiren widmet.

Romain Rolland starb am 30. Dezember 1944 in Vézelay (Yonne, Schweiz).


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