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Johann Gottfried Seume

* 29.01.1763 - † 13.06.1810


Johann Gottfried Seume kommt in Poserna bei Weißenfels am 29. Januar 1763 als erstes von fünf Kindern des wohlhabenden Bauern Andreas Seume und seiner Frau Regina Christina zur Welt. 1770 zieht die Familie nach Knautkleeberg und Andreas Seume wird Gast- und Landwirt.

Die Familie Seume verarmt während einer Hungersnot und 1773 erkrankt der Vater, dessen Tod 1776 zur völligen Verarmung führte. Von 1777 bis 1781 übernimmt Graf Wilhelm von Hohental die Ausbildung des begabten Johann Gottfried Seume, sodass er bis 1779 die Schule in Borna und anschließend in Leipzig die Nicolaischule besuchen konnte. Seume begann danach sein Theologiestudium in Leipzig.

Bewegung kam in Seumes Leben, als er 1781 von aufklärerischen Gedanken ergriffen sein Theologiestudium abbrach um in Metz auf die Artillerieschule zu gehen. Auf dem Weg dorthin wurde er, in Vacha bei Erfurt von hessischen Werbern, die wehrfähige Männer für den Krieg in Nordamerika an den König von England verkauften, aufgegriffen. Seume wird in Halifax stationiert und lernt zu dieser Zeit Karl Ludwig August Heino Freiherr von Münchhausen kennen. Auf der Rückfahrt von Amerika 1783, desertiert Johann Gottfried Seume in Bremen und wird von Preußen eingefangen und nach Emden verschleppt. Nach mehreren vergeblichen Fluchtersuchen wird Seume gegen eine Kautionszahlung freigelassen.

1784 beginnt Seume das Studium für Jura, Philosophie, Philologie und Geschichte in Leipzig, wieder gefördert von Graf Hohenthal. Seit 1790 ist Seume Erzieher des livländischen Grafen Gustav Andreas Otto von Igelström. 1788 veröffentlicht Seume Honorie Warren (bei Göschen in Leipzig) und bezahlt mit dem Honorar die Kaution. 1793 wurde Seume freiwillig russischer Soldat und als Sekretär und Adjutant des russischen Generals Ingelström (dem Onkel seines Schützlings) in Warschau und erlebte den Aufstand der Polen gegen die Russen mit.

Seume gerät 1794 im Zuge des polnischen Aufstands für zehn Monate in polnische Gefangenschaft und kann 1795 als Begleiter eines russischen Offiziers nach Leipzig zurück kehren. In Leipzig beginnt eine unglückliche Liebe zu Wilhelmine Röder sowie eine Freundschaft mit dem Maler Veit Hans Schnorr von Carolsfeld. 1796 bittet Seume um Entlassung aus russischen Diensten und wird ohne Pensionsanspruch ausgeschlossen.

Von 1797 bis 1801 arbeitete Seume als Korrektor und Lektor bei dem Verleger und Buchhändler Georg Joachim Göschen (1752 bis 1828) in Grimma bei Leipzig. 1799 besucht er Johann Wilhelm Ludwig Gleim in Halberstadt und unternimmt eine Reise durch den Harz. Seume wird ehrenvoll aus der russischen Armee entlassen, jedoch immer noch ohne eine Pension. Seume bittet Gleim um ein Darlehen für eine Italienreise und reist vom 6. Dezember 1801 bis April 1802 nach Syrakus von der er Ende August 1802 zurück kehrt.

Seume erkrankt 1808 an einem schweren Nieren- und Blasenleiden und gerät in finanzielle Not. Woraufhin er sich im darauf folgendem Jahr wiederum vergeblich um eine russische Offizierspension bemüht auch ein Zweiter Versuch über Christoph Martin Wieland blieb vorerst erfolglos.

Am 3. Juni 1810 reist Seume, mit geliehenem Geld zum Kuraufenthalt nach Teplitz (Teplice, Tschechien), wo Johann Gottfried Seume am 13. Juni 1810 stirbt.

Drei Tage nach der Todesmeldung erhält Christoph Martin Wieland die Nachricht vom Erfolg des Gesuchs um eine Pension für Seume.


Zitate von Johann Gottfried Seume

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