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Theodor Storm

* 14.09.1817 - † 04.07.1888


Am 14. September 1817 wurde Hans Theodor Woldsen Storm in Husum als erstes Kind des Justizrats Johann Casimir Storm und dessen Frau, der Patriziertochter Lucie Woldsen, geboren.

Im Herbst des Jahres 1821 kam der vierjährige Storm in die Klippschule, eine Art Kindergarten. Im Herbst des Jahres 1826 tritt der neun Jahre alte Storm in die Quarta der Husumer Gelehrtenschule ein. Am 17. Juli 1833 erschien Storms erstes Gedicht "An Emma" und am 27. Juli 1834 wurde das Gedicht "Sängers Abendlied" im Husumer Wochenblatt veröffentlicht.

Im Herbst des Jahres 1835 wechselt Storm schließlich zum Katharineum, einem angesehenen Gymnasium in Lübeck. In Ferdinand Röse fand er hier einen Freund, der ihn nicht nur in die Gesellschaft Lübecks einführte sondern auch mit Emanuel Geibel bekannt machte.

Im April des Jahres 1837 immatrikulierte Storm an der Universität in Kiel zum Jurastudium. Zu dieser Zeit entstanden das Märchen "Hans Bär" und die Gedichte für Bertha von Buchan.

Am 3.Oktober 1837 verlobt sich Storm mit der 17jährigen Emma Kühl von Föhr. Diese Verlobung wurde jedoch am 28. Februar 1838 wieder aufgehoben. Ebenfalls 1838 folgt Storm seinem Freund Ferdinand Röse für drei Semester an die Universität nach Berlin. Zu dieser Zeit werden einige seiner Gedichte in den "Neuen Pariser Modeblättern" veröffentlicht.

Nach seiner Rückkehr an die Universität Kiel 1839 lernte er Tycho und Theodor Mommsen kennen. Gemeinsam mit ihnen sammelte Storm schleswig-holsteinische Sagen, Märchen und Lieder, die sie später dem Germanisten Karl Müllenhoff für dessen 1845 erscheinende Sammlung überließen. Bereits 1840 hatte Storm erste Gedichte im Album der Boudoirs, einer Publikation der Zeitschrift Europa, veröffentlicht.

Im Oktober 1842 wies Bertha von Buchan den Heiratsantrag Storms zurück. Im selben Monat bestand er das juristische Abschlussexamen an der Universität Kiel, woraufhin er, um in der väterlichen Kanzlei zu arbeiten, nach Husum zurückkehrte. Im darauf folgendem Jahr eröffnete Theodor Storm eine eigene Rechtsanwaltskanzlei in Husum. Im Frühjahr des Jahres 1843 gründet Storm einen "Singverein" und ebenfalls in diesem Jahr erschien das "Liederbuch dreier Freunde", das mehr als 120 Gedichte der Gebrüder Mommsen und Storms enthielt.

Überraschend für seine Familie verlobte Theodor Storm sich im Januar 1844 mit seiner Cousine Constanze Esmarch (1825 - 1865) aus Segeberg. 1845 veröffentlicht Karl Müllenhoff die "Sagen, Märchen und Lieder der Herzogtümer Schleswig-Holstein und Lauenburg", die auch Beiträge von Storm enthalten.

Am 15. September 1846 heiratet Theodor Storm Constanze Esmarch in Segeberg. Doch schon bald gehörte alle Leidenschaft der neunzehnjährigen Senatorentochter Dorothea "Do" Jensen, mit der er ein Verhältnis hatte. Obwohl sogar eine Ehe zu dritt in Erwägung gezogen wurde, verließ Dorothea Jensen schließlich 1848 Husum.

Am 25. Dezember 1848 wurde Storms erster Sohn Hans geboren und 1949 erschienen die Novelle "Immensee" und das Kindermärchen "Der kleine Häwelmann".

Politische Ereignisse bestimmten die nächsten Jahre seines Lebens. Storm, infolge der damaligen politischen Konstellationen als Däne geboren, hatte sich bereits 1840 in Kiel der schleswig-holsteinischen Volksbewegung gegen die dänische Vorherrschaft angeschlossen. 1848 wurde Storm Sekretär des "Patriotischen Hilfsvereins" und engagiert sich im darauf folgendem Jahr für die nationale Unabhängigkeitsbewegung in Schleswig-Holstein.

Nach der Niederlage der Schleswig-Holsteiner gegen die Dänen bei Idstedt am 24./25. Juni 1850 und dem Friedensschluss von 1850 zwischen Preußen, Österreich und Dänemark, durch den Schleswig und Holstein dem dänischen Staat einverleibt wurden, blieb seine Haltung gegen letzteren unversöhnlich. Storm unterhält seit November diesen Jahres einen regen Briefwechsel mit Eduard Mörike.

Am 30. Januar 1851 wurde Storms zweiter Sohn Ernst geboren und ebenfalls in diesem Jahr entstand das Märchen "Hinzelmeier" und bei Duncker in Berlin erschien die erste Buchausgabe der "Sommergeschichten und Lieder".

Wegen seiner der dänischen Regierung nicht zusagenden Gesinnung verlor er 1852 sein Amt. Im Dezember 1952 während einer Reise nach Berlin macht Storm die Bekanntschaft mit den Mitgliedern des "Tunnels über der Spree", zu denen unter anderem Theodor Fontane, Paul Heyse, Adolph von Menzel, Franz Kugler und Joseph von Eichendorff gehörten. Ende 1852 erschien auch seine erste selbständige Buch-Ausgabe seiner "Gedichte" im Verlag Schwers in Kiel.

Im März 1853 begann Storm einen stetigen Briefwechsel mit Théodor Fontane und ab November auch mit Paul Heyse. Am 10. Juni 1853 wurde sein dritter Sohn Karl geboren. Nach Stellungssuche in Gotha und Buxtehude emigrierte Storm im September 1853 nach Berlin, wo ihm, nun weitgehend mittellos und auf die Unterstützung des Vaters angewiesen, am 18. Oktober 1853 eine unbezahlte Anstellung als Assessor am Kreisgericht in Potsdam zugewiesen wurde. Daraufhin siedelt Storm im Dezember 1853 von Husum nach Potsdam über.

1854 erschienen die Novellen "Ein grünes Blatt" sowie "Im Sonnenschein" und im folgenden Jahr die Novelle "Angelika".

Am 10. Juni 1855 wurde Stroms erste Tochter Lisbeth geboren und am 15. und 16. Juni besucht er Eduard Mörike in Stuttgart. Im Juli des Jahres 1856 wurde Storm zum Kreisrichter in Heiligenstadt (Eichsfeld) ernannt, woraufhin er im September von Potsdam nach Heiligenstadt umzog. Die Arbeit als Kreisrichter ließ ihm nun genügend Zeit für sein dichterisches Schaffen, wobei die Novellistik mehr und mehr in den Vordergrund trat. Nachdem Storm im März 1859 einen Gesangverein in Heiligenstadt gegründet hatte, erschienen ebenfalls zu dieser Zeit die Novellen "Auf dem Staatshof" (1857/58), "Späte Rosen" (1859), "Drüben am Markt" (1860), "Veronica" (1861), "Im Schloss" (1861), "Auf der Universität" (1862), "Von jenseits des Meeres" (1863/64) und seine Gespenstergeschichten "Am Kamin" (1861).

1860 wurde Storms zweite Tochter Lucie und am 24. Januar 1863 seine dritte Tochter Elsabe geboren.

Nach dem Tod des dänischen Königs Friedrich VII am 15. November 1863 setzte der neue König Christian IX eine neue dänische Gesamtstaatsverfassung in Kraft, die auch für das Herzogtum Schleswig gelten sollte. Diese stellte jedoch eine Verletzung des so genannten "Londoner Protokolls" dar, woraufhin, nach dem Verstreichen des Preußisch-Österreichischen Ultimatums an Dänemark, im Januar 1864 preußische und österreichische Truppen in Schleswig einmarschierten. In einer spontanen Versammlung von Husumer Bürgern im Februar 1864 wurde der dänische Landvogt abgesetzt und Storm zum neuen Landvogt ausgerufen. Am 12. März 1864 kehrte Storm nach Husum zurück. Bis 1880 blieb er dort, übte zunächst das Amt des Landvogts aus und war ab 1867, im Zuge der Verwaltungsreform, nachdem Schleswig-Holstein von Preußen annektiert worden war, Amtsrichter.

Nach Beendigung des Krieges am 20. Juli 1864 trat Dänemark durch den Friedensvertrag von Wien daraufhin alle Rechte auf Schleswig und Holstein an die beiden deutschen Mächte ab.

Am 4. Mai 1865 wurde Storms Tochter Gertrud geboren. Der Tod seiner Frau Constanze am 20. Mai 1865 stürzte ihn in eine schwere Lebens- und Schaffenskrise. Storms Bekanntheitsgrad wuchs und jüngere Schriftsteller, wie der damals viel gelesene Wilhelm Jensen, suchten seinen persönlichen Kontakt. Mit anderen wie dem russischen Dichter Iwan Turgenjew, den er während einer Reise vom 5. bis 13. September 1865 nach Baden-Baden kennen gelernt hatte, und Gottfried Keller verkehrte er brieflich.

1868 erschien die erste Ausgabe seiner gesamten Schriften und in den Jahren der Husumer Zeit entstanden nun die Novellen "Der Spiegel des Cyprianus" (1865), "Eine Malerarbeit" (1866), "In St. Jürgen" (1867), "Draußen im Heidedorf" (1872), "Viola tricolor" (1874), "Beim Vetter Christian" (1874), "Pole Poppenspäler" (1874), "Waldwinkel" (1874), "Ein stiller Musikant" (1875), "Psyche" (1875), "Im Nachbarhause links" (1875), "Aquis submersus" (1876), "Carsten Curator" (1878), "Renate" (1878), "Im Brauerhause" (1878/79), "Eekenhof" (1879), und "Die Söhne des Senators" (1880).

Am 13. Juni 1866 heiratete Storm seine frühere Geliebte Dorothea Jensen, mit der er im darauf folgenden Jahr in das Haus Husum, Wasserreihe 31 zog. Nach Aufhebung des Landvogt-Amtes wurde Storm 1868 Amtsrichter und am 4. November diesen Jahres wurde Friederike, seine erste Tochter aus zweiter Ehe, geboren. 1874 wurde Storm zum Oberamtsrichter ernannt.Bereits im August 1872 war Storm nach Salzburg gereist und im August 1876 unternahm er eine Reise nach Würzburg zu seinem ältesten Sohn Hans, den er im Februar 1877 ein zweites mal in Würzburg besucht, um ihn durchs medizinische Examen zu bringen. Ebenfalls 1877 machte Storm die Bekanntschaft mit dem Literaturwissenschaftler Erich Schmidt, zu dem er seit dem einen intensiven Briefwechsel unterhielt. Im März 1877 begann er den brieflichen Kontakt mit Gottfried Keller.Nachdem Storm noch 1879 zum Amtsgerichtsrat ernannt worden war, legte er am 1. Mai 1880 seine Ämter nieder und ließ sich vorzeitig pensionieren. Nach dem Verkauf des Hauses Wasserreihe 31 und des Elternhauses siedelte Storm noch im selben Jahr nach Hademarschen über.

In Hademarschen entstanden in den folgenden Jahren weitere Novellen, unter anderem "Der Herr Etatsrat" (1881), "Hans und Heinz Kirch" (1882), "Schweigen" (1883), "Zur Chronik von Grieshuus" (1884), "Es waren zwei Königskinder" (1884), "John Riew" (1885), "Ein Fest auf Haderslevhuus" (1885), "Bötjer Basch" (1886), "Ein Doppelgänger" und "Ein Bekenntnis" (1887).

Nachdem Storm 1883 der Maximilianorden verliehen worden war, reist er im Mai 1844, anlässlich eines Festbankett zu Ehren Storms, nach Berlin. 1886 unternahm Storm eine Reise nach Weimar und ebenfalls in diesem Jahr begann er mit der Arbeit an seiner längsten Novelle dem "Schimmelreiter", den er 1888 vollendete.

Bereits Ende 1886 litt Storm an einer schweren Krankheit und am 3. Dezember 1886 starb sein ältester Sohn Hans. Anfang 1887 diagnostiziert man bei Storm Magenkrebs. Im selben Jahr reiste Storm zu einem Aufenthalt auf Sylt.

Theodor Storm starb am 4. Juli 1888 in Hademarschen und wurde am 7. Juli in der Familiengruft auf dem St. Jürgen-Friedhof in Husum beigesetzt.


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