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Jonathan Swift

* 30.11.1667 - † 19.10.1745


Jonathan Swift wurde am 30. November 1667 in Dublin, Irland, als Sohn der protestantischen anglo-irischen Eltern Abigail Erick (geb. Herrick 1642-1710) und Jonathan Swift (1667-1745) einem Anwalt am dortigen King's Inn, geboren. Sein Vater war bereits sieben Monate vor seiner Geburt verstorben.

Jonathan Swift war als Kind häufig krank und litt an der Menière-Krankheit (Morbus Menière), einer Erkrankung des Innenohres, die gekennzeichnet ist durch Anfälle von Drehschwindel, einseitigem Hörverlust und Ohrensausen (Tinnitus).

Nachdem Tod seines Vaters, war Jonathans Mutter ohne Einkommen, und schickte ihren Sohn zu Verwandten nach England, wo Jonathan seine ersten fünf Lebensjahre mit einem Kindermädchen verbrachte, während seine Mutter in Irland blieb. Später zog seine Mutter nach Leicester (England).

Nach seiner Rückkehr nach Dann ging er zurück nach Dublin lebte er bei seinem Onkel väterlicherseits Godwin Swift Esq, der Mitglied der Gray's Inn und Attorney General in Tipperary war.

Sein Onkel schickte Jonathan von 1674 bis 1682 auf das Kilkenny Gymnasium. Hier freundete er sich mit dem späteren Dramatiker und Dichters William Congreve (1670-1729) an.

Auf Geheiß seines Onkels trat er 1682 im Alter von vierzehn Jahren als Theologiestudent in die Dubliner Universität ein. Er war ein eher schlechter Schüler, und bekam seinen Abschluss nach 4 Jahren nur "gnadenhalber". Der frühe Verlust seines Vaters und die seltenen Kontakte zu seiner Mutter trugen wohl dazu bei, dass er gegenüber Autoritätspersonen rebellierte.

Der Verlust der finanziellen Unterstützung von Seiten seines Onkels bewegten ihn nach England zu reisen, um bei seiner Mutter in Leicester zu bleiben.

Swift fand hier eine Anstellung als Sekretär im Haus von Sir William Temple (1628-1699), einem einflussreichen Staatsmann im Ruhestand, in Moor Park, Surrey, mit dem er weitläufig verwandt war. Für Jonathan Swift war dies ein Wendepunkt in seinem Leben, und brachte in mit vielen politisch einflussreichsten Persönlichkeiten in Kontakt.

Hier traf Jonathan Swift, die sechs Jahre alte Esther Johnson (1680-1728), von ihm "Stella" genannt, die vaterlose Tochter eines Angestellten in Moor Park, deren Freund, Lehrer und Mentor er wurde und die eine herzliche Freundschaft verband.

Nach einigen Jahren gewann er Sir Williams Vertrauen, und wurde von ihm unterstützt eine weitere Universitätsausbildung am Hertford College in Oxford zum Master of Arts, den er 1692 erwarb, zu beginnen.

Seine Beziehung zu Sir William, der in Swift einen Emporkömmling sah, verschlechterte sich jedoch, sodass Swift nach Irland zurück kehrte und sich hier zum Priester in der Anglikanischen Kirche ordinieren ließ. Er fand 1694 in der Diözese Connor in Kilroot eine Anstellung, die er aber aufgrund der Arbeitsbedingungen und eines erneuten Angebots von Sir William bereits ein Jahr später wieder aufgab.

Während seiner erneuten Anstellung bei Sir William, vollendet Swift sein erstes größeres Werk, "A Tale of a Tub" (Ein Tonnenmärchen), und schrieb "The Battle of the Books" (Die Bücherschlacht), die beide erst 1704 erschienen.

Am 27. Januar 1699 starb Sir William Tempel. Swift blieb kurz in England, um die Bearbeitung der Memoiren Tempels zu beenden und in der Hoffnung, dass er in Anerkennung seiner Arbeiten eine neue Anstellung in England finden würde. Swift machte sich mit der Bearbeitung der Memoiren jedoch Feinde in der Familie und bei ehemaligen Freunden Sir Williams, die diese als Indiskretion ansahen. Swift unternahm den naiven Versuch einer Anstellung beim König Wilhelm.

Nachdem dies erfolglos blieb, kehrte Swift 1700 nach Irland zurück, um dort die Stelle des Sekretärs und Kaplan des Earl of Berkeley, einer der Lords Justices of Ireland anzunehmen, musst bei seinem Eintreffen jedoch feststellen, dass diese Anstellung bereits vergeben war.

Hier fand Swift jedoch Anstellung als Vikar in Laracor, Agher und Rathbeggan und zog ins nahe gelegene Trim.

Seine literarische Karriere nahm 1701 mit der anonymen Veröffentlichung von "Dissensions in Athens and Rome" ihren Anfang.

Im Februar 1702, Swift erhielt seinen Doktor der Theologie am Trinity College in Dublin. Im Frühjahr dieses Jahres reiste er nach England und kehrte im Oktober begleitet von Esther Johnson und Rebecca Dingley nach Irland zurück.

Während seines Aufenthalts in England in diesen Jahren veröffentlicht Swift die bereits vorher verfassten Satiren "A Tale of a Tub und The Battle of the Books", die ihm den Ruf eines Schriftstellers einbrachten. Und führten zu den Bekanntschaften mit Alexander Pope, John Gay und John Arbuthnot, die den Kern des 1713 gegründeten Martinus Scriblerus Club bildeten.

Swift verfasste zahlreiche Flugschriften über politische und kirchliche Themen und engagierte sich in den Jahren von 1707 bis 1709 für die Whigs. Nach Enttäuschung mit deren Politik unterstützte er ab 1710 die Tories und gewann unter deren Führung großen politischen Einfluss, der jedoch mit dem Tod Queen Annes ebenso endete wie auch seine eigene politische Karriere.

Swift war 1710/1711 Herausgeber der Tory-Wochenzeitung Examiner und nach seiner Rückkehr nach Irland folgten scharfzüngige, politische Satiren, in denen er die Ausbeutung der Iren durch englische Gutsbesitzer angriff und sich ausschließlich für irische Fragen einsetzte.

Sein politisches Engagement bei den Tories verhalf Swift 1713 zur Ernennung zum Dekanat von St. Patrick in Dublin. Ebenfalls in diesem Jahr trat er dem von Alexander Pope gegründeten Scriblerus Club bei.

1714 machte Swift die Bekanntschaft mit der Familie Vanhomrigh, und deren Tochter Esther. Esther Vanhomrigh mit der er eine elfjährige heimliche Affäre unterhielt folgte ihm nach Irland. Esther "Vanessa" Vanhomrigh, wusste nichts von Esther "Stella" Johnson, und starb nach Swifts Offenbarung 1723 im Alter von 35 Jahren.

Swift war im Jahre 1727 nach England zu einem Besuch bei Alexander Pope gereist, und erhielt hier die Nachricht, dass Esther Johnson im Sterben lag und Swift kehrte sofort nach Hause zurück. Esther "Stella" Johnson starb am 28. Januar 1728.

Swift selbst litt bereits seit seiner Kindheit an Morbus Menière und sein Gesundheitszustand verschlechterte sich zusehends. Nach einem Schlaganfall im Jahr 1742 starb Jonathan Swift am 19. Oktober 1745, und wurde neben seiner Geliebten "Stella" in der St. Patrick’s Cathedral in Dublin beigesetzt.


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