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Friedrich von Schiller

* 10.11.1759 - † 09.05.1805


Johann Christoph Friedrich von Schiller wurde am 10. November 1759 in Marbach am Neckar als Sohn eines Wundarztes und späteren Offiziers Johann Kaspar Schiller und Elisabeth Dorothea Schiller (geb. Kodweiß) geboren. In den ersten vier Jahren lebte Schiller allein mit seiner Mutter und seiner zwei Jahre älteren Schwester Christophine in Marbach am Neckar. Der Vater erhielt den Posten eines Werbeoffiziers in der freien Reichstadt Schwäbisch-Gmünd und so ließ sich die Familie in dem nahe gelegenem württembergischem Grenzdorf Lorch nieder.

Bereits mit fünf Jahren besuchte Schiller die Lorcher Dorfschule und schon ein Jahr später schickte ihn sein Vater zum Dorfpfarrer Moser um bei ihm Latein zu lernen. 1768 wurde sein Vater in seine frühere Garnison nach Ludwigsburg zurückversetzt und so zog die Familie abermals um. Schiller besuchte die Lateinschule der Stadt und musste jedes Jahr zum Landesexamen nach Stuttgart wandern. Drei mal hatte er diese Prüfung mit der besten Note bestanden beim vierten Examen versagte er. In seinem 13. Lebensjahr wurde Friedrich Schiller konfirmiert und einige Monate später griff der regierende Herzog Karl Eugen von Württemberg in sein Leben ein. Karl Eugen hatte eine militärische "Pflanzschule" gegründet, um einen sicheren Nachwuchs von Offizieren und Beamten zu gewinnen und so kam es, dass Friedrich Schiller am 16. Januar 1773 in die militärische "Pflanzschule", aufgenommen wurde.

Schiller hatte in den 8 Jahren, wo er die Anstalt besuchte, kaum einen freien Tag und nur gelegentlich ein paar freie Stunden; es gab weder Schulferien noch Urlaub. 1774 entschließt sich Schiller zum Jurastudium, doch auf der als "Folteranstalt" empfundenen "Pflanzschule" verschlechterten sich Schillers Ergebnisse im Laufe der Studienjahre zunehmend. Ende 1775 wurde die Akademie nach Stuttgart verlegt und seitdem wurde auch Medizin als Lehrfach angeboten Schiller bricht daraufhin das Jurastudium ab und beginnt stattdessen ein Medizinstudium. In dieser Zeit beschäftigt sich Schiller vor allem mit der Lektüre Shakespeares, Rousseaus, Youngs, Ossians und beginnt das Dramenschreiben. Sein Eifer machte schnell Schule und drei seiner nächsten Freunde ahmen ihn nach, sechs weitere kamen später hinzu. Diese "Freunde" lasen alles was ihnen in die Hände fiel und auch mal einen Artikel eines gewissen Landsmannes Schubart, dem er den Stoff zu seinem Drama "Die Räuber" verdankt.

Seine erste Dissertation 1779 mit dem Thema "Philosophia Physiologiae" wird abgelehnt die 2. Dissertation 1780 "Versuch über den Zusammenhang der tierischen Natur des Menschen mit seiner geistigen" wird angenommen und gedruckt. Im Dezember 1780 verlässt Schiller die Fakultät und wird Regimentsmedikus in Stuttgart. Im Frühjahr 1781 glaubte Schiller "Die Räuber" endlich druckfertig zu haben fand jedoch keinen Verleger und musste so auf eigene Kosten in Stuttgart drucken lassen. Daraufhin erschienen "Die Räuber" anonym und mit fingiertem Druckort. Bis sich ein Verleger namens Schwann in Mannheim fand, der Schiller veranlasste "Die Räuber" zum dritten mal zu überarbeiteten. Nach der Fertigstellung bekam er die erfreuliche Nachricht, dass ein gewisser Dalberg, der sich um das Mannheimer Nationaltheater kümmerte, um eine Bühnenbearbeitung "Die Räuber" bat. Zwei Monate später lieferte er das Bühnenstück ab und am 13. Januar 1782 wurde das Stück "Die Räuber" in Mannheim uraufgeführt. Zu den ersten beiden Aufführungen seines Stücks, reist Schiller mit seinem Freund Petersen ohne Erlaubnis des Herzogs. Als dieser von den Reisen erfährt wird Schiller mit 14 Tagen Arrest bestraft und wenige Wochen später folgte das Verbot des "Komödienschreibens".

Damit war der Bruch vollzogen, nichts konnte Schiller von seiner Flucht aus Stuttgart zurückhalten. Schiller floh in der Nacht vom 22. September 1782 auf den 23. September mit seinen Freund Andreas Streicher nach Mannheim. Weil man vermutete, dass der Herzog ihn verfolgen ließ oder seine Auslieferung verlangen würde floh Schiller über Darmstadt, Frankfurt, Mainz, Worms nach Oggersheim wo er sich zwei Monate im Gasthof "Reinwald" aufhält. Schillers Flucht endet am 31. Oktober 1782 als man ihn aus der Regimentsliste streicht.

Auf Einladung seiner Gönnerin Henriette von Wolzogen reist Schiller am 30. November 1782 auf deren Gut in Bauerbach (Thüringen). Hier verfasst Schiller "Die Verschwörung des Fiesco zu Genua" (1783) und "Das Bürgerliche Trauerspiel" (1784), besser bekannt unter dem nicht von Schiller stammenden Titel "Kabale und Liebe", seine Rache an den Herzog Karl Eugen von Württemberg. Im Juli 1783 verlässt Schiller, nach vergeblicher Werbung um Charlotte, die Tochter des Hauses von Wolzogen, Bauerbach und reist nach Mannheim. Dort nimmt er ein einjähriges Engagement als Theaterdichter bei Dalberg an. In diesem Jahr machte Schiller die Bekanntschaft mit Charlotte von Kalb. Im September 1784 lief sein Vertrag mit dem Mannheimer Theater aus, was ihn in finanzielle Not brachte, da er nicht mit Geld umzugehen wusste. Schiller erhielt Hilfe von seinen damaligen Wirtsleuten und ihm bis dahin unbekannten Freunden.

Er erhielt eine Einladung von den vier unbekannten Personen, der Konsistionalleiter Christian Gottfried Körner, der Lektor Huber und zwei Schwestern nach Leipzig. Schiller folgte der Einladung und verbrachte nur ein paar Wochen in Leipzig bis er im Mai 1785 mit Huber und den Schwestern nach Gohlis bei Leipzig übersiedelt und wenig später der Einladung von Christian Gottfried Körner nach Dresden folgt. In dieser Zeit entstanden die Gedichte "Resignation" (1784), "An die Freude" (1785) und das Drama "Don Carlos" (1785-87).

Ende Juli 1787 reiste Schiller nach Weimar wo er sich mit Charlotte von Kalb traf, die ihn in die Weimarer Kreise einführte. In dieser Zeit machte Schiller die Bekanntschaft mit Riesen, Wieland und Herder. Kurze Zeit darauf verbrachte Schiller 6 Tage in Jena, reiste auf Einladung der Familie von Wolzogen nach Bauerbach. Im November 1787 hielt er sich bis zu seiner Rückkehr in Weimar, auf Anregung von Wilhelm von Wolzogen, einen Tag in Rudolstadt auf wo er die Bekanntschaft mit Frau v. Lengenfeld und ihren zwei Töchtern macht. Schiller fühlte sich zu Charlotte von Lengenfeld hingezogen und reiste im Mai 1788 nach Volkstädt bei Rudolstadt um Charlotte von Lengenfeld zu besuchen.

Am 7. September 1788 begegnet Schiller erstmals Johann Wolfgang von Goethe in Rudolstadt und am 12. November 1788 reist Schiller nach Weimar zurück. Im Januar 1789 wird Schiller auf Goethes Vorschlag zum Professor in Jena ernannt und hält am 26. Mai 1789 seine Antrittsvorlesung an der Universität in Jena. Kurz darauf siedelte Schiller nach Jena über und begegnet in dieser Zeit erstmals Wilhelm von Humboldt. Am 21. Februar 1790 zog Schiller zusammen mit Charlotte von Lengenfeld in Schillers Junggesellenwohnung in Jena. Im Oktober diesen Jahres macht Schiller die Bekanntschaft mit Novalis und wird am 31. Oktober von Goethe besucht mit dem er ein intensives Gespräch über die Philosophie Kants führt.

Im Januar 1791 kam es erneut zum Ausbruch seiner Krankheit die sich im laufe des Jahres mehr und mehr verschlimmerte. Schiller hatte mit mehreren Malariaanfällen zukämpfen, die ihn für die nächste Zeit zu jeder Arbeit unfähig machten woraufhin er von der Jenaer Universität beurlaubt wurde. Von Juli bis August begibt sich Schiller zur Kur nach Karlsbad. Schiller beschäftigt sich in dieser Zeit mit dem Studium der Philosophie Kants. Die Gewährung einer dreijährigen Pension von je 1000 Talern durch Erbprinz Friedrich Christian von Augustenburg und Graf Ernst von Schimmelmann befreit Schiller aus finanziellen Sorgen.

1792 reist Schiller nach Leipzig und Dresden und besucht seine alten Freund Christian Gottfried Körner. In diesem Jahr macht Schiller die Bekanntschaft mit Friedrich Schlegel und Mitte des Jahres nimmt Schiller seine Vorlesungstätigkeit an der Universität in Jena wieder auf. Anfang September 1792 wird Schiller das französische Bürgerrecht durch die französische Nationalversammlung verliehen. Im August 1793 besucht Schiller seine Eltern und begegnet im September Hölderlin und sein Sohn Karl Ludwig Friedrich (1793-1857) wird geboren.

Schiller kehrte ende Mai nach Jena zurück, wo er eine neue geräumige Wohnung bezog. Goethe, der jetzt erst Schiller näher trat, besuchte ab und zu das Ehepaar Schiller. Ende 1794 brachte ein Zufall die entscheidende Annäherung der beiden Männer auf den Weg. Beide hatten eine Tagung der Naturforschenden Gesellschaft besucht, die den Anlass zu einem tiefgründigem Gespräch gab und es entwickelte sich ein reger Briefwechsel und eine enge Freundschaft.

Im Januar 1795 erscheint die erste Nummer der "Horen" und im Februar diesen Jahres lehnt Schiller den Ruf an die Universität Tübingen ab. Im April diesen Jahres besuchte ihn Goethe erneut, mit dem er im darauf folgendem Jahr an den "Xenien" arbeitete. 1796 stirbt Schillers Vater und sein zweiter Sohn Ernst Friedrich Wilhelm (1796-1841) wird geboren. 1797 zieht die Familie Schiller in das Neuerworbene Gartenhaus in Jena und zwei Jahre später wurde Schillers drittes Kind, diesmal ein Mädchen, Karoline Luise Friederike (1799-1850) geboren. Im Dezember 1799 zieht die Familie nach Weimar. Im Winter 1801 erkrankten Frau und Kinder an den Masern er selber an Cholera verbunden mit schweren Fieberanfällen.

Schiller entschließt sich zum dauernden Aufenthalt in Weimar und im April 1802 bezieht die Familie das neue Heim an der Esplanade. In diesem Jahr stirbt Schillers Mutter und im November läst sich Schiller in den Adelsstand erheben. Von April bis Mai1804 unternimmt Schiller letztmals eine Reise nach Berlin.

In der Weimarzeit entstanden in den nächsten Jahren Schillers klassische Dramen wie die "Wallenstein-Trilogie" (1800), "Maria Stuart" (1801), "Die Jungfrau von Orleans" (1801), "Die Braut von Messina" (1803), "Wilhelm Tell" (1802-04) und der größte Teil der Lyrik wie "Das Lied von der Glocke" (1799) sowie Balladen unter anderem "Die Bürgschaft", "Der Taucher" und "Die Kraniche des Ibykus" (alle 1797).

Im Juli 1804 bezog Schiller eine Wohnung in Jena und kurz darauf wurde seine zweite Tochter Emilie Henriette Luise (1804-1872) geboren. Schiller hatte sich zu dieser Zeit eine schwere Erkältung zugezogen. Im Februar 1805 erkrankt der geschwächte Schiller erneut und die Fieberanfälle kehrten zurück. Am 29. April traf er zum letzten Mal mit Goethe auf dem Weg ins Theater zusammen.

Schiller starb am 9. Mai 1805 vermutlich durch eine Tuberkuloseerkrankung hervorgerufene akute Lungenentzündung in Weimar. Das Ausmaß der Zerstörung des Körpers zeigte die Obduktion, welche die Zerstörung von Lunge, Nieren, eine Schrumpfung des Herzmuskels und die Schädigung des Darms erschreckend sichtbar machte.


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