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Arthur Schopenhauer

* 22.02.1788 - † 21.09.1860


Arthur Schopenhauer wurde am 22. Februar 1788 als Sohn eines Danziger Großkaufmanns geboren. 16jährig trat er auf Wunsch seines Vaters, aber gegen seine eigene Neigung, eine kaufmännische Lehre in Hamburg an. Er reiste schon in seiner Jugend mit seinen Eltern nach Frankreich und England. Schopenhauer studierte, nachdem er sich durch Privatunterricht das nötige Wissen angeeignet hatte, seit 1809 in Göttingen Naturwissenschaften und Philosophie er wechselte zwei Jahre später an die Universität in Berlin. Er promovierte 1813 in Jena (»Über die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde«, 1813) und kehrte dann nach Weimar zurück.

Nach dem Tod des Vaters holte ihn seine Mutter nach Weimar, in ihrem Hause verkehrten Goethe, Wieland, die Brüder Friedrich von Schlegel und August Wilhelm von Schlegel und viele andere bedeutende Männer. Zu dieser Zeit trat er in wissenschaftliche Beziehungen zu Goethe ("Über das Sehn und die Farben" 1816, lat. 1830). Nach einer Italienreise (1818) wurde er 1820 Privatdozent in Berlin und siedelte wegen der Cholera-Epidemie 1831 nach Frankfurt um, wo er als Privatgelehrter lebte. Die freie Lebensführung seiner Mutter verstimmte den jungen Schopenhauer so sehr, dass es zum Bruch zwischen beiden kam. Er verließ Weimar und lebte zunächst vier Jahre in Dresden. Hier entstand 1819 sein Hauptwerk: "Die Welt als Wille und Vorstellung"(2 Bde., 1818, 1859). In diesem legte er sein System vor und ergänzte es in späteren Schriften "Über den Willen in der Natur" (1836) und "Parerga und Paralipomena" (2 Bde., 1851).

Schopenhauer sah im Anschluss an Kant das "Ding an sich" als unerkennbar an. Die Welt ist nur die Vorstellung des menschlichen Geistes. Er bezeichnete sich selbst als Kantianer und führte den Idealismus-Begriff Kants fort. Nicht Geist und Materie sind die Grundlage der Realität, sondern der Wille, der bei Schopenhauer zu einem metaphysischen Prinzip erhoben wird, das außerhalb von Raum und Zeit steht. Das Leben ist Leiden und wird durch den Willen immer weiter vorangetrieben. Erlösung gibt es vorübergehend durch Kunstgenuss, endgültig nur durch Abtötung des Lebenswillens. Es finden sich bei Schopenhauer sehr klare Vorwegnahmen der psychoanalytischen Triebansicht vom Menschen. Die im Idealismus paradoxerweise schon angelegte Abwertung des Bewusstseins, bis zur Auffassung als eines Traumorgans hin, wurde von Schopenhauer durchgesetzt. Bei seinem Erscheinen wenig beachtet, begann Schopenhauers Werk gegen 1860 stark zu wirken als Zeitströmungen auf seinen tiefen Pessimismus seinen Irrationalismus und seinen Atheismus ansprachen. Er wirkte faszinierend, zum Teil auch bestimmend auf viele Geister (Wagner, Raabe, Burckhardt, Nietzsche, E. v. Hartmann, Freud u.a.).

Arthur Schopenhauer starb am 21. September 1860 in Frankfurt am Main.


Zitate von Arthur Schopenhauer

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