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Publius Cornelius Tacitus

* um 55 n.Chr. - † nach 117 n.Chr.


Publius (?) Cornelius Tacitus wurde um 55 n. Chr. in einer Familie des römischen Ritterstandes vermutlich in der Provinz Gallia Narbonensis geboren. Tacitus studierte in Rom Rhetorik, wodurch er schon bald als Festredner die erste Anerkennung erlangte.

Seine persönliche Entwicklung wurde dadurch bestimmt, dass er in seiner Jugendzeit die Herrschaft Neros (54–68 n. Chr.) und später die Domitians (81–96 n. Chr.) erlebte. Seine politische Laufbahn begann er unter Vespasian, wo er seine ersten senatorischen Ämter annahm. Im Jahre 88 wurde er schließlich Prätor und arbeitete danach für vier Jahre außerhalb von Rom, vermutlich als Legionskommandeur und Stadthalter. Einer seiner Förderer war der flavische Kaiser Domitian, der ihm im Jahre 97 ein Suffsektkonsulat zusprach.

Ähnlich wie Sueton war auch Tacitus als Redner vor Gericht und Senat tätig. Auf den Erkenntnissen, die er dabei sammelte, basierend schrieb er später das Werk "Dialogus de Oratoribus". Als Höhepunkt seiner politischen Laufbahn gilt das Prokonsulat in Asia. Trotz seiner Rednerfähigkeiten ist heute keine publizistische Rede mehr erhalten geblieben.

Im Jahre 98 schrieb er die erste Biographie über seinen Schwiegervater Cn. Iulius Agricola unter dem Titel "De vita Iulii Agricolae", sowie eine Ethnographie Germaniens mit dem Namen "De origne et situ Germanorum", in letzterer rügt Tacitus mittels eines idealisierten Germanenbilds die in seinen Augen dekadente römische Gesellschaft der Kaiserzeit. Sein Schwiegervater Iulius Agricola der nach großen Erfolgen im Jahre 85 n. Chr. aus Britannien heimgekehrt war, wurde von Domitian wegen seines Ruhmes beneidet und aller Ämter enthoben.

Tacitus großer Ruhm basiert im eigentlichen Sinne auf den insgesamt 30 Büchern umfassenden Geschichtswerken, der "Historien" (Kaisergeschichte, 69-96) und die "Annalen" (Kaisergeschichte 14-68). Tacitus geißelt darin den Verfall von Moral und Sitten in der Kaiserzeit und die Autokratie der Cäsaren. Zu Tacitus Quellen zählen unter anderem die Arbeiten des älteren Plinius und die Senatsprotokolle. Bei der Beschreibung von Personen konzentrierte er sich besonders auf deren Tugendhaftigkeit. Nicht selten gab er aus diesem Grund grimmig- boshafte Stellungnahmen bis hin zur Verleumdung, um seiner Meinung nach Personen ohne Tugend und Moral zu entlarven.

Allerdings sind von ihr heute lediglich noch 4 1/2 Bücher, die einen Zeitraum über zwei Jahre von 69-70 behandelten, erhalten. Von seinem Alterswerk, den Annalen, deren ursprünglicher Titel "Ab excessu divi Augusti" war, sind leider mit den Jahren weite Teile verloren gegangen.

Tacitus, der die letzten Herrscherjahre Domitians, in Rom erlebte, fühlte sich unsicher, weil er der senatorischen Opposition nahe stand, andererseits als Senator um die Anerkennung des Prinzipats nicht herumkam. Als mit dem Regierungsantritt Nervas der Druck der Tyrannin gewichen war, trat Tacitus mit seinen ersten Werken an die Öffentlichkeit. Tacitus wurde unter Nerva im Jahre 97 n. Chr. Konsul. Als Höhepunkt seiner politischen Laufbahn gilt das Prokonsulat in der Provinz Asia, das ihm unter Trajan etwa im Jahre 112 n. Chr. zugesprochen wurde.

Cornelius Tacitus starb in den Jahren nach 117 n. Chr.


Zitate von Publius Cornelius Tacitus

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