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Christoph August Tiedge

* 14.12.1752 - † 08.03.1841


Christoph August Tiedge wurde am 14. Dezember 1752, als erstes Kind des Rektors Johann Conrad Tiedge und einer Kaufmannstochter, in Gardelegen/Altmark geboren.

Tiedge war als Kind an Pocken erkrankt, wodurch er Narben zurückbehielt und dazu auch noch eine Lähmung des rechten Fußes.

Sein Vater war 1758 als Konrektor an das Gymnasium nach Magdeburg versetzt worden. Tiedge besuchte die Volksschule und das Gymnasium in Magdeburg, wenige Jahre später nahm ihn sein Vater von letzterem um in zu Hause zu unterrichten.

Tiedge vertrieb sich seine Zeit mit dem lesen und vortragen von Gesangsbuchlidern und Gellertschen Gedichten, was ihn im November 1764 dazu veranlasste, anlässlich des Geburtstages seines Vaters, selbst ein Gedicht zu verfassen. Sein Vater, änderte daraufhin seine Meinung zu den Fähigkeiten seines Sohnes und beschloss ihn wieder unterrichten zu lassen.

Tiedge wurde von einem Verwandten unterrichtet und konnte getrieben durch seinen Ehrgeiz bald selbst anderem in dem Gelernten unterrichten. Tiedge konnte sich so ein Taschengeld verdienen, was, nachdem sein Vater erkrankt war und selbst nicht mehr Privatstunden geben konnte, der Familie zugute kam.

Im Herbst des Jahres 1769 verstarb Tiedges Vater, was die Mutter mit den sechs Kindern in finanzielle Not brachte.

Tiedge begann 1770 an der Universität in Halle ein Studium der Rechtswissenschaften. Während seines Studiums setzte er seine poetischen Versuche fort, von denen einige in den damaligen Musen-Almanachen und Zeitschriften veröffentlicht wurden. Ebenfalls zu dieser Zeit begann er, veranlasst durch seine Studien der Metaphysik und philosophische Gespräche mit seinen Freunden Ragoßin und Wessenberg mit der Arbeit an seinem Gedicht "Urania".

Nach Abschluss seines Studiums kehrte Tiedge 1777 nach Magdeburg zurück. Tiedge verdiente seinen Lebensunterhalt, mit dem er auch seine Familie unterstützte, als Privatlehrer, mit Übersetzungen und der Abschrift von juristischen Akten. Darüber hinaus verbrachte er einen Teil seiner Zeit mit Übungsarbeiten bei einem Advokaten.

Nachdem ihm 1780 die Aufnahme eines Justizamtes nicht glückte, nahm er 1781 die Stelle eines Hauslehrers in der Familie des Kammersirektors von Arnstedt in Ellrich in der Grafschaft Hohenstein an. Hier lernte er Leopold Friedrich Günther von Goeckingk und seine Familie sowie die Dichterin Christine v. Hagen kennen. Ebenfalls zu dieser Zeit in Ellrich machte Tiedge die Bekanntschaft mit dem Vater von Johann Wilhelm Ludwig Gleim und Elisa von der Recke.

Anfang des Jahres 1784 erhielt Tiedge eine Einladung nach Halberstadt von Johann Wilhelm Ludwig Gleim, der er jedoch erst 1788 folgte und nach Halberstadt reiste.

Ende des Jahres 1789 nahm er eine Stelle als Sekretär beim Landrat von Hagen in Eilenstedt. Tiedge fühlte sich weder in Eilenstedt noch in seiner Stellung wohl, zu den unliebsamen Aufgaben gehörten Kantonsreisen und die Einlieferung der Rekruten an die Regimenter. Während dieser Zeit entstand "Die Einsamkeit", das 1792 in Leipzig veröffentlicht wurde. Bereits 1791 hatte er seine Stellung aufgegeben und war nach Halberstadt zurück gekehrt, hier wurder er Mitherausgeber der deutschen Monatszeitschrift.

1792 erhielt er das Angebot der Gesellschafter und Reisebegleiter des Domherrn von Stedern zu werden, welches er annahm. Bereits 18 Monate später verstarb Stedern der eine kranke Frau und zwei Töchter hinterließ. Frau von Stedern veranlasste Tiedge im Haus zu bleiben und die Töchter zu unterrichten, obwohl ihm bereits eine bedeutende Anstellung in der Provinz zugesagt worden war. Ein halbes Jahr später siedelte die Familie nach Magdeburg über und 1795 nach Reinstedt bei Quedlinburg und später direkt nach Quedlinburg, wo Frau von Stedern 1797 starb. Die beiden Waisen wurden in eine Pension gegeben und Tiedge erhielt eine kleine Präbende und eine Ruhegehalt.

Im März 1798 unternahm Tiedge dann eine Reise über Berlin nach Frankfurt an der Oder zu seinem jüngeren Bruder. Nach den Eindrücken die er auf dem Schlachtfeld gemacht hatte, dichtete er zu dieser Zeit "Elegie auf dem Schlachtfelde bei Kunersdorf". Im Herbst des Jahres 1798 reiste Tiedge nach Berlin, wo er die Bekanntschaft mit Johann Jacob Engel machte und eine Zeit lang die "Ephmeriden" heraus gab.

Im Frühjahr 1799 siedelte Tiedge, auf Einladung von Wilhelm Gottlieb Becker, dem Herausgeber des "Taschenbuch zum geselligen Vergnügen", nach Dresden über. Hier arbeitete Tiedge, nach mehreren vorherigen Anläufen, an seiner "Urania” weiter und vollendete deren "Sechsten Gesang".

Doch bereits zwei Monate später ging er über Halle, wo er durch Christian August Gottlob Eberhard seinen späteren Verleger Iakob Heinrich Schiff, den Inhaber der Rengerschen Buchhandlung in Magdeburg, kennen lernten nach Berlin zurück.

1801 erschien zuerst in Halle und später in Leipzig sein Hauptwerk "Urania".

In Berlin traf Tiedge 1803 Elisa von der Recke wieder, die zu dieser Zeit mit ihre Stiefschwester, der Herzogin von Dorothea von Kurland, für die sie sich als Diplomatin betätigte, nach Berlin kam und Tiedge kurz darauf zu sich eingeladen hatte.

Dieses Wiedersehen mit Elisa von der Recke gestaltete sich zu einer lebenslangen Freundschaft. Im Frühjahr des Jahres 1803 besuchte Tiedge zusammen mit der stets kränklichen Elisa von der Recke die Bäder von Teplitz, Karlsbad und Franzensbrunnen und kehrte dann, nachdem er noch eine Donaufahrt bis Wien unternommen hatte, allein nach Berlin zurück.

Im nächsten Jahr schloss er sich wieder der Bäderreise seiner Freundin an, auf deren Vorschlag hin er sie nach Italien begleitete und die Bäder von Ischia und Neapel und darüber hinaus alle Sehenswürdigkeiten dieser Orte besuchte.

1803 erschien der erste Band "Elegien und vermischte Gedichte", dem 1807 ein weiter Band folgte. Ebenfalls 1807 erschien "Frauenspiegel".

Am 20. August 1805 erkrankte Tiedge an Nervenfieber, welches ihn vier Wochen ans Bett fesselte. Hier zeigte sich die besondere Freundschaft der Elisa von der Recke, die ihn mit unermüdlicher Ausdauer pflegte. Im Herbst 1806 kehrten Tiedge und Elisa von der Recke über die Schweiz nach Deutschland zurück und verbrachten den Winter von 1806 auf 1807, als Gäste des Herzogs August von Gotha, auf dem Schloss zu Altenburg.

1812 wurde "Das Echo, oder Alexis und Ida" und 1815 "Ännchen und Robert. oder der singende Baum" in Halle veröffentlicht.

Die Sommer der folgenden Jahre verbrachten die Beiden Freunde meist in den böhmischen Bädern oder in Löbichau, den Lieblingsorten der Herzogin von Dorothea von Kurland. Die Winter verbrachte man bis 1818 in Berlin, später in Dresden.

In Halle erschienen 1823 "Anna Charlotta Dorothea, letzte Herzogin von Curland" und in den Jahren von 1823 bis 1829 insgesamt 8 Bände seiner "Werke", herausgegeben von Christian August Gottlob Eberhard.

Nachdem Elisa von der Recke am 13. April 1833 in Dresden gestorben war, konnte Tiedge durch ihre vorsorgliche Veranlassung weiter in der gemeinsamen Wohnung, an der nichts verändert werden durfte, mit einer nicht geringen Rente und gepflegt von der, seiner Wohltäterin ergebenen Familie Pappermann, unbesorgt, doch einsam, leben.

Ein allabendlich zusammenkommender Kreis von Freundinnen und Freunden verschaffte dem Tiedge Zerstreuung und verhalf ihm, über den Tod der langjährigen Freundin hinweg zu kommen. Nach dem Tod von Elisa von der Recke hatte Tiedge, auf anraten seines Freundes Christian August Gottlob Eberhard, mit seiner Autobiographie begonnen, die jedoch unvollkommen blieb, und sein letztes Gedicht "Wanderungen durch den Markt des Lebens" vollendet.

Durch einen Unfall im Sommer 1838, bei dem er sich einen Nasenbeinbruch und eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte, verschlechterte sich der körperliche wie geistige Zustand des 85-jährigen Dichters erheblich.

Nachdem er im Sommer 1840 noch einmal eine Badereise nach Karlsbad unternommen hatte, verlebte er den folgenden Winter in guter Verfassung.

Christoph August Tiedge starb in der Nacht vom 8. März zum 9. März 1841 kurz vor Mitternacht, nachdem sich wenige Abende zuvor ein leichtes Unwohlsein bei ihm eingestellt hatte.

Unter großer Anteilnahme wurde er am 12. März ohne Sarg, wie er es gewünscht hatte, neben seiner langjährigen Freundin auf dem Friedhof zu Neustadt-Dresden beigesetzt.


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