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Thomas Woodrow Wilson

* 28.12.1856 - † 03.02.1924


Woodrow Thomas Wilson wurde am 28. Dezember 1856, als drittes Kind des Theologen und Pfarrers Joseph R. Wilson (1822-1903) und dessen Ehefrau Janet Woodrow (1826-1888), in Staunton Virgina geboren, wo er aufwuchs und die Schule besuchte.

Woodrow Wilson wurde an Privatschulen in Augusta, Georgia, und Columbia, South Carolina unterrichtet. Nach dem Abschluss der High School begann Woodrow Wilson 1875 ein Studium an der Universität Princeton, das er 1879 mit dem Bachelor of Arts abschloss. Im Anschluss studierte er ein Jahr lang Rechtswissenschaften an der Universität von Virginia in Charlottesville. In den Jahren von 1880 bis 1883 absolvierte er daraufhin in Atlanta, Georgia, ein dreijähriges juristisches Praktikum.

Während dieser Zeit entschied er sich, Lehrer zu werden und begann 1883 ein Studium der Geschichte und Politikwissenschaften an der Johns Hopkins University in Baltimore, wo er 1886 mit dem Thema "Congressional Government" zum Doctor of Philosophy promovierte.

In den Jahren von 1885 bis 1888 unterrichtete Woodrow Wilson am Bryn Mawr College, Pennsylvania, einer angesehenen höheren Lehranstalt für Mädchen. 1888 nahm er eine Professur für Geschichte und Volkswirtschaftslehre an der Wesleyan University, Middletown, Connecticut an. 1890 erhielt er eine Professur für Rechtswissenschaft und Nationalökonomie an der Universität Princeton, deren Rektor er in den Jahren von 1902 bis 1910 war. Neben seiner Professur war Woodrow Wilson von 1887 bis 1898 als Dozent für Verwaltungswissenschaften an der Johns Hopkins University tätig.

Im Juni 1885 heiratete er seine aus Savannah, Georgia, stammende Frau Ellen Luise (geb. Axsen). Aus dieser Ehe gingen drei Töchter hervor. Seine Frau Ellen Luise starb 1914.

Im Dezember 1910 wurde Woodrow Wilson für die Demokratische Partei zum Gouverneur von New Jersey ernannt.

Aus diesem Amt, stellte er sich am 5. November 1912 für die Wahl zum 28. Präsidenten der USA und konnte sich mit 42 Prozent der Stimmen gegen den amtierenden republikanischen Präsidenten William Howard Taft und gegen Theodore Roosevelt den Kandidaten der, zuvor von der Republikanischen Partei abgespaltenen, Fortschrittspartei (Progressive Party), durchsetzen und wurde am 4. März 1913 im Amt vereidigt.

Der Beginn seiner Administration wurde im zweiten Amtsjahr 1914 vom Ludlow Massaker von Colorado überschattet. Innenpolitisch setzte sich Woodrow Wilson vor allem im Sinne des Progressivismus für eine sozialreformerische Politik ein. Sein Ziel war die Senkung der Zollgebühren sowie der allgemeinen Steuer. Ebenfalls 1914 erließ er das Clayton-Anti-Trust-Gesetz, das die Legalität der Gewerkschaften und ihr Recht auf Streiks und Boykotte festschrieb. Im selben Jahr proklamiert er die Neutralität Amerikas im Ersten Weltkrieg.

Darüber hinaus war Woodrow Wilson ein ungewöhnlich kompromissloser Rassist, der mit der Sache der ehemaligen Konföderierten Staaten von Amerika sympathisierte. Woodrow Wilson führte in vielen gesellschaftlichen Bereichen der öffentlichen Verwaltung und des Militärs die Rassentrennung ein, wo es sie zuvor nicht gegeben hatte.

Woodrow Wilson heiratete am 18. Dezember 1915 in zweiter Ehe Edith Bolling Galt.

Innenpolitisch konnte Woodrow Wilson 1916 weitere sozialreformerische Maßnahmen durchsetzen, darunter das Verbot der Kinderarbeit und die Einführung des Acht-Stunden-Tags für Eisenbahner. Außenpolitisch verfolgt Wilson während seiner Amtszeit gegenüber Lateinamerika eine "Politik der offenen Tür", zu deren Durchsetzung er auch zu militärischen Mitteln greift, so besetzte die USA 1916 die Dominikanische Republik. Des Weiteren kaufte die amerikanische Regierung die Inselgruppe Virgin Island von Dänemark. In Folge der Ausdehnung des Ersten Weltkrieges wurden die amerikanischen Streitkräfte mit dem "National Defence Act" verstärkt.

Bei den Präsidentschaftswahlen 1916 konnte Woodrow Wilson einen knappen Sieg über den Republikaner Charles Evans Hughes erzielen und wurde am 7. Dezember im Amt bestätigt.

Die Wiederaufnahme des uneingeschränkten U-Boot-Kriegs durch das Deutsche Reich, die russische Februar-Revolution und das Zimmermann-Telegramm, führte zu einer Änderung der öffentlichen Meinung in den Vereinigten Staaten.

Am 6. April 1917 erging von Woodrow Wilson die offizielle Kriegserklärung gegen das Deutsche Reich und im Mai dieses Jahres wurde das allgemeine selektive Wehrpflicht- Gesetz verabschiedet.

Nach der bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reiches am 11. November 1918, begann am 18. Januar 1919, unter Leitung von Woodrow Wilson, Georges Clemenceau, David Lloyd George und dem italienischen Minister Vittorio Orlando, dem so genannten "Rat der Vier", der von den Ententestaaten und ihren Verbündeten einberufene Friedenskongress von Versailles.

Woodrow Wilson schlug als Basis des Friedensschlusses sein bereits, in seiner Rede an den Kongress, am 8. Januar 1918 formuliertes 14-Punkte-Programm vor, das unter anderem das Selbstbestimmungsrecht der Völker und die Schaffung eines Völkerbundes zur Verhinderung weiterer Kriege vorsah.

Am 28. April 1919 wurde in Paris der "14 Punkte - Friedensbotschaftsvertrag" geschlossen und in Versailles wurden am 28. Juni 1919 die Versailler-Verträge unterschrieben.

Während einer Werbereise für den Völkerbund erlitt Woodrow Wilson am 25. September 1919 einen Zusammenbruch, der aufgrund eines Schlaganfalls zur halbseitigen Lähmung führte, und in dessen Folge war er kaum in der Lage, seine Amtsgeschäfte wahrzunehmen. Sein Leibarzt Cary Travers Grayson weigerte sich jedoch aufgrund seiner engen Freundschaft zu Woodrow Wilson und seiner Loyalität, ihn für Amtsunfähig zu erklären.

Nach seiner Genesung entschied sich der Senat für Wilsons Veto im Prohibitions- Gesetz, das am 28. Oktober 1919 verabschiedet wurde und die Herstellung, den Transport und Verkauf aller alkoholischen Getränke untersagte. Dies führte zu einer Verbreitung von Schwarzbrennereien und Alkoholschmuggel und ließ Verbrechersyndikate zu riesigen Wirtschaftsimperien aufblühen.

Im Dezember 1919 erfolgte die Deportation von 249 in den USA lebenden Kommunisten in die Sowjet Union und im Januar des darauf folgenden Jahres folgten zahlreiche Massenverhaftungen weiterer Kommunisten, darunter waren unter anderem die Anarchisten Sacco und Vanzetti.

Am 19. März 1920 wurde die Ratifizierung der Versailler-Verträge vom US-Senat abgelehnt und die USA zogen sich nach dem ersten Weltkrieg wieder aus Europa zurück. Am 26. September 1920 erging das Wahlrecht für Frauen.

Am 10. Dezember 1920 wurde Woodrow Wilson mit dem Friedensnobelpreis des Jahres 1919 "für seine Verdienste um die Beendigung des Ersten Weltkriegs und die Gründung des Völkerbunds" ausgezeichnet.

Mit der Vereidigung von Warren G. Harding (1865-1923) zum 29. Präsidenten der USA am 4. März 1921, endete die Amtszeit von Woodrow Wilson, der aufgrund seines Gesundheitszustandes nicht erneut kandidiert hatte.

Woodrow Thomas Wilson verstarb am 3. Februar 1924, im Alter von 67 Jahren, in Washington, D.C..


Zitate von Thomas Woodrow Wilson

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