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William Butler Yeats

* 13.06.1865 - † 28.01.1939


William Butler Yeats wurde am 13. Juni 1865 als Sohn von John Butler Yeats, einem Anwalt, der sich der Porträtmalerei zugewandt hatte, in Sandymount (heutiger Stadtteil Dublins) geboren.

Yeats verbrachte seine Kindheit bei seiner Großmutter in Sandymount und besuchte Schulen in London und Dublin. Nach einem Kunststudium in Dublin wandte er sich ab 1880 der Literatur zu. Während der Semesterferien in der Heimat, dem westirischen Sligo, begeisterte er sich für das irische Kulturerbe.

Mit Oscar Wilde, der ihn mit dem französischen Symbolismus bekannt machte, verband Yeats eine Freundschaft. Unter dem Einfluss des französischen Symbolismus und der Präraffaeliten befasste Yeats sich mit der englischen Romantik, namentlich mit Percy Bysshe Shelley und William Blake, sowie dem Hinduismus und Mystizismus.

Als die Familie 1887 wieder nach London übersiedelt, betätigte er sich hauptberuflich als Schriftsteller. Seit dieser Zeit setzte sich Yeats auch sehr für die englischsprachige irische Literatur ein und verfasste darüber hinaus lyrische Gedichte, in denen er symbolhaft heidnische Traditionen Irlands beschrieb, wie beispielsweise eines seiner bekanntesten "The Wanderings of Oisin" (1889) und "The Lake Isle of Innisfree" (1893).

Yeats trat zu dieser Zeit der Theosophischen Gesellschaft bei und lernte Helena Petrovna Blavatsky kennen. 1890 wurde Yeats Mitglied der diskreten magischen Gesellschaft "Hermetic Order of the Golden Dawn" und wechselte nach deren Zerfall 1903 zum Nachfolgeorden der "Stella Matutina". 1911 wurde Yeats zum Imperator des Amoun Tempels in London gewählt, dessen Ordensmitglied er bis 1923 blieb.

Während eines Aufenthaltes in Irland lernte Yeats die Schauspielerin und irische Freiheitskämpferin Maud Gonne kennen, für die er eine lebenslange, jedoch unerwiderte, Leidenschaft hegte. Ihr Einfluss manifestierte sich in vielen seiner frühen Werke und gab den Ausschlag das er sich den irischen Nationalisten anschloss, die die Unabhängigkeit des Landes forderten.

1896 kehrte Yeats nach Irland zurück. Yeats traf sich mit irischen Intellektuellen häufig bei Oliver St. John Gogarty auf Dunguaire Castle oder auf Coole Park dem Landsitz der irischen Schriftstellerin Lady Isabella Augusta Gregory zu der er eine freundschaftliche Beziehung unterhielt.

Yeats begleitete Lady Gregory auf ihren Reisen durch Italien und gründete 1899 mit ihrer Unterstützung das Irish Literary Theatre in Dublin (ab 1904 Abbey Theatre), das spätere irische Nationaltheater.

Als Theaterdirektor und Dramatiker trug Yeats wesentlich zum Erfolg des neu gegründeten Theaters bei. Yeats schrieb für das Theater, beispielsweise "Cathleen ni Houlihan" (1902, Cathleen, die Tochter Houlihans), ein nationalistisch geprägtes Prosastück mit Maud Gonne in der Hauptrolle, und die Verstragödie Deirdre (1907) konnte unter anderem auch John Millington Synge dafür gewinnen.

1913 lebte er einige Zeit in Sussex, Ezra Pound war sein Sekretär und machte ihn mit fernöstlicher Literatur (Lyrik und Dramen) bekannt. 1916 erwarb Yeats den Rest einer Normannenburg in der Nähe von Coole Park und wohnte 12 Jahre lang in "Thoor Ballylee" am Cloon River bei Gort.

1917 heiratete er Georgie Hyde-Lees, die gleichfalls okkultistische Interessen hatte. Dieser Ehe entstammen zwei Kinder.

Nach der Unabhängigkeit der Republik Irland setzte Yeats sein politisches Engagement praktisch um und war von 1922 bis 1928 Mitglied des irischen Senats (Seanad Éireann).

Für sein literarisches Schaffen erhielt der Autor 1923 den Nobelpreis für Literatur. Ebenfalls in diesem Jahr zog sich Yeats aus den Ordensaktivitäten des Stella Matutina zurück und trat aus dem Orden aus.

William Butler Yeats starb am 28. Januar 1939 im französischen Roquebrune-Cape-Martin (Département Alpes-Maritimes), in der Nähe von Nizza.


Zitate von William Butler Yeats

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